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mz-web.de: MEC-Trainer Georgi Kimstatsch – 1:9 verloren und trotzdem stolz

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Der Sonntagabend endete für Georgi Kimstatsch mit einem positiven Gefühl. Nicht gerade selbstverständlich, nachdem der Eishockey-Trainer seine Mannschaft zuvor beim neuen Meister der Oberliga-Nord, dem Herner EV, mit 1:9 hatte untergehen sehen. Doch die Busfahrt zurück nach Halle hatte dem 40-Jährigen gefallen.

1:9-Niederlage schweißt zusammen

„Nach dem Spielende, in der Kabine waren die Jungs natürlich enttäuscht. Aber danach im Bus ist richtig viel gesprochen worden. Es gab positive Themen, aber auch negative Sachen, die wir am Dienstag nach dem Training bereden werden“, erzählt Kimstatsch. Und sein Fazit war bemerkenswert: „Ich glaube, dass diese Jungs, die in Herne dabei waren, durch diesen Tag zusammengeschweißt worden sind.“

Es mag auf den ersten Blick schwierig sein, der höchsten Saison-Niederlage irgendetwas Positives abzugewinnen. Wobei diese Klatsche beim mit Abstand stärksten Team der Oberliga ja mehr als erklärbar war. Die Saale Bulls waren nur mit zehn Feldspielern ins Ruhrgebiet gereist, im ersten Drittel verletzte sich auch noch Igor Bacek. 

Eine halbe Saale-Bulls-Mannschaft gegen den Überflieger der Saison – das waren zu klare Vorzeichen. „40 Minuten haben wir richtig gut dagegengehalten“, meinte der Trainer. „Im letzten Drittel haben wir Fehler gemacht, was aber auch klar ist, wenn du als Spieler immer sehr lange am Stück auf dem Eis bist.“

 

Psychologische Aufbauarbeit

Die Königsfrage ist: Was macht dieses Erlebnis mit den Saale Bulls? Zumal am Freitag das Derby bei den Icefighters Leipzig ansteht. Verlieren die Hallenser, rutschen sie auf Rang sieben – und damit aus der direkten Playoff-Qualifikation.

Georgi Kimstatsch ist felsenfest überzeugt davon, dass sein Team gestärkt aus der Herne-Erfahrung hervorgeht. „Als wir aufs Eis gelaufen sind, gab es von den Herner Fans Beifall“, berichtet Kimstatsch. „Ich hatte selten eine solche Gänsehaut, weil der Gegner meinen Jungs solchen Respekt vor ihrem Sportsgeist gezollt hat, mit dieser Mannschaft überhaupt anzutreten.“ Solche Erfahrung, so hofft der Trainer, stärken eher das Selbstbewusstsein, auch im Hinblick auf das Derby. „Mental sehe ich uns überhaupt nicht im Keller. Die Jungs haben so viel Herz und so viel Teamgeist gezeigt, dass ich glaube, dass wir gerade psychologisch keine spezielle Vorbereitung auf das Leipzig-Spiel brauchen. Jeder weiß um die Bedeutung, jeder weiß, was auf dem Spiel steht.“

Mindestens drei Rückkehrer und hoffen auf Kai Schmitz

Genau deshalb erwartet Kimstatsch im Laufe der Woche einige Rückkehrer. „Am Dienstag steigen wir wieder ins Training ein, ich rechne damit, dass ich zwölf, 13 Spieler auf dem Eis haben werde.“ Gerade die Magen-Darm-erkrankten Stürmer Philipp Gunkel und Denis Fominych sowie Verteidiger Gabriel Federolf, bei dem sich der Verdacht auf einen Jochbeinbruch nicht bestätigt hat, dürften wohl wieder fit werden. „Federolf wollte ja schon im Herne mit einer Maske wieder spielen, wir haben uns dann aber auf ärztlichen Rat dagegen entschieden“, sagt Kimstatsch.

Noch völlig offen ist dagegen der Fall Kai Schmitz. „Wir hoffen, dass die Matchstrafe gegen Hamburg nachträglich in eine Spieldauerstrafe abgewandelt wird“, sagt der Trainer. Hieße – analog zum Fußball – von einer Roten in eine Gelb-Rote-Karte und damit auf ein Spiel Sperre abgemildert wird. Dann wäre der Verteidiger wieder spielberechtigt. „Die Chance ist vielleicht nicht groß, aber wir versuchen es.“ Zumal der Video-Mitschnitt der Szene im Spiel gegen die Crocodiles Hamburg zwar belegt, dass Schmitz seinen Gegner mit dem Schläger im Gesicht erwischte, die Aktion aber auch eine gehörige Portion Selbstschutz in sich trug, da der Gegenspieler völlig übermütig und ungebremst auf Schmitz eingestürmt war. „Bis Mittwoch werden wir wohl eine Entscheidung haben“, sagt Kimstatsch.

Der Trainingsalltag wird trotzdem ein wenig Improvisation brauchen in den kommenden Tagen. „Wir müssen mal abwarten, wie sich die Woche personell entwickelt“, sagt Kimstatsch. Sein Plan: dezenteres Eistraining, dafür eine intensive Vorbereitung auf den Gegner. „Wir werden uns sehr genau anschauen, wer die Schlüsselspieler bei Leipzig sind“, kündigt er an. Und hofft, dass die Stimmung auf der dann kurzen Rückfahrt ähnlich positiv sein wird wie am Sonntag. Und dass er dasselbe noch einmal schreiben kann, was er nach dem Herne-Spiel aus dem Bus bei Facebook postete: „Ich bin stolz auf meine Krieger.“ (mz, 21.02.2017)


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