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mz-web.de: Eishockey – Stürmender Nachhilfelehrer bei den Saale Bulls

Daniel Lupzig ist einer der emotionalsten Spieler beim Oberliga-Spitzenreiter Saale Bulls. Abseits des Eises zeigt der Angreifer aber ein ganz anderes Gesicht.

Halle (Saale).  Daniel Lupzig ist die Zeit ein bisschen davongelaufen. Der Eishockey-Stürmer der Saale Bulls spielt in seiner Freizeit gern Gitarre. Und irgendwann vor einer ganzen Weile hatte er aus einer Laune heraus mal versprochen, seinem Teamkollegen Alexander Zille zum 30. Geburtstag ein Ständchen zu spielen.

Dazu gekommen ist es bis heute nicht. Und Lupzig muss lachen, wenn er davon erzählt. Denn das Gitarrespielen ist dann doch eher dem kleinen, privaten Kreis vorbehalten. Und doch erzählt allein das Interesse für das Musikmachen ein wenig über den Stürmer, der heute im Heimspiel gegen Tornado Niesky zum 100. Mal in einem Pflichtspiel für die Saale Bulls auf dem Eis stehen wird.

Jeden Tag Schüler

Für Daniel Lupzig ist der Sport tatsächlich nur ein Baustein, er hat viele Interessen. Und durchaus überraschende dazu. „Ich gebe in meiner Freizeit viel Nachhilfe für Kinder“, erzählt der 25-Jährige. Meistens in Englisch, je nach Bedarf aber auch in anderen Fächern wie Mathematik. Acht, neun, manchmal noch mehr Schüler betreut Lupzig. Im Prinzip unterrichtet er jeden Tag. „Manche Kinder sind richtig smart – da geht es dann eher ums gemeinsame Hausaufgaben machen.“ Aber auch lernschwache Kinder sind unter seinen Schützlingen. „Ganz oft“, erzählt Daniel Lupzig, „bin ich nach dem Training der Erste aus der Mannschaft, der weg ist. Einfach, weil es gleich nach dem Duschen zur Nachhilfe geht.“

Es ist eine Tätigkeit, die man von einem Eishockey-Spieler nicht unbedingt erwarten würde. Doch vielleicht ist es genau das, was Daniel Lupzig zu einem so interessanten Charakter macht. Er verbindet Gegensätze. Als Privatperson kommt er sehr ruhig und bedacht daher. Auf dem Eis ist er aber einer der emotionalen Führungsspieler, immer mit großem, manchmal fast übertriebenem Ehrgeiz dabei.

Und der wird ihn auch heute im Spiel gegen Niesky antreiben. Denn wenn man nur die Statistiken sieht, wird in dieser Partie viel von Daniel Lupzig abhängen. Seitdem der Bayer 2012 nach Halle gekommen ist, gab es 13 Spiele gegen Niesky. Elf Mal war Lupzig dabei und erzielte zehn Tore. Andersherum: Zweimal fehlte er. „Einmal war ich am Handgelenk verletzt, ein anderes Mal nach einer Disziplinarstrafe gesperrt.“ Beide Spiele verlor sein Team.

Niesky ist also Daniel Lupzigs Lieblingsgegner. Und emotional wird die Partie noch aus einem anderen Grund. „Als wir vor zwei Wochen in Niesky verloren haben, habe ich einen Schläger ins Gesicht bekommen und mehrere Zähne dabei verloren.“ Dreimal war er seitdem beim Zahnarzt, ein weiteres Mal wird noch folgen. Und was Daniel Lupzig besonders ärgert: „Der Gegner hat noch nicht einmal eine Strafe dafür bekommen.“

Südamerika-Reise geplant

Lupzig selbst ist es dagegen zuletzt umgekehrt gegangen. Bei der Heim-Niederlage gegen die Black Dragons Erfurt Anfang Oktober checkte er kurz vor Schluss einen Gegner. Weil sich der Erfurter verletzte, musste Lupzig vorzeitig duschen. Für sein Team war das der Genickbruch, das Spiel ging in der Verlängerung verloren. Doch mehr noch: „Ich habe später erfahren, dass sich der Erfurter den Trizeps gerissen hat“, erzählt Lupzig. Und so sehr der Check auch Alltag auf dem Eis gewesen sein mag, so sehr wurmt ihn dann doch die Auswirkung. „Dass sich ein Gegner verletzt, ist wirklich das Letzte, was ich will.“

Das ist die andere Seite von Daniel Lupzig. Und da hört man dann auch ein bisschen den Psychologen durch. Er studiert das Fach an der Fernuni Hagen, wenn er nicht gerade auf dem Eis steht oder Nachhilfe gibt, findet man Daniel Lupzig oft in der Fachbibliothek der MLU. Im kommenden Jahr wird er seine Bachelor-Arbeit schreiben. Doch vorher, sobald die Eishockey-Saison vorbei ist, will er noch eine große Reise einstreuen. „Ich werde mit meiner Freundin durch Mittel- und Südamerika touren.“ Dreieinhalb Monate sind geplant, in der kommenden Woche wollen die beiden ihre Flüge buchen.

Dass dann die Gitarre zum Gepäck gehören wird, ist eher unwahrscheinlich. Musikalisch in Übung zu bleiben, wird also schwierig. Aber vielleicht wird es mit dem versprochenen Ständchen zum 30. Geburtstags seines Teamkollegen ja vorher noch was. Alexander Zille hatte nämlich gestern Geburtstag: den 31.

Die Partie beginnt am Freitag um 20 Uhr im Eisdom an der Selkestraße.

(mz, 04.12.2014)

 


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