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mz-web.de: Eishockey in Halle – Gute Stimmung bei Saale Bulls

Bei den Saale Bulls herrscht ausnehmend gute Stimmung im Team. Der Trainer Ken Latta hält das vor allem für ein Verdienst seines Kapitäns Troy Bigam. Latta hatte gute Gründe ausgerechnet ihn zum Kapitän zu ernennen.

Yannick Mund hat es böse erwischt. Und die Folgen, die der Eishockey-Verteidiger davongetragen hat, werden noch einige Wochen zu sehen sein. Am Dienstagabend hatte sich das Team der Saale Bulls zum Bowling-Abend getroffen. Und Augenzeugen berichteten von einem erbitterten Duell zwischen Mund und Stürmer Chris Gard. Es ging um den letzten Platz. Der Verteidiger verlor – und muss nun die Konsequenzen tragen.

„Wir haben in der Mannschaft ein kleines Spielchen“, erzählt Kapitän Troy Bigam. „Jeden Monat machen wir irgendeinen Wettbewerb. Und wer verliert, der muss den ganzen Monat lang einen Schnauzbart wachsen lassen. Im November war es Michal Schön. Für den Dezember war der Wettbewerb das Bowling – und jetzt hat es Yannick Mund erwischt.“

Niemand soll Lachnummer sein

Die Schnauzbart-Geschichte ist in mehrerlei Hinsicht bemerkenswert. Dass sich jeder im Team zu diesem Spaß bekennt, ist zum einen Ausdruck einer hervorragenden Stimmung bei den Saale Bulls. Zum anderen ist sie Beleg für die Art, in der Troy Bigam sein Amt als Mannschaftskapitän versteht. „Es war meine Idee, die Sache mit den Schnauzbärten zu machen“, erzählt der Deutsch-Kanadier. „Aber vorher habe ich in der Mannschaft gefragt, was die anderen davon halten. Mir war ganz wichtig, dass sich da keiner zur Lachnummer gemacht fühlt, wenn er dann einen Monat so rumlaufen muss.“

Der Teamgeist, die gute Stimmung untereinander fällt nicht nur den Spielern selbst auf. „Ich glaube, wir haben da eine richtig gute Truppe zusammen“, sagt auch Präsident Daniel Mischner. Wohl wissend, dass in den letzten Jahren immer mal wieder ein Bruch durch die Mannschaften ging. Außerhalb des Trainings gab es da wenig Kontakt zwischen deutschen und kanadischen Spielern auf der einen, und der tschechischen Fraktion auf der anderen Seite.

Jeder macht Sonderschichten

Auch Kapitän Bigam macht eine veränderte Mentalität aus. Am Ende jedes Trainings, wenn Trainer Ken Latta seine Team-Einheit beendet hat, stehen individuelle Programme an. Jeder Spieler, erklärt Bigam, könne dann selbst entscheiden, ob er noch ein wenig an persönlichen Schwächen feilt. „Vorige Saison sind viele gleich gegangen“, erzählt der Kapitän. „Das ist jetzt anders. Jeder bleibt auf dem Eis, macht noch ein paar Schüsse oder witzelt manchmal auch einfach nur rum. Das sagt sehr viel aus über den Charakter des Teams.“

Auch Trainer Latta, der in der ersten Saison die Saale Bulls betreut, pflichtet dem bei. „Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie die Stimmung in der letzten Saison war“, sagt er, „aber ich kann sagen, dass es keine Grüppchenbildung innerhalb der Mannschaft gibt.“ Und dann fügt er einen vielsagenden Satz an: „Und das liegt an Troy. Er vermeidet durch seine Art Cliquenbildung.“

Kapitän und Alterspräsident

Latta hatte gute Gründe, Troy Bigam zum Kapitän zu ernennen. „Er spricht fließend Deutsch und Englisch, redet mit allen seinen Kollegen und ist sowieso einer der Wortführer in der Kabine.“

Bigam selbst mag derartige Lobhudeleien nicht. „Ich glaube nicht, dass es wichtig ist, ob du einen Buchstaben auf dem Trikot hast oder nicht“, sagt er mit Blick auf die aufgedruckten Lettern „C“ für den Kapitän und „A“ für die beiden Assistenzkapitäne. Er definiert seine Rolle so: „Leading and following.“ Wörtlich heißt das: „Führen und folgen.“ Frei übersetzt nichts anderes als: Mit gutem Beispiel vorangehen.

Und das tut Troy Bigam. Denn seine Führungsrolle erklärt sich aus seiner Vita. Vorige Woche hat er seinen 39. Geburtstag gefeiert, er ist der Alterspräsident der Bullen. Was nichts daran ändert, dass er auch einer ihrer Leistungsträger ist. Bigam kommt in Liga und Pokal in zwölf Spielen auf acht Saisontore und sechs Vorbereitungen – das ist der viertbeste Wert im Team.

Und eine Zahl sagt besonders viel über seine Einstellung zum Sport aus: Seitdem er nach Halle kam, hat er in allen 168 Spielen auf dem Eis gestanden. Noch nie hat ein Aktiver so viele Partien am Stück für den Verein bestritten. Und das, obwohl der Oldie Ende der vergangenen Saison mit erheblichen Rückenschmerzen zu kämpfen hatte.

Seit einigen Wochen spielt Troy Bigam wieder in der ersten Reihe neben Matt Abercrombie und Matthias Schubert. Es ist eine Konstellation, die man als ein bisschen symbolisch betrachten kann: Abercrombie, der neue Kanadier, der noch kaum Deutsch spricht – Schubert, der alteingesessene Deutsche, der freilich sehr gut Englisch spricht. Und in der Mitte Troy Bigam – der Deutsch-Kanadier, der alle Nationalitäten verbindet.


    November 2017
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