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mz-web.de: Eishockey-Leistungstest der Saale Bulls – Wer hat den härtesten Schlagschuss?

Vor den Pokalfinals gegen die Icefighters Leipzig ruft Saale Bulls-Trainer Ken Latta die Spieler des Mitteldeutschen Eishockey Clubs zur Leistungsüberprüfung. Dabei gab es zum Teil überraschende Ergebnisse.

Halle (Saale). Da saß Robin Sochan auf dem Fußboden. Der Verteidiger der Saale Bulls hatte sich nach getaner Arbeit in den Kraftraum des Eisdoms zurückgezogen. In der Hand hielt er ein Din-A-4-Blatt mit fürchterlich vielen Feldern und noch viel mehr kleinen, handschriftlich notierten Zahlen. Doch Sochan wusste genau, was all diese Werte zu bedeuten hatten. Also grinste er zufrieden und meinte: „Gar nicht schlecht für einen alten Mann.“

Die Saale Bulls haben am Mittwoch eine wissenschaftliche Leistungsüberprüfung durchgeführt. Zum ersten Mal überhaupt. Jeder Spieler musste einen dreistufigen Test absolvieren, den Trainer Ken Latta gemeinsam mit Rene Schwesig von der Uniklinik entwickelt hat. Und tatsächlich war eines der Ergebnisse, dass Sochan, der im Juni 38 Jahre alt wird und der zweiälteste Spieler der Bullen ist, Bestwerte zu bieten hat.

Die Saale Bulls beenden heute und morgen die Saison mit den beiden Pokalfinals gegen die Icefighters Leipzig. Es war also ein ungewöhnlicher Zeitpunkt für eine solche Überprüfung. Doch für Trainer Latta war es ein wichtiger Testlauf: „Wir wollen in der nächsten Saison dreimal so einen Check machen.“ Also wollte er nun schon einmal Daten erheben. „Du brauchst ja Vergleichswerte. Es geht darum, für jeden Spieler zu sehen, wo er Stärken und Schwächen hat, damit wir das Training darauf noch gezielter abstimmen können.“

Getestet wurden vier Dinge: Die Schnelligkeit – mit Puck und ohne Puck, vorwärts und rückwärts. Die Beweglichkeit – bei schnellen Richtungswechseln, abruptem Abstoppen oder Wechseln von Vorwärts- und Rückwärtslaufen. Die Schusshärte. Und schließlich mit Hilfe eines Laktatwertes die Ausdauer. „Jede einzelne Übung dauerte rund 45 Sekunden“, erläuterte Trainer Latta, „wir orientieren uns damit daran, wie lange ein Spieler in der Regel am Stück auf dem Eis ist.“

Die MZ durfte unmittelbar nach dem Ende einen Blick auf die Auswertung werfen. Und die brachte sowohl Überraschendes als auch Erwartbares. Ziemlich offensichtlich war, dass beim Thema Rückwärtslaufen und beim Schlagschuss die Bestwerte bei Verteidigern lagen. Beides sind typische Disziplinen der Abwehrspieler. Dass aber ausgerechnet der älteste Verteidiger Sochan der König der Rückwärtsläufer ist, war hingegen nicht zu erwarten.

Eric Wunderlich legte den härtesten Schlagschuss von 124 km/h hin. „Das überrascht mich nicht“, meinte Sochan, „wir wissen, dass er einen richtig guten Schuss hat.“ Allerdings lag Wunderlich nur 0,7 km/h über dem Wert des besten Stürmers: Philipp Gunkel.

In einem Fall ermittelte das Team von Rene Schwesig übrigens einen richtig kuriosen Wert: Michal Schön kam beim Handgelenkschuss auf den Bestwert von 113,3 km/h. Kurios deshalb, weil er diesen Wert bei seinem Schlagschuss nicht erreichte. Im Fußball ließe sich das ungefähr so vergleichen: Der Mann schießt mit der Innenseite härter als mit dem Vollspann.

Übrigens: Auch die Torhüter mussten den Test absolvieren – in voller Montur. (mz, 19.03.2015)


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