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Freitag, 08.09.2017, 20:00 Uhr MEC Halle 04 Saale Bulls : Dresdner Eislöwen  

mz-web.de: Kenneth Latta ist neuer Trainer der Saale Bulls

Die Saale Bulls haben einen neuen Trainer. Der Kanadier Kenneth Latta wird ab der kommenden Saison den Mitteldeutschen Eishockey-Club (MEC) betreuen.
 HALLE (SAALE)/MZ. 

Es ist nur ein kleines Plakat in der Geschäftsstelle der Saale Bulls. Es hängt gleich am Eingang des Konferenzraumes im hinteren, für die Öffentlichkeit nicht einsehbaren Bereich. Doch dieses Plakat, dieser so brillant verdrehte Spruch darauf, zieht unweigerlich die Aufmerksamkeit auf sich. Dort steht in großen Lettern: „Ich ging irgendwann mal zu einem Kampf – und ein Eishockey-Spiel brach aus.“

Den Satz kann man als eine Hommage verstehen an das, was die Sportart so speziell macht: die Körperlichkeit, die Härte. Und er könnte in diesen Tagen auch so etwas wie ein Leitmotiv für das sein, was der Mitteldeutsche Eishockey Club (MEC) sich auf die Fahnen geschrieben hat. Eine neue Spielphilosophie soll her. Eine, die sich an der körperlichen Gangart des nordamerikanischen Eishockeys orientiert. Und seit Dienstag hat diese neue Philosophie ihren Vordenker.

Bei einem Pressetermin im Dormero-Hotel stellten die Saale Bulls offiziell ihren neuen Cheftrainer vor: Kenneth Latta. Ein Kanadier. 52 Jahre alt, verheiratet, Vater von zwei Söhnen und seit fast 30 Jahren im deutschen Eishockey aktiv.

Bayerischer Dialekt

Rein sportlich sind Lattas Vorgaben einfach umrissen. Mittelfristig will der Verein in die zweite Liga, die DEL II. Oder wie der Coach selbst sagt: „In die zwoate Liga.“ In seinem kanadischen Akzent verbirgt sich nämlich ein unüberhörbarer bayerischer Dialekt.

Es ist ein lustiges Gemisch, das da mitunter zutage tritt. Doch genau das war ein ausschlaggebendes Moment für Lattas Verpflichtung. Er spricht absolut fließend die Sprache. „Und wir wollten einen Trainer, der Deutsch spricht“, sagt Präsident Daniel Mischner.

Latta kommt mit guten Referenzen. Fünf Jahre Zweitliga-Erfahrung an der Bande bringt er mit. Und es ist absehbar, dass er die gewünschte neue Spielphilosophie umsetzen wird. „Bei uns in Kanada“, erklärt Verteidiger Robin Sochan, „wird ,north to south’ gespielt.“ Wörtlich übersetzt: von Norden nach Süden. Heißt: „Die Scheibe wird ins gegnerische Drittel geschossen und dann läuft man ihr hinterher und geht in die Zweikämpfe an der Bande.“ Dem gegenüber steht der lange Zeit vor allem in Osteuropa gepflegte Stil, bei dem viele Kreise gedreht werden und die Spieler mit dem Puck ins Angriffsdrittel laufen.

Irgendwo in der Mitte pendelt sich die Spielidee von Kenneth Latta ein. „Ich habe nichts dagegen, wenn Spieler den Puck nach vorn tragen. Aber ,north to south’ bedeutet für mich, den direkten Weg zum Tor zu suchen.“ Und genau das ist seine Idee von modernem Eishockey. Jedenfalls stellt er klar: „Es werden keine Kreise auf dem Eis gedreht.“

Doch es steht noch eine weitere Aufgabe auf der Liste des neuen Trainers. Latta wird nämlich auch die zweite Mannschaft und den Nachwuchs ins Auge nehmen. Die Verzahnung war eine Kern-Bedingung des Vereins, der mittelfristig Junioren in seinen Profi-Kader führen will. Und Latta hat auf diesem Gebiet eine Referenz, die geradezu unschlagbar erscheint: seine beiden Söhne Nickolas (20) und Louis (16). Beide sind hochtalentierte Spieler. Nickolas ist in Nordamerika aktiv, für ihn ist sogar eine Karriere in der Profiliga NHL greifbar.

Mittelstürmer aus Kanada

Die wichtigste aktuelle Aufgabe für den neuen Trainer aber ist die Zusammenstellung des Saale-Bulls-Kaders. „Zwei Drittel der Mannschaft steht“, sagt Mischner. „Bei den weiteren Verpflichtungen soll Ken seine Ideen einbringen.“

Herzstück soll dabei ein Mittelstürmer sein. Aus Kanada natürlich. Latta: „Ich spreche bereits mit einem Spieler, der vor zwei Jahren schon einmal im Trainingscamp bei mir in Kaufbeuren war.“

Den Stand der Dinge hat er Dienstag mit den Vereinsverantwortlichen im Detail besprochen. Direkt nach der Vorstellung ging es gegen Mittag in die Geschäftsstelle, um ganz konkret die Kaderplanung zu diskutieren. Im Konferenzraum. Mit direktem Blick auf das kleine, witzige Plakat.


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