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mz-web.de: Eishockeyteam Saale Bulls – Doppelrolle für Benjamin Thiede

 

Der Verteidiger übernimmt bei den Saale Bulls eine zweite Aufgabe. Thiede hat seinen Vertrag bei den Hallensern um ein Jahr verlängert.

Halle (Saale). Es gibt nicht viele Orte in Deutschland, an denen bei rund 30 Grad Schlittschuhe gefragt sind. In Weißwasser war das am vergangenen Wochenende aber so. Sebastian Elwing, ehemaliger Nationaltorhüter, deutscher Meister und langjähriger DEL-Torhüter, gab in der sächsischen Eishockey-Hochburg sein Abschiedsspiel. Eine Art DEL-Auswahl alter Weggefährten gegen eine Weißwasser-Auswahl.Auch für die Saale Bulls hielt die Freundschaftspartie eine gute Nachricht bereit. Für die Weißwasser-Auswahl stand nämlich auch Benjamin Thiede auf dem Eis. Das erste Mal, nachdem der 34-Jährige am 5. März am Knie operiert worden war.Benjamin Thiede hat seinen Vertrag bei den Hallensern um ein Jahr verlängert. Und das ist aus mehreren Gründen eine bemerkenswerte Personalie. Der Verteidiger, der in Peißen in einem Autolackier-Center arbeitet, passt nämlich eigentlich nicht mehr hundertprozentig in das Vollprofi-Profil, das Trainer Ken Latta für seine Spieler vorsieht. Umso mehr aber erzählt die Weiterverpflichtung über den zwischenmenschlichen Faktor. Thiede ist eine Integrationsfigur bei den Saale Bulls. Er geht in seine neunte Saison – noch nie hat ein Eishockey-Spieler so viele Spielzeiten am Stück in Halle verbracht.

Sozial in der Stadt verwurzelt
„Es gab ein anderes, sogar besser dotiertes Angebot“, erzählt Thiede. Doch irgendwann stellte er sich die Frage, ob ein Ortswechsel für die Zeit, die ihm als aktivem Eishockey-Spieler bleibt, noch Sinn macht. Immerhin ist er sozial in der Stadt verwurzelt, hat seinen Beruf.Die sportliche Leitung der Bulls hatte derweil eine ganz ähnliche Frage zu klären. Wie wichtig ist es, im Komplettumbau des Kaders für die neue Saison jemanden zu halten, der zur Integrationsfigur taugt? „Wir brauchen Leute, die dem Verein Gesicht und Charakter geben – und genau so ein Spieler ist Benni“, sagt Präsident Daniel Mischner.

Also haben sie sich Gedanken gemacht in der Geschäftsstelle am Waisenhausring. Gedanken, wie Thiede auch nach seiner Karriere an den Verein zu binden ist. Und so kommt schon für die laufende Saison eine interessante Konstellation zum Tragen: Benjamin Thiede wird neben seinen Aufgaben als Spieler auch die Ausrüstung der Mannschaft betreuen.

„Ich habe mir schon Gedanken darüber gemacht, ob ich das machen soll“, erzählt Thiede. Die Sorge, in eine Rolle als Spieler zweiter Klasse zu rutschen, war durchaus da. Also telefonierte er mit Kapitän Troy Bigam in Kanada. Der riet Thiede dazu, die Aufgabe zu übernehmen. Weil er als Aktiver genau weiß, welche Wünsche und Anforderungen der Spieler sinnvoll sind.

Absolute Vertrauensperson
Der Verein freut sich, dass er Thiede – in 128 Spielen selbst Kapitän der Oberliga-Mannschaft – für die Aufgabe gewinnen konnte. Nicht jeder sei dafür geeignet, meint Vereinschef Daniel Mischner: „Wer die Ausrüstung betreut, hat Verantwortung für ein Budget von 70.000 Euro – das geht ja von den Badelatschen bis zu Trikots und Schlägern. Wenn man das nicht im Auge behält, kann das Thema Ausrüstung ganz schnell finanziell explodieren. Bei Benni wissen wir, dass er das kann – er ist eine absolute Vertrauensperson für uns.“Sportlich dagegen wird Thiede seinen Platz im Team ein wenig suchen müssen. Er ist als siebter Verteidiger eingeplant. Und er weiß: Nur 15 Spieler über 21 Jahren dürfen auf dem Protokoll stehen. Werden es mehr, wäre er derjenige, der außen vor bleibt. So ist es besprochen mit Trainer Latta.

Mit der Situation kann der 34-Jährige aber gut umgehen. „Ich freue mich einfach, dass ich weiter Eishockey spielen kann. Die Verletzung war nämlich durchaus kompliziert.“ Bei der OP nahmen sich die Ärzte den Meniskus und einen Knorpelschaden vor.

Das Freundschaftsspielchen am Wochenende hat gezeigt, dass Benjamin Thiede wieder auf Schlittschuhen stehen kann. „Ich habe immer gesagt, dass ich gern als Spieler meine Karriere beenden möchte – und nicht wegen einer Verletzung.“ (mz, 04.08.2015)


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