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mdr.de: Saisonvorschau Saale Bulls … Mischner: „Wir haben einige schwierige Typen im Team“

 

Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischner blickt voller Vorfreude auf die neue Eishockey-Saison. Im Interview spricht er über die Kaderplanung, die Ziele des Vereins und über neue Umgangsformen in der Kabine. Zudem geht es um wirtschaftliche Schwierigkeiten der Liga.

Das Gespräch führte Oliver Leiste.

MDR SACHSEN-ANHALT: Zurückgeblickt: Wie fällt mit etwas Abstand das Fazit der letzten Saison aus?

Daniel Mischner: „Es war die erste Saison in der neuen Oberligastruktur. Ich fand sie mega interessant und spannend. Die Zuschauerzahlen haben sich positiv entwickelt, genau wie Summe, die wir von Sponsoren bekommen. Insgesamt bin ich sehr zufrieden.“

Wie hoch ist der Etat der Saale Bulls und wo steht der Verein damit im Ligavergleich?

„Der Etat liegt etwas über 800.000 Euro und damit gehören wir in der gesamten Oberliga sicherlich zur Spitzengruppe.“

Gab es im Sommer (infra-)strukturelle Veränderungen im Verein/in der Halle?

„Den Bau des Funktionsgebäudes und den Ausbau der Tribünen konnten wir noch nicht angehen. Ich hoffe das klappt im nächsten Sommer. Auch im Vip-Bereich und bei den Parkplätzen gibt es noch Handlungsbedarf. Für Sponsoring und Vertrieb haben wir seit einigen Monaten einen neuen Mitarbeiter. Aber das ist das einzige, was tatsächlich neu ist.“

Ist der Kader schon komplett?

„Stand jetzt ist der Kader komplett. Wir haben uns aus meiner Sicht gut verstärkt. Die Vorbereitung war etwas schwierig, weil wir das Trainingslager ja wegen der Lebensmittelvergiftung abrechen mussten. Aber wenn wir verletzungsfrei bleiben, bin ich guter Dinge.“

Wie unterscheidet sich die Arbeit von Trainer Georgi Kimstatsch von der seines Vorgängers Ken Latta?

„Er ist jünger und andere Vorstellungen im Umgang mit den Spielern. Er kommuniziert mehr auf Augenhöhe. Ob das der richtige Weg ist, wird sich zeigen. Letzte Saison hat es gut funktioniert. In diesem Jahr haben wir jedoch einige Typen in der Mannschaft, die nicht ganz so leicht zu handhaben sind. Da wird sich zeigen, ob er dem gewachsen ist.

Aber Kimstatsch ist durch alle Phasen im Verein durchgegangen. Er war Spieler und Kapitän in Halle. Er  hat auch schon den Nachwuchs trainiert und als sportlicher Leiter gearbeitet. Georgi hat in vielen Bereichen Erfahrungen gesammelt, die nun zusammenpacken muss, damit es eine erfolgreiche Saison wird.“

Vor einigen Jahren rief der Verein die „Mission 20xx“ aus und erklärte perspektivisch, in die zweite Liga aufsteigen zu wollen. Mit der Verpflichtung von Ken Latta als Trainer wurde das Ziel vor zwei Jahren erneut ausgerufen. Wann ist es denn soweit?

„Da gehört immer Glück dazu. Wir versuchen uns in allen Bereichen Stück für Stück zu verstärken. Auch finanziell. Aber die Schritte sind manchmal nicht sofort sichtbar, deshalb werfen uns manche Fans vor, wir würden es nicht hundertprozentig versuchen. Aber ich muss die Entwicklung eben auch finanziell immer verantworten können.
Ich bin überzeugt, dass wir vom Umfeld her gut aufgestellt sind für die zweite Liga. Da müssten wir nur in wenigen Bereichen nacharbeiten und investieren. Im sportlichen Bereich ist manches Glück. Bleibt man verletzungsfrei? Wie verstärken sich die anderen? Kann man selber noch mal nachrüsten? Das sind viele kleine Schritte, die man kontinierlich gehen muss, damit es klappt.“

Hat der Verein denn Partner, die diesen Schritt auch finanziell mitgehen würden?

„Die Entscheidung fällen ja die Jungs auf dem Eis. Aber wenn wir an der Schwelle stehen und aufsteigen können, machen wir das auch. Ich bin überzeugt, dass wir das hinbekommen würden. Wir haben für die zweite Liga auch schon mal kalkuliert. Wir hätten höhere Sponsoren- und Zuschauereinnahmen. Auch beim Catering und dem Merchandising könnten wir mehr einnehmen. Ein kleiner Faktor wäre dann auch die höhere Zahl an Gästefans. Trotzdem würde uns aktuell noch etwas Geld fehlen. Ich bin aber sicher, dass wir diese Lücke schließen könnten.

Wichtig wäre aber, dass wir die Halle bis dahin auch ausbauen können. Da hängt natürlich sehr viel dran, denn wir brauchen dann eine größere Zuschauerkapazität.“

Vergangene Saison spielten die Saale Bulls erstmals in der neugestalteten Oberliga-Nord. Damit endeten die Jahre des Stillstandes mit den regionalen Oberligagruppen. Wie bewerten Sie die neue Liga nach der ersten Saison?

„Die Liga ist stabil und interessant. Es gibt eine ausreichende Zahl von Mannschaften, was uns zuvor immer gefehlt hat. Die Teams sind eng beieinander. Wir wollen auch in der neuen Saison zur Spitzengruppe gehören. Aber die ersten Sieben sind fast gleich stark, deshalb wird eine Herausforderung.“

Obwohl die Liga für Zuschauer sehr attraktiv ist, mussten sich der EHC Neuwied zurückziehen. Leipzig gelang es erst in letzter Sekunde, die Lizenz zu sichern. Auch bei anderen Vereinen hört man immer wieder von finanziellen Problemen. Warum ist es so schwierig, unterhalb der DEL und DEL 2 einen deutschlandweiten Spielbetrieb zu organisieren?

„Ein Stück weit hängt das mit den Landesverbänden. Die wollten sehr lange ihre Ligenstruktur erhalten. Da ging es um Macht und Einfluss. Das hat sich jetzt aber etwas relativiert. Es gibt insgesamt sehr wenig Eishallen und die Kosten sind sehr hoch. Dadurch ist Zahl der Clubs recht überschaubar. Finanziell ist das nicht einfach, da muss man seinen Verein gut im Griff haben. Auch wir bewegen uns teilweise am Limit. Aber wenn wir über unsere Verhältnisse leben und noch Spieler verpflichten, um es uns oder den Fans zu beweisen, bekommen wir die Rechnung erst anderthalb Jahre später. Manche spekulieren dann auf mehr Erfolg und mehr Zuschauer. Das tritt aber oft nicht ein.

Personalkosten und Betriebskosten sind sicher die wichtigsten Faktoren. Einige Vereine haben auch nur wenige Sponsoren, die sehr große Summen geben. Wenn dann einer abspringt, wird es sofort eng. Aber mir kann eigentlich keiner erzählen, dass sich eine Insolvenz nicht schon mindestens ein Jahr lang angebahnt hat.“

Hat die momentane Konstruktion eine Zukunft, oder wird nächstes Jahr wieder alles anders?

„Ich bin überzeugt, dass die Liga länger bestand haben wird. Es gibt in der vierten Liga noch ein paar Teams, die nachrücken könnten. Auch die Führung durch den DEB trägt zur Stabilität bei. Ich bin froh, dass es nicht mehr über die Landesverbände läuft. Hier ist es jetzt professioneller organisiert.“

Vielen Dank für das Gespräch!


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