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mz-web.de: MEC Saale Bulls – Ken Latta überrascht mit Selbstkritik

 

Von Christian Elsaesser
Die Saale Bulls stecken vor dem Heimspiel gegen Erfurt im Formtief. Nur drei von zwölf möglichen Punkten waren die Ausbeute der vergangenen zwei Wochenenden. Trainer Ken Latta überrascht nun mit einer bemerkenswerten Selbstkritik.

Halle (Saale). Es war eigentlich eine alltägliche Situation. Vorige Woche Freitag, nach dem schwerfälligen Penalty-Sieg der Saale Bulls gegen die Wedemark Scorpions, hatten sich Ken Latta und Troy Bigam ein wenig zurückgezogen. So weit das möglich war im VIP-Raum der Eishalle. Trainer und Kapitän von Halles Eishockey-Oberligisten im Dialog – reichlich gewöhnlich, sollte man meinen. Und doch war es Außergewöhnliches, was die beiden zu besprechen hatten.
Zum Verständnis muss man wissen: Die Saale Bulls stecken vor dem Heimspiel heute gegen die Black Dragons aus Erfurt in einer kleinen Krise. Aus den vier Spielen der vergangenen zwei Wochenenden haben sie von zwölf möglichen Punkten gerade einmal drei geholt, sind vom zweiten auf den fünften Platz der Oberliga Nord gestürzt. Und den Grund für dieses Formtief meint der Coach erkannt zu haben – dank des Gesprächs mit seinem Kapitän. Lattas Meinung: Er selbst trägt Schuld.
Zu viel Druck auf die Mannschaft ausgeübt
„Ich habe viel zu viel Druck ausgeübt auf die Mannschaft“, erzählt Latta. Troy Bigam habe ihm das an jenem Abend klar gemacht. „Am Tag danach habe ich auch noch mit Schlappi darüber gesprochen, der mir bestätigt hat, dass ich mich verändert habe.“ Gemeint ist Lattas Co-Trainer Uwe Liebetrau, seit Jahrzehnten so etwas wie die gute Seele der Saale Bulls.
Es sind erstaunliche Sätze, die Ken Latta da mit Blick auf die Krise loslässt. Er erzählt: „Es ging seit einigen Wochen so, dass ich mich selbst wahnsinnig unter Druck gesetzt habe. Das habe ich auch gemerkt, aber manchmal braucht es den Anstoß von außen, um Dinge zu ändern.“ Die Gespräche mit Bigam und Liebetrau waren dieser Anstoß. Inzwischen ist Latta überzeugt: „Dieser aggressive Druck hat sich von mir auf die Mannschaft übertragen.“
Für den Trainer erklärt sich so zum Beispiel ein Stück weit die fehlende Effizienz seiner ersten Reihe. Matt Abercrombie, Philipp Gunkel und Marco Habermann steuern zwar unverändert die meisten Tore bei. „Doch gemessen an den Chancen, die sie sich herausspielen, machen sie zu wenig draus“, sagt Latta. „Die Jungs sind verkrampft und haben versucht, auf dem Eis Dinge mit der Brechstange durchzusetzen.“
Was also hat sich geändert seit dem Freitag, seit dem Gespräch zwischen Kapitän und Trainer? „Im Training gar nicht so viel“, sagt Latta, „wir haben auch in dieser Woche unser normales Programm durchgezogen.“ Aber im Spiel selbst versucht der Trainer nun, weniger oder positiver einzugreifen. „Ich habe vorher über-coacht“, sagt er. „Dabei bin ich eigentlich gar nicht so.“
Bis zum 3:1 alles im Griff
Dass Lattas Truppe nach den Gesprächen auch in Neuwied verloren hat, will der Trainer nicht überbewerten. Zum einen: „Neuwied ist eine richtig gute Mannschaft und war schon vor Saisonbeginn mein Geheimfavorit.“ Zum anderen: „Wir haben da ein richtig gutes Spiel gemacht. Bis zum 3:1 hatten wir alles total im Griff – und dann kam der Weihnachtsmann.“ Was er meint: ein Geschenk für den Gegner, ein Penalty, der zum Anschlusstreffer führte. „Dabei wäre das Foul eigentlich nicht einmal eine Strafzeit gewesen.“
Latta versucht also nun, sich auf der Bank ein wenig zurückzunehmen. Denn auch wenn der Kanadier aus der Distanz oft stoisch ruhig wirkt, meist mit verschränkten Armen das Spiel verfolgt. Er greift durchaus ein, coacht, schimpft auch viel – dann meist auf Englisch.
Spielerisch macht Ken Latta schon einen Aufwärtstrend bei seinen Bullen aus. Der soll heute gegen die Black Dragons Erfurt weitergehen. Das erste Duell Ende September in Thüringen gewannen die Saale Bulls knapp mit 6:5 nach Verlängerung. Es war aber ein denkwürdiges, weil auf außergewöhnliche Weise durch das Schiedsrichter-Gespann geprägtes Spiel. 71 Strafminuten sprachen die Unparteiischen damals gegen Halle aus – nur vier gegen Erfurt. (mz, 27.11.2015)

 


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