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Flut-Folgen an Sportanlagen: Bleiben oder aufgeben

Die Schäden an den halleschen Sportanlagen gehen in die Millionen. Brennpunkte sind die Rennbahn, das HFC-Gelände am Sandanger und die Volksbank Arena. Dort gibt es eine knallharte Konfrontation. Die Saale Bulls wollen unbedingt noch eine Saison in der Eissporthalle spielen. Termin-Not und hohe Kosten im Ausweichquartier Messe sind die Gründe.

HALLE/MZ. 

VON CHRISTOPH KARPE/ Die Ansage von Oberbürgermeister Bernd Wiegand in Richtung Halles Eissport-Fraktion ließ an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig: Die Eissporthalle wird dicht gemacht. Übergangsweise, „für zwei bis drei Jahre“, sollen der Eishockey-Oberligist MEC Halle, genannt Saale Bulls, und der Eislaufverein, bei dem der Nachwuchs trainiert, in einer Messehalle in Bruckdorf unterkommen (die MZ berichtete). Dort würde eine mobile Eis-Anlage installiert. Es gebe keine Alternative.

Rund 500.000 Euro Schaden hat der gut 40 Jahre alte und eh schon morsche Bau beim Hochwasser genommen. Eine Sanierung wäre rausgeworfenes Geld. Weil ein flutsicherer Neubau an gleicher Stelle oder im Osten von Halle erst in ein paar Jahren entstehen könnte, verlangte Wiegand von den Eissportlern Einsicht in die Notwendigkeit.

Kosten steigen auf 150.000 Euro

Die haben nun am Wochenende über dieses Ultimatum gegrübelt und für heute Vormittag einen Gesprächstermin im Rathaus beim OB erbeten. Den bekamen sie auch. Und Bernd Wiegand wird zu hören bekommen: Wir lehnen den sofortigen Ortswechsel ab. Stattdessen werden die Verantwortlichen selbst ein Ultimatum stellen: Entweder wir dürfen noch ein Jahr in unserer Heimstätte bleiben oder wir müssen dicht machen. Eishockey gibt es dann vorerst nicht mehr in Halle. Starker Tobak.

Dennoch ist diese kleine Meuterei verständlich. Die Vereine können triftige Gründe für ihre Weigerung ins Feld führen. Es sind Termin-Engpässe und vor allem die immensen Kosten, die einfach nicht zu stemmen wären.

75.000 Euro sollten etwa die Saale Bulls für die Miete der Messehalle berappen – für sieben Monate Nutzung im Jahr. Heftig. Schließlich waren es bisher 25.000 Euro. Und die Erhöhung sei nicht einmal das Ende der Fahnenstange. „Zu den 75.000 Euro kommt die Mehrwertsteuer, dazu sollen wir noch zehn Prozent der Werbe- und auch zehn Prozent der Zuschauer-Einnahmen abtreten. Da kommen locker in den sieben Monaten 150.000 Euro zusammen“, rechnet Daniel Mischner, der Präsident der Saale Bulls, vor. Das wären 20 Prozent des Etats. Der lag zuletzt bei 750.000 Euro, dürfte aber in Bruckdorf nicht mehr zu erreichen sein. „Ich weiß nicht, was ich Sponsoren anbieten soll. Es ist völlig unklar, wo etwa Werbebanden platziert werden, wo wir VIP-Logen einrichten können“, so Mischner. „In der Kürze der Zeit ist das überhaupt nicht zu klären.“

Die Kaderplanungen haben die Saale Bulls übrigens gerade eingestellt – die Finanzierung ist einfach zu unsicher. „Wir können doch nicht von den Zuschauern plötzlich 20 Euro für eine Eintrittskarte verlangen.“ Vielleicht müsse man auch, nur um zu sparen, aus der Oberliga freiwillig in die Regionalliga absteigen.

Hinzu kommt die Termin-Not. Eine gestrige Beratung mit den Messe-Verantwortlichen förderte beim Blick in den Kalender zahlreiche Kollisionen von Veranstaltungen zutage – etwa an zehn Wochenenden. „Aber wir kriegen zum einen den Spielplan von der Liga vorgegeben und zum anderen sind Spiele mitten in der Woche nicht machbar“, sagt Mischner. „Teams wie die aus Niesky oder Schönheide etwa sind fast ausschließlich aus Amateuren zusammengesetzt. Die müssen ganz normal arbeiten und können nicht mal eben mittwochs nach Halle zum Eishockeyspielen fahren.“ Also: „Wir sind einfach gezwungen, in der Volksbank Arena zu bleiben – zumindest noch für eine Saison“, sagt der Präsident.

Renovierung in Eigenregie

Zugleich hat er ein Angebot für Bernd Wiegand parat. „Wir würden die Eissporthalle mit Fans und Sponsoren so gut wie es geht wieder herrichten. Dort könnte noch gespielt werden. Und die defekte Eisanlage repariert sowieso die Firma, der sie gehört. Das kostet uns und die Stadt nichts“, sagt Daniel Mischner.

Nun muss er nur noch den Oberbürgermeister zum Einlenken bewegen. Gelingt das nicht, ist der Eissport wohl zunächst tot.

 
 
 
 
 

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