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EishockeyNews: Kollektives Versagen der Verbände im Eishockey-Osten: War eine fehlerhafte Software schuld?

Oberliga-Endrunde im Rückblick

Nicht der Sport, sondern der Skandal um die Black Dragons Erfurt stand am Wochenende im Vordergrund. Die Spielwertung des Deutschen Eishockey Bundes (DEB) zum Endrunden-Auftakt gegen Rostock hat im Eishockey-Osten eine Lawine losgetreten. Denn die Erfurter hatten nicht nur gegen die Piranhas zu viele Ü21-Spieler und zu wenige jüngere Talente auf dem Eis, sondern schon in zahlreichen Spielen der Oberliga Ost und des Nord-Ost-Pokals im Laufe der gesamten Spielzeit 2013/14. Eishockey NEWS fasst für Sie die Ausmaße dieses Skandals zusammen:

Erfurt als fahrlässiger und unwissender „Betrüger“:
In einer Stellungnahme auf der Homepage der Black Dragons äußerte sich der Vorstand des Vereins am Montag zu den Verstößen gegen die U21-Regelung. „Die 1. Männermannschaft des EHC Erfurt e.V. (Black Dragons) hat […] gegen […] Durchführungsbestimmungen verstoßen, indem bei mehreren Spielen unzulässig viele Spieler über 21 Jahre auf dem Spielberichtsbogen standen. Dies geschah ohne Absicht, sondern vielmehr aus Unkenntnis/fahrlässiger Nichtbeachtung der jeweiligen Regel“, heißt es dort. So unglaublich es klingt, der Verein, der in den letzten Jahren nachweislich viele junge Spieler an die Oberliga herangeführt hat, hatte diese Regel die ganze Saison über nicht im Blick. „Es war zu keiner Zeit Ziel des Vereines, sich einen sportlichen Vorteil zu verschaffen“, versichern die Erfurter.

MEC Halle 04 mehr als nur verärgert: Ganz bitter ist die aktuelle Situation für den MEC Halle 04, der in der Oberliga Ost ganz knapp hinter den Erfurtern auf Platz drei landete und somit die lukrative OL-Endrunde verpasste. Und das, wie sich nun herausstellt, weil sie Opfer einer Wettbewerbsverzerrung wurden. „Das ist ein extremes Ärgernis für uns. Es wäre ein Unding, wenn Erfurt weiter an der Endrunde teilnehmen dürfte. Außerdem prüfen wir wegen der entgangenen Einnahmen aus der OL-Endrunde unsere Schadensersatzansprüche“, erklärt MEC-Präsident Daniel Mischner. Doch wieso ist den Saale Bulls wie auch allen anderen Clubs der OL Ost der Betrug die ganze Saison über nicht aufgefallen?

Für Mischer kann es nicht die Aufgabe der Vereine sein, beim Gegner auf Fehler zu achten: „Dafür bezahlen wir Abgaben an die Verbände.“ Und genau die haben eine ganze Runde lang nichts bemerkt. „Ganze drei Verbände haben gepennt: Der Berliner Verband, der Landeseissportverband Sachsen-Anhalt und der Sächsische Eissportverband.“ Der Berliner Verband organisiert die Oberliga Ost, der Sächsische Verband ist für die Passangelegenheiten und damit auch für die Spielberichtsbögen zuständig. Der Verband in Sachsen-Anhalt organisiert den Nord-Ost-Pokal. Aufgefallen sind die Verstöße bei keinem der drei Verbände.

Ligenleiter Hobuß ist fassungslos: Auch wenn „klar ist, dass der ursprüngliche Fehler bei den Erfurtern liegt“, wie Ost-Ligenleiter Andreas Hobuß betont, möchte er keinesfalls mit dem Finger auf andere zeigen. „Es hat eine Kontrolllücke bei uns gegeben und das wirft ein desaströses Bild von uns nach außen. Dieser Fehler ist nicht wieder gutzumachen.“ Wo aber lag der Fehler beim Verband nun genau? Lutz Michel, Präsident des Sächsischen Eissportverbands, nahm dazu Stellung: „Trotz aller noch zu klärenden Umstände wurden alle Spiele der Oberliga Ost mit der Spielberichtsauswertesoftware des DEB-Passprogramms geprüft. Aus momentaner Sicht ist es nicht nachvollziehbar, warum Verstöße gegen die Ü21-Regel Art.11.2. Durchführungsbestimmungen der Oberliga Ost durch die Software nicht erfasst wurden.“ War also eine fehlerhafte Software daran schuld, dass der Erfurter Regelverstoß so lange unbemerkt blieb? „Zur Aufklärung werden wir mit dem DEB als Hauptrechteinhaber der Software die möglichen Fehlerquellen suchen, um für die Zukunft diese auszuschließen“, so Michel weiter.

Wie es nun weitergeht: Verwunderlich ist dabei nur, dass dem DEB schon im ersten Spiel der OL-Endrunde der Verstoß der Erfurter auffiel. Wird dort mit einer anderen Software gearbeiet, fragt man sich. DEB-Ligenbeauftragter Oliver Seeliger, der die Leitung der OL-Endrunde innehat, wirft der Oberliga Ost jedenfalls „kollektives Versagen“ vor. Und auch bei vielen Clubs aus der Oberliga Ost wird nun die Forderung laut, schnellstmöglich unter das Dach des DEB zu gehen. Verhandlungen hierzu wurden ja bereits im vergangenen Sommer geführt. Für die Erfurter Teilnahme an der Endrunde wird es im Übrigen keine kurzfristigen Konsequenzen geben. „Ich kann Erfurt jetzt auch nicht einfach aus der Runde eliminieren. Da geht es ja auch um eingeplante Zuschauereinnahmen der anderen Clubs in der Gruppe B, bei denen die Erfurter zu Gast sein werden“, erklärt Seeliger. Die Sache wird nun aller Voraussicht nach die Sportsgerichtsbarkeit beschäftigen, die entscheiden muss, ob die Tabelle der Oberliga Ost irgendwann noch berichtigt wird und welche Konsequenzen die Black Dragons fürchten müssen.


    November 2017
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13 14 15 16 17 Saale Bulls - EHC Timmendorfer Strand 06 18 19 Rostock Piranhas - Saale Bulls
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