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mz-web.de: Die Show des Martin Miklik

HALLE (SAALE)/MZ. Marc Beyer hat ein bisschen Angst. Angst, dass ein wichtiger Teil seiner Arbeit als Hallensprecher in der Volksbank-Arena demnächst überflüssig wird. Torschützen für die Saale Bulls muss er künftig eigentlich nicht mehr ansagen, weil es immer wieder derselbe ist: der Sturm-Veteran mit der Rücken-Nummer 22, Martin Miklik. Zumindest die wichtigen Tore gingen am Freitagabend beim 4:2-Heimsieg gegen die Black Dragons aus Erfurt auf das Konto des 40-Jährigen. Nach dem zeitigen 0:1-Rückstand schon nach fünf Minuten sorgte er im Alleingang für die 3:1-Führung zur ersten Pause. Mit aller Routine, aber auch mit aller Ausgebufftheit.

Zur Erinnerung: Martin Miklik hatte wegen seines Achillessehnenanrisses fast anderthalb Jahre kein Eishockey gespielt und steht erst seit sechs Wochen wieder auf dem Eis. „Es ist unglaublich, was er schon wieder leistet. Ich jedenfalls kenne keinen anderen Spieler, der so schnell wieder zu seiner alten Form findet“, zog auch Halles Co-Trainer Uwe „Schlappi“ Liebetrau ganz tief den Hut vor Miklik.

Dabei lief tatsächlich nicht alles nach Wunsch am Freitagabend. Es war sogar „ein zähes Stück Arbeit“, wie Trainer Jiri Otoupalik feststellen musste. In der fünften Minute also schon Erfurts Führung durch Christian Grosch, zu einer Zeit, als die Saale Bulls in Unterzahl waren.

Dann hat es tatsächlich neun Minuten gedauert bis zum ersten großen Auftritt von Miklik. Neun lange Minuten, in denen die Saale Bulls ungewohnt viele Fehler im Spielaufbau machten, in denen die ersten Anzeichen von Hektik aufkamen. Eric Wunderlich und Kai Schmitz versuchten es immer wieder mit Distanzschüssen von der blauen Linie, fanden aber im überragenden Erfurter Torwart Martin Otte ihren Meister. Dann die 14. Minute. Miklik schießt, der Puck kullert auf der Linie des Erfurter Tores entlang, der Schiedsrichter entscheidet zunächst: kein Tor. Dann protestiert Miklik so lange und so heftig, bis der Schiedsrichter seine Entscheidung zurücknimmt. Eine Situation, die wohl nur Miklik mit seiner Erfahrung lösen konnte, ein 18-Jähriger hätte sich alles Reklamieren erspart.

Danach hatte Miklik zwei Mal leichtes Spiel in Überzahlsituationen. Erst fünf gegen drei, dann fünf gegen vier. Zwei Mal nahm er perfekte Vorlagen von Daniel Sevo auf, zwei Mal vollstreckte er eiskalt. Und führte danach Freudentänze auf dem Eis auf, die fast Ritual sind. Erst mal kurz orientieren, wo seine Lebensgefährtin Katrin im Fanblock steht, und dann in ihre Richtung die Hände hochreißen.

Mit Mikliks großen Auftritten war die Partie eigentlich schon entschieden. „Er hat schon fast wieder die Torjägerqualitäten wie vor seiner Verletzung“, so noch einmal Liebetrau. Und ein Riesenlob gab es auch von Marcel Weise, der lange das Saale Bulls-Trikot getragen hat und nun sein Geld in Erfurt verdient: „Das kann eben nur ein Spieler mit einer unendlichen Routine. So kenne ich ihn aus meiner Zeit in Halle. Hochachtung“

Nach dem 3:1 ließen es die Saale Bulls ruhiger angehen. Im zweiten Drittel passierte lange nichts. Bis zur 38. Minute. Da nahm Robin Slanina Maß, versenkte den Puck halbhoch im Tor der Erfurter. Im letzten Drittel machten es sich die Saale Bulls dann sogar wieder unnötig schwer, ließen die Erfurter kommen und machten wieder die schon im ersten Drittel sichtbaren Fehler im Spielaufbau. In der 50.Minute der erste Warnschuss, Erfurt traf den Pfosten und in der 56. Minute fiel dann noch ein zweites Gegentor durch Martin Vojcak. „Zum Glück haben die kein drittes Tor mehr geschossen, dann wäre es noch einmal richtig eng geworden“, atmete Liebetrau nach dem Schlusspfiff kräftig durch. Und Miklik freute sich, drehte seine Ehrenrunden mit der Mannschaft. Natürlich wurde er auch zum Spieler des Tages gewählt. „Alles ist gut. Es wird von Spiel zu Spiel besser“, freute sich der Sturm-Veteran.

Selbst drei Erfurter Spieler können Halles Martin Miklik (Nr. 22)
nicht am Torschuss hindern. (FOTO: RÖHRIG)

Quelle 


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