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mz-web.de: Das Ende einer Trainer-Ära

Die Saale Bulls und Coach Jiri Otoupalik gehen nach Saisonende getrennte Wege. Beide Seiten wollen sich neu orientieren. Nach sechs Saisons endet in Halle tatsächlich eine Eishockey-Ära. Die Saale Bulls mussten sich am Freitagabend mit 1:5 bei den Hannover Scorpions geschlagen geben.

Halle (Saale)/MZ. 

Der Vorbote hing am vergangenen Sonntag in Schönheide. Es war ein kleines, eher unscheinbares Plakat im Gäste-Fanblock der Saale Bulls. Der Schriftzug: „Eishockey in Halle. Jiri Otoupalik. Danke.“

Selbst die Spieler des Eishockey-Oberligisten konnten nicht alle etwas anfangen mit der Botschaft. Doch irgendjemand im Fanblock wusste da schon mehr. Denn nach sechs Saisons endet in Halle tatsächlich eine Eishockey-Ära. Die Saale Bulls und Jiri Otoupalik, der erfolgreichste Trainer der Vereinsgeschichte, gehen nach der Spielzeit getrennte Wege. Eine Entscheidung, die in einem rund einstündigen Gespräch vorige Woche Mittwoch in der Geschäftsstelle des Vereins in beiderseitigem Einvernehmen getroffen worden ist.

„Ich habe das für mich schon an Weihnachten beschlossen“, sagte Otoupalik am Freitag der MZ. „Nach sechs Saisons ist es für mich Zeit. Ich brauche Veränderung.“ Umgekehrt will auch der Verein zu neuen Ufern aufbrechen. „Wir stecken mitten in einer Neustrukturierung“, erklärte Präsident Daniel Mischner.

Eines ist dem Vereins-Chef wichtig. Das Ende der Ära Otoupalik „hängt nicht mit unserem sportlichen Abschneiden in dieser Saison zusammen“. Dass die Mannschaft die Aufstiegs-Playoffs verpasst hat, macht die Vereinsführung nicht dem Coach zum Vorwurf. „Jiri hatte auch unter den schlechten Bedingungen der Vorbereitung zu leiden“, so Mischner.

Dennoch, das stellt der Präsident auch klar, gibt es durchaus inhaltliche Differenzen zwischen dem Verein und dem Coach. So hat sich Otoupalik in all den Jahren nie wirklich in die Kader-Zusammenstellung eingemischt. Das war immer die Aufgabe der Sportlichen Leiter, Andreas Werkling und in dieser Saison erstmals Georgi Kimstatsch. „Während der Sommer haben wir eigentlich nie etwas von Jiri gehört“, sagt Daniel Mischner. „Auch nicht im letzten Sommer während des Hochwassers, als sogar die Existenz des Vereins auf dem Spiel stand.“

Für die Vereinsführung ist dies das zentrale Thema, das im Aufgabenheft eines Nachfolgers stehen wird. Mischner: „Wir wollen die Vernetzung zwischen Trainer und Vereinsführung noch intensivieren. Wir haben noch deutlich Luft nach oben, wenn es um das Thema Scouting und die Zusammenstellung der Mannschaft geht.“

Auch in Sachen Training und Spielvorbereitung sehen die Saale Bulls noch Verbesserungsmöglichkeiten. Otoupalik gilt als Trainer der alten Schule, Videoanalysen schätzt der 55-jährige Tscheche nicht sonderlich. Dem Vernehmen nach gab es in der laufenden Saison überhaupt nur eine einzige solche Sitzung. „Dabei lassen wir jedes Spiel aufzeichnen“, erklärt Mischner.

Ein dritter Punkt ist der Umgang mit Talenten. Otoupalik gilt nicht unbedingt als Trainer mit einem guten Händchen für junge Spieler. Im Gegenteil, sie haben sogar einen immens schweren Stand unter ihm. Bestes Beispiel in dieser Saison war die klare Festlegung auf Dustin Haloschan als Nummer eins im Tor. Erst spät in der Spielzeit bekam der hochtalentierte 20-jährige Patrick Glatzel überhaupt eine Chance – und machte seine Sache sehr gut.

„Wir sind gerade dabei, einen neuen Kooperationsvertrag mit dem Nachwuchsverein auf den Weg zu bringen“, erklärt Mischner. Ein Trainer mit mehr Eifer bei der Nachwuchsarbeit ist auch deshalb ein wichtiges Zeichen nach außen.

Allen Kritikpunkten zum Trotz – in einem will Daniel Mischner keine Abstriche machen. „Jiri ist ein hervorragender Fachmann. Es gibt keinen Trainer, der so lange bei uns war und der so große Erfolge gefeiert hat. Wir sind Jiri zu großem Dank verpflichtet.“ Und so stellt er auch klar: „Wir haben noch keinen neuen Trainer. Natürlich gibt es Kandidaten, aber wir setzen auch darauf, dass sich in den nächsten Woche viele Trainer von sich aus bewerben werden.“ Gespräche hat der Verein noch nicht geführt.

Gleiches gilt für Jiri Otoupalik. „Ich haben einige Optionen“, stellt der Tscheche klar, „auch in Deutschland. Aber im Moment ist noch alles offen.“

Er verlässt Halle im Guten. Und mit starken Referenzen. „Ich habe hier alles gewonnen, drei Meisterschaften und vier Pokale. Wir haben jetzt den Auftrag, nächste Woche den Ostpokal zu gewinnen. Und dann ist es Zeit, dass ich mich neuen Herausforderungen stelle.“


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