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mz-web.de: Eishockey-Oberliga Warum sich die Saale Bulls selbst im Weg stehen

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Im Training der Saale Bulls gibt es ab und zu ein launiges Spielchen, das auf den wenig schmeichelhaften Namen „Arschloch der Woche“ hört. Dabei geht es darum, dass jeder Spieler Penaltys schießt. Trifft er – alles gut. Trifft er nicht, stellt er sich hinten wieder an. Bis alle getroffen haben.

Am Sonntagabend, nach dem mühsamen 3:1-Sieg seiner Saale Bulls gegen die Crocodiles Hamburg, fühlte sich Trainer Dave Rich an das Spielchen erinnert. Wenn auch in Form von Galgenhumor. „Arschloch der Woche? Das können wir gar nicht mehr spielen im Training“, unkte der Coach, „so viel Eiszeit haben wir gar nicht, dass wir da mal fertig würden.“

Haben die Saale Bulls ein Kopfproblem?

Dave Rich hat diese Gabe, selbst solch bittere Ironie in einen freundlichen Tonfall zu verpacken. Doch der Sarkasmus hatte sehr wohl einen ernsten Grund. Seine Spieler hatten gegen ein nominell überaus dünn aufgestelltes Hamburger Team gleich drei Chancen versemmelt, bei denen der Schütze völlig frei vor dem Torwart auftauchte. Zweimal war es Nathan Robinson, einmal Philipp Gunkel.

Rich machte ein Kopfproblem aus: „Ich habe das den Jungs vorher nicht gesagt: Aber als ich die Hamburger Aufstellung gesehen habe, dachte ich, dass es ein leichtes Spiel würde.“ Doch genau deshalb hätten seine Spieler die Partie vielleicht auf die leichte Schulter genommen.

Saale Bulls: Viele Tore in Unterzahl

Dass es trotzdem nach 0:1-Rückstand zu einem Sieg reichte, war das einzige, was Dave Rich versöhnen konnte. „Wir haben die drei Punkte, damit bin ich zufrieden“, sagte er. Doch er sieht eben auch: Weil selbst die vermeintlich leichten Tore nicht fallen, machen es sich die Saale Bulls in jedem Spiel schwerer als nötig.

Es passte ja ins Bild, dass – wenn es auf die leichte Tour nicht geht – es der schwere Treffer war, der das Team in Front brachte. Das „Game-Winning-Goal“ gegen die Crocodiles, also jener Treffer, der am Ende zum Sieg gereicht hätte, fiel in eigener Unterzahl. Nathan Robinson traf nach brillanter Einzelaktion.

Es ist eine irre Statistik: Die Bulls haben in dieser Saison schon fünf solcher „Shorthander“ erzielt. Aber: Das Team hatte auch schon drei Penaltys. Bei den Strafschüssen läuft ein Spieler allein auf den Torwart zu. Aber: Alle drei blieben ohne Torerfolg.

Schweres Restprogramm für die Saale Bulls

Der Sieg war freilich von überaus großer Bedeutung. Am Freitag hatten die Bulls im direkten Duell den siebten Platz, der zu direkten Playoff-Teilnahme berechtigt, an den Herner EV abgeben müssen. Mit dem Erfolg gegen die Crocodiles und der gleichzeitigen Herner Niederlage in Duisburg kletterten die Hallenser auf Rang sieben zurück.

Allein: Das Restprogramm spricht nicht unbedingt für die Bulls. Die treffen noch zweimal auf den Tabellenzweiten Leipzig und einmal auf den Fünften Essen. Herne bekommt es zweimal mit Preußen Berlin (11.) und einmal mit Spitzenreiter Tilburg zu tun. (mz, 19.12.2017)

 


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