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mz-web.de: Eishockeyspieler Kai SchmitzKapitän der Saale Bulls löst seinen Vertrag auf

Kai Schmitz (l.) wird den Saale Bulls künftig als harter Verteidiger fehlen. (BILD: RÖHRIG)
VON CHRISTIAN ELSAESSER
Kai Schmitz löst seinen Vertrag bei den Saale Bulls auf. Sein Vater, der früher als Scout des halleschen Oberligisten tätigt war, ist schwer erkrankt. Für die Verantwortlichen der Saale Bulls war die Auflösung des Vertrages deshalb eine Selbstverständlichkeit.

HALLE (SAALE)/MZ. Vor ein paar Tagen hat Kai Schmitz sein Telefonbuch im Handy durchgeblättert. Es war für ihn selbst ein augenöffnender Moment, wie er sagt. „Mir war das noch nie so aufgefallen, aber mit Ausnahme von fünf, sechs Einträgen, die allesamt zur Familie gehören, sind alle Einträge von Leuten aus Halle. Ich habe alle meine Freunde hier.“ Halle, sagt er, sei längst seine Heimat.

Und doch wird der Kapitän des Eishockey-Oberligisten Saale Bulls den Verein und die Stadt verlassen. Mitte voriger Woche hat Kai Schmitz um Auflösung seines Dreijahres-Vertrags gebeten. Grund: Sein Vater ist schwer herzkrank. „Er hat inzwischen fünf Bypässe“, berichtet Schmitz. „Ihm geht es nicht gut, und ich möchte einfach in seiner Nähe sein.“

Man muss wissen: Vater Manfred Schmitz ist nicht irgendjemand. Er war der große Förderer der Karriere seines Sohnes. „Mein Vater hat von klein auf meine Spiele verfolgt. Als ich noch in Köln im Nachwuchs gespielt habe, hat er sogar extra Geschäftsreisen verlegt, um mich spielen sehen zu können“, erzählt Kai Schmitz. „Er ist zum Teil sogar bis nach Bayern dafür gefahren.“ Und auch in Halle war Vater Schmitz ein oft und gern gesehener Gast. „Er hat sogar eine Zeit als Spielerbeobachter für den Verein gearbeitet“, erzählt Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischner.

Begründung absolut glaubhaft

Für die Verantwortlichen der Saale Bulls war die Auflösung des Vertrages deshalb eine Selbstverständlichkeit. „Schon als Kai telefonisch um einen Gesprächstermin gebeten hat, war der Tonfall anders als sonst“, erinnert sich Mischner. „Nicht so heiter, wie wir ihn eigentlich kennen. Da war mir schon klar, dass etwas ist.“ Und dem Kapitän entgegenzukommen, war am Ende ein schnell getroffener Entschluss. „Zugegeben“, sagt Mischner, „es sind schon viele Spieler zu mir gekommen, haben aus privaten Gründen um Vertragsauflösungen gebeten, und du wusstest, dass das ausgedachte Geschichten sind. Aber das war hier völlig anders. Wir kennen Kai seit Jahren, wir kennen seinen Vater – es ist keine Frage, dass die Familie hier vorgeht.“

Und Schmitz selbst ergänzt: „Ich fand es großartig, wie der Verein reagiert hat. Ich musste ja schon letztes Jahr das Trainingslager in Braunlage vorzeitig verlassen, weil mein Vater einen Herzinfarkt hatte. Jeder im Verein weiß, dass es kein vorgeschobener Grund ist und wie schwer mit die Entscheidung gefallen ist.“

Eishockey wird der 29-Jährige dennoch weiter spielen. Die Saale Bulls erteilten ihrem bisherigen Kapitän die Freigabe, sich dem West-Oberligisten EHC Neuwied anschließen zu dürfen. „Es gibt eine Sondervereinbarung, dass er dort, aber nur dort spielen darf“, erklärt Mischner. Eine Lösung, aus der von Seiten der Saale Bulls die Hoffnung spricht, dass Schmitz eines Tages nach Halle zurückkehrt. „Wenn er jetzt nur noch Hobby-Eishockey spielen würde, wäre es sehr schwer, irgendwann den Anschluss wiederzufinden. Deshalb soll er weiter auf Oberliga-Niveau spielen können“, so Mischner.

Schmitz sieht Zukunft in Halle

Bei den Saale Bulls hat derweil die Suche nach einem Ersatz begonnen. Trainer Ken Latta und Manager Georgi Kimstatsch stehen in engem Austausch und sichten den Markt. „Ich bin mir sicher, dass wir einen guten Spieler finden werden, der das Loch sportlich füllen kann“, sagt Daniel Mischner. Er gibt aber auch zu bedenken: „Als Charakter ist Kai aber nicht zu ersetzen.“ Der Verteidiger war wegen seines Einsatzes und seiner harten Spielweise Respektsperson im Team und Liebling der Fans.

Für Kai Schmitz ist eine Rückkehr nach Halle trotzdem sicher. „Ich werde definitiv wiederkommen“, sagt er. Sei es als Privatperson oder als Eishockey-Spieler. Seinen Lebensmittelpunkt sieht er in Zukunft im Osten. Und sein Telefonbuch im Handy wird ihn dran immer erinnern.


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