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Freitag, 08.09.2017, 20:00 Uhr MEC Halle 04 Saale Bulls : Dresdner Eislöwen  

mz-web.de: Euphorie im Eispalast

HALLE (SAALE)/MZ. Es lag am Wetter. Und zwar ausschließlich. Es war ein Tag, an dem noch Freibad-Gelüste aufkamen, aber kaum Gedanken an Eishockey. Dazu kam der für Heimspiele der Saale Bulls ungewöhnliche Spielbeginn am frühen Sonntagabend. Das erklärt vielleicht die ungewöhnlich magere Zuschauerzahl von gut Eintausend in der Volksbank-Arena im Spiel der ersten Runde um den DEB-Pokal gegen die Starbulls aus Rosenheim. Es blieb die einzige Enttäuschung an diesem Septemberabend. Denn das Ergebnis war am Ende beinahe zweitrangig. Viel wichtiger: Die Hallenser zeigten ein begeisterndes Spiel. Rosenheim, Spitzen-Team aus der zweiten Liga, gewann mühevoll 4:2.

„Das war richtig in Ordnung, was wir hier gespielt haben“, sagte hinterher Daniel Sevo, der vom Drittligisten neu verpflichtete Verteidiger mit reichlich DEL-Erfahrung aus Hamburg, Nürnberg und München. „Wir haben ein paar doofe Gegentore bekommen, Rosenheim war vor dem Tor einfach ein Stück abgezockter. Das machte den Unterschied“, so Sevo. Und der legte gleich noch ein Versprechen hinterher: „Wir haben noch viel Luft nach oben. Das passt hier in Halle. Hier kann und will ich noch jede Menge erreichen.“

Rosenheim ging nach elf Minuten in Führung, als ausgerechnet Sevo die erste Strafzeit für die Saale Bulls absaß. Nur eine Minute später fiel der umjubelte Ausgleich. Nach brillanter Vorarbeit von Robin Sochan traf Christoph Koziol. Beim 1:1 blieb es bis eine Minute und sechs Sekunden im letzten Drittel. Da saß Saale Bulls-Kapitän Benjamin Thiede auf der Strafbank. Dominic Auger traf zum zweiten Mal für Rosenheim. Mit dem dritten Treffer in der 52. Minute durch Matthew Caruana schien alles geklärt. Doch erneut Koziol ließ mit einem Nachschuss noch einmal kurz an ein Pokal-Wunder glauben. Der vierte Rosenheimer Treffer durch Stephan Gottwald machte dann endgültig alles klar. Rosenheim ist eine Runde weiter im Pokal, die Saale Bulls aber wurden von den Zuschauern gefeiert. „Nach nur drei Wochen Vorbereitungszeit sind wir mit einer fast völlig neu zusammengestellten Mannschaft schon sehr weit“, war auch Uwe Liebetrau, der Co-Trainer der Saale Bulls, zufrieden.

So wie Liebetrau dachten auch die Zuschauer. Frank Biedermann, der Vater vom Schwimm-Star Paul und Eishockey-Edelfan, rieb sich mehrmals verwundert die Augen. „Im letzten Jahr sind zu dieser Zeit noch alle wild auf dem Eis ohne Plan durcheinandergerannt. Heute habe ich eine richtig gute Mannschaft gesehen. Was für ein Unterschied.“

Die Neueinkäufe, allen voran Sevo und Koziol, machten noch mitten im Sommer Lust auf Eishockey. Auch Martin Miklik, der nach einjähriger Verletzungspause ja auch irgendwie unter die Kategorie der Neuen fällt. Natürlich hat der 40 Jahre alte Stürmer noch Aufholbedarf in Sachen Fitness, aber seine Einsatz und Spielfreude, die passten schon.

Bleibt noch einer, der am Schluss einstimmig und ohne jede Diskussion zum Spieler des Tages bei den Saale Bulls gewählt wurde: Der gerade einmal 20 Jahre alte Torwart Breadon Johnson, der alles hielt, was zu halten war. Auch Präsident Daniel Mischner hatte das gesehen und erkannte sofort seine wichtigste Aufgabe an diesem Abend: „Wir müssen nachher ganz genau im Rosenheimer Mannschaftsbus nachsehen, damit die den nicht mitnehmen.“ Viel mehr an Kompliment geht nicht.

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