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mz-web.de: Runder Geburtstag – Georgi Kimstatsch feiert 40. im Trainingslager

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Die ersten Schritte in einer Sportart bleiben ja gern in Erinnerung. Doch selten sind sie so einprägsam wie im Fall von Georgi Kimstatsch. Sieben Jahre ist er alt. Zum russischen Neujahrsfest hat er Schlittschuhe von seinen Eltern bekommen. Also unternimmt der kleine Georgi auf einer Eisfläche in Moskau seine ersten Laufversuche, während einige Meter weiter ein paar ältere Jungs Eishockey spielen.

Puck an den Kopf bekommen

Natürlich kommt es, wie es kommen muss. Der Junge bekommt einen Puck an den Kopf. Eine riesige Wunder klafft. „An der Stelle wachsen bis heute keine Haare“, erzählt Kimstatsch. Doch während er verarztet wird, fällt dieser Satz: „Harte Jungs werden Eishockey-Spieler.“ Von dem Tag an, so erzählt er, „wollte ich Eishockey spielen.“

Das tut er bis heute. Auch wenn sein Hauptjob inzwischen das Traineramt bei den Saale Bulls in der Oberliga ist. Am Sonntag startete Georgi Kimstatsch mit seiner Mannschaft ins Trainingslager nach Tschechien. Dort wird er an diesem Montag seinen 40. Geburtstag feiern.

Runde Jubiläen sind Momente, an denen man gern Vergangenes Revue passieren lässt. Und im Fall von Georgi Kimstatsch ist dieser Blick zurück überaus spannend. Denn seine Vita ist geprägt von Neuanfängen.

Zum Vater nach Deutschland

Der größte Bruch erklärt sich aus den Wirren der Wendezeit 1990. Kimstatsch wohnt mit Mutter und Bruder in Moskau, der Vater lebt in der DDR. Als die Mauer fällt, reist dieser mit einem Plan nach Russland: „Er hat mich und meinen Bruder gefragt, ob wir mir ihm nach Deutschland kommen wollen.“

Es ist ein großer Bruch für die Familie. Georgi Kimstatsch ist 14. Das Leben in Russland ist kompliziert nach dem politischen Umbruch. „Der Westen hat mich unglaublich gereizt.“ Also entscheidet er sich für das Abenteuer Berlin. Sein vier Jahre älterer Bruder Maxim bleibt in Moskau, studiert und wird später beruflich nach Sydney gehen. „Er ist inzwischen australischer Staatsbürger“, erzählt Kimstatsch.

Ausbildung neben dem Eishockey

In Berlin angekommen wird Eishockey zentraler Bestandteil seines Lebens. Und maßgeblicher Integrationsfaktor. Georgi Kimstatsch geht auf die Sportschule, lernt die Sprache. „Ich wollte unbedingt meinen Akzent loswerden“, erzählt er. „Ich habe damals dauernd gefragt, ob ich Wörter richtig ausgesprochen habe.“ Kimstatsch spricht heute wie ein Muttersprachler. Nichts lässt vermuten, dass er erst mit 14 nach Deutschland gekommen ist.

Die Karriere als Eishockey-Profi wird Kimstatsch aber bald zu einseitig. Er wechselt Vereine, spielt erste Liga, aber er will  beruflich ein zweites Standbein. Also entschließt er sich wieder zu einem Bruch. Er wechselt in die Oberliga, macht eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann. Und nach deren Ende folgt der nächste Neuanfang. Sein Weg  führt ihn 2003 eher zufällig nach Halle, bei den Saale Bulls herrscht Spielermangel.

Die Stadt ist längst Kimstatschs Zuhause. Er ist Partner in einer Versicherungsagentur. Und er ist  die Allzweckwaffe der Saale Bulls. Spieler, Nachwuchstrainer, Sportdirektor. Und seit Mitte vergangener Saison Cheftrainer.

Die Entscheidung, den Posten auch in der kommenden Saison zu behalten, hat sich Georgi Kimstatsch nicht leicht gemacht. Im Sommer fuhr er mit dem Rad nach Schweden und zurück. Allein. „In der Zeit habe ich mir viele Gedanken gemacht.“

Der Bruch ist nicht so radikal wie viele zuvor in seinem Leben. Den Job in seiner Agentur hat er nicht aufgegeben, ein bisschen Sicherheit muss sein. Trotzdem hat er sich dem Traineramt vollkommen verschrieben. Er hat den Kader verstärkt – und damit  eine große Erwartungshaltung geweckt. Und Kimstatsch weiß: Erfüllt er die nicht, sollte er als Trainer entlassen werden, dann ist das Kapitel Saale Bulls nach über 13 Jahren auch komplett geschlossen. „Das ist so klar besprochen“, sagt er. Wohlwissend, dass er schon ganz andere Veränderungen in seinem Leben gemeistert hat. (mz, 28.08.2016)


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