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mz-web.de: Eishockey bei den Saalebulls – Der verlorene Sohn Kai Schmitz kehrt heim

Die Saale Bulls beenden am Samstag die Oberliga-Saison gegen den EHC Neuwied. In deren Reihen steht mit Kai Schmitz eine hallesche Vereins-Ikone.

Halle (Saale). Kai Schmitz hat am Montag den Frühling eingeläutet. Der Eishockey-Verteidiger nutzte das gute Wetter, um seiner großen Leidenschaft, dem Motorrad-Fahren, nachzugehen. Also nahm er sich seine Harley und fuhr stundenlang umher – durch das Bergische Land östlich von Köln, wo er inzwischen lebt.

Am Samstag wird Schmitz das Gefährt freilich ändern. Mit seinem Team, dem EHC Neuwied, reist er dann per Bahn nach Halle. Knapp 500 Fans werden in dem Sonderzug mit an Bord sein. Doch für keinen der Reisenden dürfte die Fahrt derart emotional werden wie für den 29-Jährigen.

„Für mich ist dieses Spiel gegen die Saale Bulls der Höhepunkt der Saison, vielleicht sogar das größte Highlight meiner ganzen Karriere“, sagt Schmitz. „Ich fühle mich total wohl in Neuwied, aber Halle ist in all den Jahren meine Heimat geworden. Und irgendwann, egal ob noch einmal als Spieler oder nach der Karriere, werde ich zurückkommen.“

Kai Schmitz, das darf man ohne Wimpernzucken sagen, ist eine Ikone in Halles Eishockey. 307 Spiele hat er für die Saale Bulls gemacht, häufte den bis heute unübertroffenen Rekord von 1 080 Strafminuten an. Von den Fans wird er noch immer verehrt und – so bizarr das klingt – liebevoll mit dem Spitznamen „Hooligan“ bedacht.

Auf Spurensuche

Wer sich auf Spurensuche macht, warum Schmitz derart populär in Halle ist, wird einen Grund in seiner Offenheit und Ehrlichkeit finden. Der moderne, oft künstlich auf Hochglanz polierte Sport lässt für Typen wie ihn, Typen mit klarer Meinung oft genug keinen Raum mehr. Und eine solche klare Meinung hatte Schmitz auch, als er vor Jahresfrist die Entscheidung traf, die Saale Bulls – obwohl mit einem Dreijahresvertrag ausgestattet – zu verlassen.

Sein Vater, „mein größter Förderer“, wie er sagt, war schwer erkrankt. Schmitz wollte in seiner Nähe in Köln sein. „Der Wechsel nach Neuwied war in dem Moment erst einmal nur dazu gedacht, mich fitzuhalten, um dann nach Halle zurückzukehren.“

Doch es kam ein bisschen anders. In Neuwied kam Kai Schmitz von Anfang an klar. „Der Verein ist klasse, wir haben tolle Fans, die Hütte ist immer voll – und ich bin auch hier auf dem Weg, eine Art Publikumsliebling zu werden.“ Klingt ein bisschen nach einem zweiten Halle, auch wenn er erst ein Jahr im Verein spielt. Inzwischen hat Kai Schmitz seinen Vertrag um zwei Jahre verlängert, obwohl es andere Angebote gab. „Aus der Oberliga, aber auch aus der DEL2“, wie Schmitz sagt.

Saale Bulls gegen Neuwied

Was also wird das für ein Spiel am Samstag, wenn die Saale Bulls gegen den EHC Neuwied antreten?

Eines, in dem die Fans ihre Sympathien teilen werden. Aber vor allem eines, in dem in Kai Schmitz zwei Herzen in der Brust schlagen werden. „Ganz ehrlich“, sagt er, „es wird richtig komisch, als Gegner nach Halle zu kommen. Und ich bin sogar ein bisschen froh, dass es für kein Team mehr um den Einzug in die Playoffs geht, dass du nicht darauf angewiesen bist, jeden Check bis ins Extreme zu fahren.“

Denn es wären Horrorszenarien für ihn, einen seiner alten Teamkollegen aus Versehen zu verletzten oder gar mit einem in eine Prügelei zu gehen. „Natürlich ist es ein offizielles Ligaspiel, aber dank der Konstellation hat die Partie eher den Charakter eines Freundschaftsspiels.“

Für ihn sowieso. Denn die Saale Bulls und Kai Schmitz sind so etwas wie Freunde fürs Leben. Egal, welches Trikot er am Samstag tragen wird. Und deshalb hat er dem Spiel für sich selbst ein Motto gegeben: „Es ist ein bisschen wie: Der verlorene Sohn kehrt heim.“ (mz, 13.03.2015)


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