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mz-web.de Derby-Zeit mal ganz anders

HALLE (SAALE)/MZ. Es ist mal wieder so weit. Das Spiel, auf das eine ganze Region, zumindest der eishockeyinteressierte Teil davon, wartet, steht auf dem Plan. Saale Bulls Halle gegen Icefighters Leipzig ist am Freitag erstmals in dieser Saison angesagt. Ab 20 Uhr ist in der Volksbank-Arena am Gimritzer Damm Derbyzeit.

Derby, das heißt immer auch ausverkaufte oder zumindest überdurchschnittlich gut gefüllte Hallen. Derby, das heißt immer auch eng umkämpfte Spiele. Niemand schenkt niemandem etwas. Das alles wird garantiert auch an diesem Freitag wieder geboten. Nur einen wesentlichen Unterschied gibt es diesmal: Der Sieger steht zumindest zu 99 Prozent schon vorher fest. „Die Saale Bulls sind im Moment einfach nicht unsere Hausnummer. Wir sind noch in der Findungsphase“, sagt selbst André Krüll, der Geschäftsführer der Icefighters.

Und Krüll erklärt auch, warum Leipzig diesmal ausschließlich in der Rolle des sportlichen Underdogs antritt. „Wir haben länger, viel länger als geplant nach einer geeigneten Spielstätte in oder in der Nähe von Leipzig gesucht. Das hat uns auch in der sportlichen Vorbereitung auf die neue Saison in Zeitnot gebracht.“

Die aktuelle Tabelle belegt das eindeutig. Die Saale Bulls sind ungeschlagen mit elf Punkten aus vier Spielen schon wieder klarer Tabellenführer. Leipzig ist Siebter mit drei Punkten aus drei Spielen und zwei schon schmerzlichen Heim-Niederlagen gegen Chemnitz (3:4) und Jonsdorf (1:5). Zu Hause klemmt also der Schuh. In der neuen Spielstätte, der dicolor-Arena in Taucha.

Taucha, die Kleinstadt mit knapp 15 000 Einwohnern, die direkt an das Stadtgebiet von Leipzig grenzt, ist also die Heimat der Icefighters, die im Frühjahr aus ihrer Halle auf dem alten Messegelände ausziehen mussten. „Wir haben uns intensiv nach einem geeigneten Standort umgesehen. In Leipzig gibt es definitiv keine andere Halle, deshalb bin ich auf Taucha gekommen“, sagt Krüll. Entdeckt hat er dort das Gelände eines ehemaligen Schrotthandels. Innerhalb von drei Wochen ist dort tatsächlich ein Umfeld entstanden, das viel mit Eishockey zu tun hat, auch wenn das ganze nur in einer Zelthalle stattfindet. Immerhin 1 250 Zuschauer kamen zum letzten Heimspiel. „Wir sind den Fans dankbar, dass sie weiter zu uns halten. Wir sind ihnen auch dankbar, dass sie bei vielen Bauarbeiten in den letzten Wochen tatkräftig mitgeholfen haben. Und vielleicht gewinnen wir ja in unserem neuen Einzugsgebiet auch neue Fans hinzu“, so Krüll.

Durch die Hauruck-Aktion hat allerdings die sportliche Vorbereitung gelitten. Das erste Kennenlernen der Mannschaft fand in Chemnitz statt, auch jetzt sind die Reihen noch längst nicht eingespielt. Klarer Vorteil also für die Saale Bulls.

Der neue Standort bringt die Icefighters Leipzig aber auch finanziell in Bedrängnis. 50 000 Euro hat allein der Umzug nach Taucha gekostet. Für Gewerbefläche, Zelthalle, Container und Tribünen sind Mietkosten von rund 150 000 Euro notwendig. Krüll hat in den letzten beiden Jahren durch sein seriöses Arbeiten den Ruf des sich zuvor immer am Rande der Insolvenz befindlichen Eishockeysports in Leipzig aufpoliert. Jetzt ist Krüll aber vorsichtig genug, um zu warnen: Es könnte finanziell eng werden in dieser Saison. „Wir müssen auch sehen, wie viele Zuschauer kommen, wenn wir noch ein paar Spiele verlieren.“

Am Freitag werden etwa 200 bis 300 Fans aus Leipzig mit einem Autocorso zum Derby nach Halle kommen. Ein Spiel, das trotz aller scheinbar schon im Vorfeld geklärten sportlichen Vorzeichen, genügend Diskussionsstoff bereithält. Schließlich sind in Leipzig jede Menge Spieler, die einst das Trikot der Saale Bulls getragen haben: Torwart Erik Reukauf, Jedrzej Kasperczyk und vor allem Florian Eichelkraut. Der hatte im Sommer so lange mit den Vereinsbossen der Saale Bulls um einen neuen Vertrag gepokert, bis Präsident Daniel Mischner schließlich den schon unterschriftsbereiten neuen Vertrag zurückzog. Man darf gespannt sein, wie die Fans der Saale Bulls am Freitag den verlorenen Sohn Florian Eichelkraut im Leipziger Trikot begrüßen werden.

Um 19.30 Uhr beginnt am Mittwoch das Fan-Forum der Saale Bulls im Penalty. Auch einige Spieler sind dabei.

Quelle


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