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mz-web.de: Die Saale Bulls in ihrer ersten Sinnkrise

 

Das Bild sprach Bände. Die Saale Bulls hatten am Sonntagabend eines ihrer besten Spiele überhaupt abgeliefert und trotzdem gegen Frankfurt verloren. Spieler und Trainer schlichen mit hängenden Köpfen vom Eis, kaum empfänglich für tröstende Worte. Zum dritten Mal in Folge hatte das Team das hoch gesteckte Ziel Aufstieg in die zweite Bundesliga verfehlt. Nach einer neun Jahre anhaltenden ständigen Erfolgsgeschichte ist der Verein nun in der ersten tiefen Sinnkrise. Nur wenige Minuten nach dem Spiel kündigte Präsident Daniel Mischner an, unverzüglich die Weichen für die Zukunft zu stellen. Die Mitteldeutsche Zeitung versucht eine erste Analyse zur sportlichen Situation.

Ost-Oberliga: Ohne eine seit langem überfällige Liga-Reform gibt es zur Oberliga keine vernünftige Alternative. Die Saale Bulls wurden in dieser Saison mit 19 Punkten Vorsprung Meister, die Spannung blieb dabei zwangsläufig auf der Strecke. Eine wirkliche sportliche Herausforderung waren lediglich die Derbys gegen Leipzig, mit Abstrichen noch die Spiele gegen Fass Berlin. Die Hoffnung, dass aus Erfurt und Chemnitz – Städten mit einer langen Eissporttradition – ernstzunehmende Konkurrenz kommt, ist eher vage.

Kaderplanung: Die Saale Bulls hatten in dieser Saison den besten Kader ihrer Vereinsgeschichte. Der war für die Oberliga zu stark, in der Aufstiegsrunde gegen Frankfurt und Bad Nauheim dann aber doch zu unausgeglichen besetzt. Die einzige Alternative, um aus diesem Dilemma herauszukommen: hochkarätige und notfalls auch teurere Spieler erst zum Ende der Transferperiode zu verpflichten. Das Problem daran: Zu diesem Zeitpunkt ist der Markt leer gefegt, eine Verpflichtung ausländischer Spieler meist Glückssache. Erinnert sei an die Saison 2011/12, als zunächst der hochgelobte Jan Besser nach nur einer Handvoll Spielen wieder heimgeschickt wurde, danach Ivan Kolozvary alle Erwartungen übertraf.

Kooperationsvertrag: Ausbaufähig ist der seit zwei Spielzeiten bestehende Kooperationsvertrag mit dem DEL-Team der Hannover Scorpions. Schon fast zur Tradition geworden sind Testspiele zum Saisonbeginn. Ursprünglich sollten aber auch Talente nach Halle geschickt werden, um hier Spielpraxis zu bekommen. Im ersten Jahr kam an nennenswerter Verstärkung nur Torwart Lukas Steinhauer, dieses Jahr gar niemand. Hier stecken Reserven, um den Kader für die Aufstiegsrunden sinnvoll zu verstärken. Auch Trainingseinheiten mit DEL-Spielern in Hannover könnten weiterhelfen.

Zuschauer: In der Oberliga-Runde hatten die Saale Bulls mit einem Schnitt von 1 598 Zuschauern sogar ein leichtes Plus gegenüber dem Vorjahr. Richtig wehtat jedoch der Besuch in den Aufstiegsspielen mit 1 387 gegen Bad Nauheim und 1 421 am Sonntag gegen Frankfurt. Der bis heute nicht beigelegte Streit der drei konkurrierenden deutschen Eishockey-Dachverbände, ob es denn am Ende überhaupt einen Aufsteiger in die zweite Liga gibt, hat den Saale Bulls mindestens 2 000 Besucher pro Partie gekostet.

Volksbank-Arena: Spannend und im Ausgang völlig offen bleibt die künftige Nutzung der Volksbank-Arena. Die Verhandlungen mit der Stadt Halle über die ausufernden Betriebskosten stocken. Das hat verheerende Auswirkungen, weil der Verein nicht planen kann, wie hoch dafür die Kosten sind und wie hoch damit der Spieleretat für die kommende Saison belastet wird.


    November 2017
MDMDFSS
   1 2 3 Füchse Duisburg - Saale Bulls 4 5 Saale Bulls - Hannover Indians
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 Saale Bulls - EHC Timmendorfer Strand 06 18 19 Rostock Piranhas - Saale Bulls
20 21 22 23 24 Saale Bulls - EC Harzer Falken 25 26 Tilburg Trappers - Saale Bulls
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