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Dienstag 21.03.2017 EV Duisburg : MEC Halle 04 5 : 2

mz-web.de: 2:1 gegen Erfurt – Saale Bulls im späten Playoffs-Glück

 

Von Christian Elsässer und Mike Händler

Halle (Saale) – Oben im VIP-Raum der Saale Bulls hatte sich an diesem Dienstagabend ein altbekanntes Gesicht eingefunden. Georgi Kimstatsch, vor einigen Wochen als Cheftrainer des Eishockey-Oberligisten entlassen, gab sein Comeback im Eisdom. Mit durchaus gemischten Gefühlen, wie man ihm anmerkte.

Doch zumindest durfte Kimstatsch miterleben, zu welch emotionalen Taten seine alte Mannschaft in der Lage ist. Denn die sprang gegen die Black Dragons dem scheinbar sicheren Saison-Aus noch einmal von der Schippe. 

Ausgleich 29 Sekunden vor Schluss

Die Saale Bulls haben das dritte und entscheidende Pre-Playoff-Spiel gegen die Black Dragons Erfurt mit 2:1 nach Verlängerung gewonnen und sind damit in die Playoffs ab Freitag gegen die Füchse Duisburg eingezogen. Doch dafür brauchte es eine wahre Zitterpartie. Erst 29 Sekunden vor dem Ende glich Stürmer Igor Bacek den 0:1-Rückstand aus und schoss sein Team überhaupt erst in die Verlängerung.

Trainer Danny Albrecht hatte kurz zuvor zum letzten Mittel des Coachings gegriffen. 47 Sekunden vor dem Spielende, im Angesicht der Niederlage und des Playoff-Aus nahm er eine Auszeit. „Ich habe die Jungs an den Super Bowl erinnert“, erzählte Albrecht später. „New England brauchte vier Touchdowns, um zurückzukommen. Wir brauchten nur ein Tor, nur einen Schuss.“ Mit dieser Vorgabe schickte er sein Team zurück aufs Eis. „Wir wussten, dass wir das Bully gewinnen müssen und den einen Schuss brauchen“, sagte Philipp Gunkel.

Gunkel schießt die Bulls in die Playoffs

Es klappte tatsächlich. Eric Wunderlich feuerte einen Schlagschuss von der blauen Linie, Igor Bacek fälschte ab ins Tor. Die vorläufige Rettung. „Ich habe einfach die Kelle reingehalten“, sagte Bacek, „es war eine riesige Befreiung.“ Die endgültige Rettung brachte dann Philipp Gunkel in der fünften Minute der Verlängerung. Nach einem Schlagschuss von Kai Schmitz stand er frei vor dem leeren Tor und schoss die Bulls in die nächste Runde.

Zuvor war ein irgendwie merkwürdiges Spiel. Ging es in den ersten beiden Duellen zwischen Halle und Erfurt hoch her mit vielen Strafzeiten und großen Emotionen, so dümpelte diese dritte Partie – gemessen an der Bedeutung – über weite Strecken fast dahin. Nur je eine Strafzeit pro Team sprach der Unparteiische in den ersten beiden Dritteln aus. Keiner, so schien es, wollte den ersten großen Fehler machen. „Es war die Devise dieses Spiels, dass alle auf dem Eis bleiben“, erklärte Bacek. „Wir wollten aus den vielen Strafzeiten in Erfurt lernen.“

Trainer Danny Albrecht glaubte bis zum Schluss 

Unstrittig: Die Saale Bulls hatten zwar deutlich mehr Spielanteile, je elf Abschlüsse zählten die Statistiker in den ersten beiden Dritteln. Wirklich klare Torchancen sprangen dabei aber nicht heraus. Und Erfurt? Hatte einen starken Torhüter Erik Reukauf, einst Ersatzkeeper der Saale Bulls. Und ihnen gelang der eine Treffer, der den Hallensern fast zum Verhängnis geworden wäre. Michal Vazan setzte sich in einer schönen Einzelaktion durch und traf gegen Halles Torhüter Sebastian Albrecht. Das 0:1 in der 30. Minute, fast genau zur Halbzeit des Spiels.

Es dauerte fast bis zum Ende der zweiten Hälfte, ehe diese Partie dann ihren emotionalen Höhepunkt erlebte. Die Wende. „Im letzten Drittel waren wir viel besser, von Erfurt kam fast gar nichts mehr“, meinte Danny Albrecht später. 13 Torschüsse gaben die Bulls ab. Und hatten einen Trainer auf der Bank, der den Glauben nicht verloren hatte: „Ich habe gewusst“, sagte Danny Albrecht, „dass dieses Tor fallen würde.“ (mz, 14.03.2017)

 


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