Nächstes Spiel

Noch kein Spiel vorhanden

mz-web.de: Ab in den Norden

Wenn Eishockey politisch wird, ist es in Deutschland ein wahrhaft rutschiges Terrain. Seit Jahren herrscht ein wirres Durcheinander, welcher Verband oder welche Organisation nun gerade für welche Liga zuständig ist. Die Oberliga Ost wird es in der Form der letzten Jahre nicht mehr geben – und damit sind die Saale Bulls auf der Suche nach einem neuen Zuhause.
 

HALLE (SAALE)/MZ. 

Wenn Eishockey politisch wird, ist es in Deutschland ein wahrhaft rutschiges Terrain. Seit Jahren herrscht ein wirres Durcheinander, welcher Verband oder welche Organisation nun gerade für welche Liga zuständig ist.

Zuletzt galt: Die höchste Spielklasse DEL organisiert sich eigenständig, die zweite Liga, genannt DEL 2, wird von der Eishockey Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) betrieben. Die vier drittklassigen Oberligen hatten sogar drei Hoheiten: Über die Nord- und Südstaffel wachte der Deutsche Eishockey-Bund (DEB) persönlich, der Westen wurde vom Landesverband Nordrhein-Westfalen geführt, der Osten, in dem auch die Saale Bulls aus Halle zu Hause waren, vom Berliner Landesverband. Und damit alle Oberligisten gleiche Rechte wie zum Beispiel den Aufstieg hatten, gab es eine sogenannte Gleichstellungsvereinbarung.

Genau diese Gleichstellungsvereinbarung für die Oberliga Ost ist nun hinfällig, der DEB hat sie nicht verlängert. Gründe dafür gab es reichlich: etwa den U-21-Skandal der Erfurter, den Rückzug der insolventen Wild Boys aus Chemnitz, der die Liga auf sieben Vereine schrumpfen lässt.

Am Ende bedeutet die fehlende Gleichstellungsvereinbarung jedenfalls nur eines: Die Oberliga Ost wird es in der Form der letzten Jahre nicht mehr geben – und damit sind die Saale Bulls auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Präsident Daniel Mischner bestätigt: „Der DEB hat die Vereine aufgefordert, sich zu positionieren. Für uns ist klar, dass wir in Zukunft in einer DEB-geführten Liga spielen möchten.“

Die Richtung der Hallenser ist dabei offensichtlich. Sie wollen – wie übrigens auch die Icefighters aus Leipzig – in der kommenden Saison in der Oberliga Nord antreten. Die könnte in diesem Fall von zuletzt neun auf zwölf Teams erweitert werden. Rein formal, so betont Daniel Mischner, „können wir nur unser Interesse signalisieren. Die Entscheidung, uns in die Liga aufzunehmen, müssen aber der DEB und die Nord-Vereine fällen.“

Klar aber ist: Aus wirtschaftlicher und politischer Sicht kann es gar keinen anderen Weg geben. Mit nur sieben Teams ist ein Spielbetrieb allein im Osten nicht mehr aufrechtzuerhalten. Hinzu kommt der politische Druck des DEB, die Oberligen unter seinem Dach zu vereinen. Und ohne Gleichstellungsvereinbarung hätten Vereine, die in der Struktur der bisherigen Oberliga Ost bleiben wollen, kein Aufstiegsrecht mehr zur DEL 2. „Ein Verbleib wäre also ein faktischer Abstieg in die vierte Liga“, stellen die Saale Bulls klar.

Doch egal, wie groß der politische Druck hinter den Kulissen auch sein mag, rein sportlich wäre ein Wechsel in den Norden ein großer Gewinn für die Saale Bulls. „Mit den Hannover Scorpions, den Hannover Indians oder Rostock sind sehr attraktive Teams in der Liga“, bestätigt Mischner. „Und dass Leipzig diesen Weg auch gehen will, ist für uns sehr wichtig.“

 
 
 
 
 

    Juli 2018
MDMDFSS
       1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31      
Heimspiel Auswärtsspiel Event Nachwuchsspiel
Heimspiele Saison 17/18 downloaden Auswärtsspiele Saison 17/18 downloaden
Livestream