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mz-web.de: Eishockey – So erlebt Jörg Wartenberg den Wechsel zu den Saale Bulls

 

Von Christian Elsaesser:
Jörg Wartenberg ist ein Leistungsträger in der Defensive der Saale Bulls. Für ihn war der Wechsel dennoch ein Wagnis. Vor allem privat, denn seine ganze Familie lebt in Weißwasser.

Halle (Saale). Zum Feiern war dann auch der größte Fan dabei. Als die Saale Bulls vor knapp zwei Wochen ihr Heimspiel gegen die Black Dragons Erfurt gewonnen hatten, sah man Jörg Wartenberg danach in ständiger Begleitung. Die Ehrenrunde vor dem Fanblock, den Weg in die Kabine oder die Runde im Vip-Bereich absolvierte der Verteidiger mit Sohn Marc Jake. Wechselweise auf dem Arm oder an der Hand.
Jörg Wartenberg spielt seit Saisonbeginn für die Hallenser in der Eishockey Oberliga Nord. Er ist einer der Erfahrenen, mit denen die Saale Bulls ihre Defensive verstärkt haben. Und somit einer der Schlüsseltransfers des Vereins, der den Anspruch hat, den Sprung in die zweite Liga zu schaffen und das am Sonntag im Prestigederby gegen Leipzig untermauern will.
Für Jörg Wartenberg war der Wechsel dennoch ein Wagnis. Es ist ein Spagat für ihn. Vor allem privat. Die ganze Familie, seine Freundin und sein Sohn, seine Eltern und Schwiegereltern wohnen in Weißwasser. Dort ist Wartenberg junior schon in der Laufgruppe des Eishockey-Nachwuchses aktiv. Für Vierjährige sind Väter nun einmal die ersten Helden des Lebens, denen es nachzueifern gilt.
Kein Wunder also, dass die räumliche Trennung alles andere als leicht ist für die Familie. „Es gab schon Sätze von meinem Sohn wie: ,Warum spielst du nicht mehr in Weißwasser?’ Das ist nicht immer einfach für ihn“, erzählt Wartenberg. „Aber wir haben die Entscheidung getroffen, um ihn nicht aus seinem Umfeld zu reißen.“
Schwere Verletzung
Denn die Chance, die sich für Jörg Wartenberg in Halle eröffnet hat, wollte er gern ergreifen. Seine Karriere marschiert so langsam auf der Zielgeraden. 34 Jahre ist er alt, hat mit ein paar Unterbrechungen seit 14 Jahren immer zweite Liga gespielt. Eine Belastung, die der Körper merkt. Sechs Monate musste er schon einmal pausieren wegen eines Muskelabrisses im Oberschenkel. Auch die Knie sind mitgenommen. Trotzdem ist Wartenberg in einem Team mit hohen Ansprüchen ein Leistungsträger.
„Ich bin heute sicher nicht mehr der schnellste Verteidiger“, sagt Wartenberg über sich selbst. „Ich muss das eben auf anderem Weg kompensieren.“ Auf dem Eis mit cleverem Stellungsspiel und guten Laufwegen. Und neben dem Eis mit viel Prävention. Zweimal die Woche steht Massage an. „Vor allem aber spiele ich immer mit einer Thermohose, um die Adduktoren zu schützen.“ Dadurch bleibt der Oberschenkel- und Hüftbereich ein paar Grad wärmer als unter der normalen Ausrüstung.
Die Abwehr um Jörg Wartenberg ist das Paradestück der Saale Bulls in der laufenden Saison. Vor dem Prestigederby am Sonntag gegen die Icefighters Leipzig haben die Hallenser die zweitbeste Defensive der Liga. Und Trainer Ken Latta adelte zuletzt die Reihe mit Wartenberg und Eric Wunderlich als formstärkste Defensiv-Formation. Egal, dass die beiden die zweite Reihe bilden.
Nun kommt also Leipzig zum zweiten Mal in dieser Saison als Prüfstein. Kein Spiel ist wichtiger für das hallesche Eishockey. Und kein Spiel könnte besser geeignet sein, sich mit den Fans ein wenig zu versöhnen nach zuletzt enttäuschenden Leistungen. „Dieses Spiel hat enormes Prestige“, weiß Wartenberg, „wenn wir das gewinnen, ist erst mal alles wieder okay. Wenn wir das gewinnen, dann ist wieder ein Hype um das Team da.“
Aufstiegsziel ist auch Bürde
Und vielleicht fällt dann auch ein wenig Last ab. Denn eines hat Jörg Wartenberg gemerkt. Die hohen Ansprüche, der Zweijahres-Plan des Vereins zum Aufstieg ist auch eine Bürde. „Ich habe schon den Eindruck, dass dieses Ziel auf die Schultern drückt“, sagt er. Und vielleicht erklärt sich so auch, warum die sehr erfahrene Abwehr eine gute Bilanz aufweist, der eher junge Angriff aber weniger erfolgreich ist. 4,2 Tore im Schnitt, das sind fast zwei weniger pro Spiel als die Top-Torschützen aus Leipzig, die es auf 6,1 Treffer bringen.
Jörg Wartenberg sieht das mit seiner Erfahrung dennoch locker. „Wenn wir keine Tore machen, werden wir oft unsicher und hektisch“, erklärt er. „Wir müssen einfach nur lernen, geduldig zu sein. Es reicht auch, eine Minute vor Schluss das Siegtor zu machen.“ Oder 14 Sekunden vor Ende. So wie die Icefighters Leipzig bei ihrem Sieg im November in Halle. (mz, 11.12.2015)


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