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mz-web.de: Formstarker MEC-Stürmer – Maximilian Schaludek spielt sich in den Vordergrund

 

Von Christian Elsässer:

Halle (Saale) – Es gibt diese lustige Geschichte aus seiner Kinderzeit, die Maximilian Schaludek immer wieder gern erzählt. Die Geschichte, wie er als Fünf-, vielleicht Sechsjähriger seine ersten Schritte im Eishockey machte.

„In dem Alter wurde auf kleinen Feldern gespielt, die Eisflächen mit Balken abgetrennt.“ Als Auswechselspieler saß man dann hinter diesen Balken. Und so passierte es, dass in einem dieser Spielchen der Trainer dem kleinen Max den Wink zum Einsatz gab. Allein: Der Steppke lief nicht auf das Feld. Aus einem einfachen Grund: „Ich war hinter dem Balken eingeschlafen.“

Maximilian Schaludek kann herzlich lachen über die Anekdote. „Ich war als Kind eigentlich immer müde“, erzählt er. „Meine Mutter konnte neben meinem Kopf mit dem Staubsauger vorbeikommen, ich bin nicht wach geworden.“ Und im Grunde hat sich bis heute nur wenig daran geändert. „Ich kann eigentlich immer schlafen“, erzählt Schaludek lachend.

Saale Bulls: Maximilian Schaludek spielt groß auf

Diese Geschichte müsste also eigentlich die Überschrift „der müde Max“ tragen. Allein: Es würde der sportlichen Verfassung des 23-Jährigen in allen Punkten Unrecht tun. Richtig ist: Maximilian Schaludek ist gegenwärtig hellwach, er ist der Stürmer der Stunde beim Eishockey-Oberligisten Saale Bulls.

Sieben Tore in acht Spielen – wobei eines zuletzt in Hannover fälschlicherweise seinem Teamkollegen Johannes Ehemann zuerkannt wurde. Dazu drei Vorlagen. Fünf der Tore schoss er in den letzten drei Spielen. Kein anderer Bulle ist derzeit so formstark.

MEC-Stürmer Maximilian Schaludek: Von der dritten in die erste Reihe

Schaludek heimst Lob von allen Seiten ein. Sein Sturmkollege Nathan Robinson etwa meint: „Er ist unglaublich weit für sein Alter, ist wahnsinnig schnell und körperlich sehr stark.“ So hat sich der 23-Jährige aus der dritten in die erste Reihe nach vorn gespielt, wird auch in den Partien am Freitag in Essen und am Sonntag daheim gegen Herne in der Top-Formation spielen, obwohl der eigentlich dort gesetzte Philipp Gunkel nach Verletzung zurückkehren wird.

Nathan Robinson hält große Stücke auf seinen Sturmpartner. „Wenn er sich weiter so entwickelt, ist er ein Spieler, der eines Tages in der DEL landen kann“, meint der 35-jährige Kanadier.

Maximilian Schaludek hatte schon einen Vertrag in der DEL

Wobei Maximilian Schaludek genau dort schon einmal war. Nach seiner Jugendzeit in Deggendorf und Landshut unterschrieb er einen Profivertrag beim damaligen Erstligisten Hannover Scorpions. Doch der Verein verkaufte just in diesem Moment seine Lizenz nach Schwenningen, zog sich in die Oberliga zurück. Schaludek blieb trotzdem dort. Und erlebte ein ungewöhnliches Jahr.

„Im ersten Testspiel vor der Saison haben wir gegen den Zweitligisten Bremerhaven gespielt. Ich war wirklich gut in dem Spiel. Und direkt danach hat mir der Bremerhavener Trainer einen Vertrag für die Saison im Jahr danach angeboten. Auf einmal hatte ich vor Beginn der Saison schon einen Vertrag für die Saison danach.“ Und er stand zu dieser Zusage, obwohl er in dem Hannover-Jahr auch zehn Mal in der DEL für die Wolfsburg Grizzlies zum Einsatz kam und ihn der Erstligist behalten wollte.

Nach zwei Jahren in Bremerhaven zog es Schaludek 2016 zurück nach Hannover. Dort studiert seine Freundin Jura. Die niedersächsische Hauptstadt sollte sein Lebensmittelpunkt werden. Doch bei den Scorpions ging es drunter und drüber. Und nach sieben Oberliga-Spielen nahm er ein Angebot der Saale Bulls an. „Ich bin ein Mensch, der viel sehen möchte, deshalb machen mir Vereinswechsel nichts aus“, sagt Schaludek.

Saale Bulls: Wie Schaludek von Nathan Robinson profitiert

Dass er bei den Saale Bulls in Rente geht, darf man also nicht unbedingt erwarten. Doch für seine Entwicklung ist Halle aktuell der perfekte Ort. Und das liegt nicht zuletzt an der Personalie Nathan Robinson. Neben dem Routinier, der einst eine Handvoll Spiele in der NHL machte und in der DEL dreimal Meister mit Mannheim und den Eisbären Berlin war, blüht Schaludek auf.

„Ich glaube, Nathan sieht mich ein bisschen als seinen Ziehsohn“, sagt er. „Nach dem Training nimmt er mich oft noch beiseite und wir machen ein paar individuelle Übungen gemeinsam.“

Durch solchen Ehrgeiz werden aus guten Spielern sehr gute. Nicht wenige sehen Maximilian Schaludek mittelfristig tatsächlich eher in höheren Spielklassen als der Oberliga. Doch das sind Gedankenspiele, die er selbst gar nicht anstellen mag. Er weiß, dass er seine gute Form erst einmal über einen längeren Zeitraum halten muss.

Maximilian Schaludek: Erfahrung in den deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften

Man könnte das unter das Motto stellen: „Hellwach bleiben.“ Und eines weiß Maximilian Schaludek ja von sich: Das fällt ihm im wörtlichen Sinn nicht immer leicht.

In der U 17 und U 18 gehörte er zum Kader der deutschen Nachwuchs-Nationalmannschaften. „Wenn wir dort unterwegs waren und abends aufs Zimmer gegangen sind, haben wir immer noch ein bisschen geplaudert“, erinnert sich Schaludek. „Und es ist dabei immer wieder passiert, dass ich meinem Zimmerkollegen eine Frage gestellt habe und am nächsten Morgen feststellen musste, dass ich während der Antwort eingeschlafen bin.“

Das mit dem Schlafen klappt also tatsächlich immer. Doch Hauptsache, der müde Max ist auf dem Eis hellwach.

››Die Saale Bulls spielen zweimal am Wochenende: am Freitag 20 Uhr in Essen und am Sonntag daheim gegen den Herner EV. Anbully ist um 18:15 Uhr. (mz, 27.10.2017)


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