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mz-web.de: Das Schicksal gedreht – Saale Bulls schlagen die Moskitos Essen

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Das entscheidende Gespräch hatte Dave Rich rund eine Stunde vor Beginn dieses so wichtigen Oberliga-Spiels gegen die Moskitos Essen. Der Trainer der Saale Bulls hatte sich mit dem Teamarzt beraten. Der Grund: Stürmer Nathan Robinson hatte den Wunsch geäußert, zwei Tage nach dem brutalen Kopfcheck gegen ihn im Spiel gegen Leipzig und trotz einer daraus folgenden Gehirnerschütterung gegen Essen zu spielen.

Die Entscheidung fiel tatsächlich zugunsten eines Einsatzes. Riskant. „Aber ich habe mich gut gefühlt“, sagte der Torjäger später. „Es hat mich nicht mehr beeinflusst.“ Und weil auch Johannes Ehemann sein Comeback nach Verletzung gab, standen den Bulls an diesem Donnerstagabend dann doch drei volle Reihen für das Duell zur Verfügung.

Saale Bulls drehen im letzten Hauptrundenspiel das Schicksal

Wohl auch dank dieses Rückwindes drehten die Hallenser im letzten Hauptrundenspiel noch das Schicksal. Mit einer engagierten und effizienten Leistung besiegten sie die favorisierten Essener mit 3:2 und zogen doch noch auf der Zielgeraden in die Meisterrunde der besten Sieben ein. Konkurrent Herne verlor zeitgleich mit 4:7 bei den Tilburg Trappers und rutschte zurück auf den achten Platz.

Doch dafür mussten die Bulls hart arbeiten. Die Essener, angereist mit acht Siegen in Folge, präsentierten sich als das erwartet gut eingespielte Team. Es dauerte nur 131 Sekunden, bis die Gäste in Führung gingen. Dominik Lascheit traf nach schöner Einzelaktion gegen Saale-Bulls-Torwart Patrik Cerveny. Mit 0:1 ging es auch in die erste Pause.

Also griff Coach Rich in der Kabine in die Motivationskiste. „Wir waren nicht gut im ersten Drittel. Also habe ich den Jungs gesagt, dass das hier ein Do-or-die-Spiel ist.“ Frei übersetzt: Gewinnen oder sterben. Und das zeigte Wirkung.

Trainer Rich: „Wir haben einfach die Tore gemacht“

Nach dem Seitenwechsel drehten die Gastgeber auf. Und es zeigte sich auch, warum Nathan Robinson so wichtig ist für die Offensive. Er holte in der 22. Minute eine Strafzeit gegen die Essener heraus. Die folgende Überzahl nutzte die Bulls durch Nathan Burns zum Ausgleich (23.) – nach Vorarbeit von Robinson. Und nur 84 Sekunden später drehte Tim Dreschmann mit einer schönen Einzelaktion die Partie. Nach einem Solo brachte er die Bulls per Rückhand in Führung (24.). Das i-Tüpfelchen auf das zweite Drittel setzte schließlich Maximilian Spöttel, der einen Abstauber vor dem Tor zum 3:1 verwandelte (39.).

„Wir haben einfach die Tore gemacht“, sagte Rich zu einem der besten, weil effektivsten Drittel der letzten Monate. Und mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken legten die Bulls ein überaus diszipliniertes, wenn auch defensiv orientiertes Schlussdrittel hin. Essen kam kaum mehr zu guten Chancen, traf erst zehn Sekunden vor dem Ende zum 2:3, als sie ihren Torwart zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis genommen hatten. Es reichte.

Und kaum einer strahlte danach mehr als Nathan Robinson. „Wie soll ich mich fühlen?“, fragte der Kanadier. „Meinem Kopf geht es gut – und wir haben gewonnen.“

Doch das Bangen war mit der Schlusssirene noch nicht zu Ende. Es begann die Stunde des Handyguckens. Denn erst mit Spielende in Tilburg knapp eine Stunde später stand der Einzug in die Meisterrunde tatsächlich fest.

So geht es jetzt weiter für die Saale Bulls

Als Tabellensiebter der Hauptrunde spielen die Saale Bulls nun in der Meisterrunde. Darin kämpfen die Plätze eins bis sieben der Hauptrunde die Qualifikationsplätze für die Playoffs aus. Die Punkte aus der Hauptrunde werden dabei mitgenommen. Gespielt wird in einer sogenannten 1,5-fach Runde. Heißt: Jeder gegen jeden in Hin- und Rückspiel. Doch zu diesen zwölf Duellen kommen sechs weitere hinzu, die nach einem im November festgelegten Schlüssel verteilt werden.

Für die Saale Bulls heißt das: Es gibt drei zusätzliche Heimspiele gegen die Tilburg Trappers (1. der Hauptrunde), Icefighters Leipzig (2.) und Essen (5.). Ein zusätzliches Auswärtsspiel steht an in Duisburg (3.), bei den Hannover Scorpions (4.) und den Hannover Indians (6.). Los geht es mit der Meisterrunde bereits an diesem Samstag. Die Bulls spielen dann auswärts erneut gegen die Moskitos Essen. Am 2. Januar folgt das erste Heimspiel. Die Bulls treffen im Sparkassen-Eisdom auf die Hannover Scorpions. (mz, 28.12.2017)

 


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