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mz-web.de: Mentaltrainerin – Mit dieser ungewöhnlichen Methode greifen die Saale Bulls an

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Die Dame hatte sich passend gekleidet. Roter Kurzmantel, rote Jacke darunter. Sie wäre auf den ersten Blick kaum aufgefallen neben Trainer Georgi Kimstatsch. Und doch: Ein unbekanntes Gesicht auf der Bank der Saale Bulls beim 3:1-Heimsieg am Sonntag gegen Spitzenreiter Herner EV provozierte nun einmal Nachfragen.

Die Dame war Ingrid Siegel. Sie ist promovierte Philosophin, so verrät es ihre Homepage. Vor allem aber ist sie eine erfolgreiche Mentaltrainerin. Und in dieser Funktion unterstützt sie nun die Hallenser Eishockey-Profis auf ihrem Weg in die Playoffs.

Heimsiege und Auswärtspleiten für die Saale Bulls

Die Saale Bulls geben sich betont zurückhaltend, wollen nicht zu viel verraten über die Arbeit. Durchaus verständlich, Mentaltraining ist nichts, was im öffentlichen Raum stattfinden kann. Bestätigen will Trainer Kimstatsch deshalb nur, dass Ingrid Siegel seit der Auswärtsfahrt am Freitag nach Hamburg beim Team ist und „sich einen ersten Eindruck verschafft hat“.

In den kommenden Tagen und Wochen stehen Einzelgespräche mit Spielern und Betreuern an. Das Ziel ist klar: „Wir wollen, dass die Blockade im Kopf gelöst wird“, betont der Trainer, „mit dem Ziel, dass wir selbstbewusster an unsere Aufgaben herangehen.“

Das Kopfproblem bei den Saale Bulls ist ja nicht von der Hand zu weisen. Sportlich eine richtig talentierte Mannschaft, die aber zu wenig aus ihren Möglichkeiten macht, keine Konstanz in ihre Leistungen bekommt. Allein der Blick auf die Bilanz in der Meisterrunde ist vielsagend. Drei Heimspiele, drei Siege. Drei Auswärtsspiele, drei Pleiten. Größer könnte die Diskrepanz nicht sein. Und spätestens für die Playoffs wäre eine Fortsetzung dieser Serie ein Problem.

Wie die Saale Bulls den Auswärtsfluch besiegen wollen 

Höher als Platz sechs wird es für die Bulls in der Meisterrunde nicht mehr gehen. „Das heißt, dass wir in den Playoffs zwingend ein Spiel auswärts gewinnen müssen, um eine Runde weiterzukommen“, erklärt Kimstatsch. Genau so war es in der Vorsaison: Zwei Heimsiege gegen Herne in der ersten Runde, dazu der eine nötige Auswärtssieg. Zwei Heimsiege in der zweiten Runde gegen Bayreuth, aber eben drei Pleiten auf fremdem Eis – das Saison-Aus.

Wie also den Auswärtsfluch besiegen? Genau da kommt die Mentaltrainerin ins Spiel. „Ich habe schon den Eindruck“, sagt Kimstatsch, „dass sich die Jungs von den Auswärtskulissen ein Stück weit beeindrucken lassen. Wenn wir in Rückstand geraten, versuchen wir es oft mit der Brechstange.“ Resultat: „Dann fangen wir uns, wie am Freitag in Hamburg, saudumme Gegentore.“

Doch wie anders der Auftritt am Sonntag gegen Herne. „Das war das mit Abstand beste Team, gegen das wir bisher gespielt haben“, lobt Kimstatsch. Doch selbst das frühe 0:1 in der fünften Minute war vor heimischer Kulisse eben kein Genickbruch. Auch, weil Kimstatschs extreme Defensiv-Taktik aufging. „Wir wollten Anti-Eishockey spielen, die Angriffe des Gegners zerstören, sie immer wieder anlaufen lassen und dann selbst zuschlagen, wenn sich die Chance bietet. Das ist perfekt aufgegangen.“

Perfekt eingestellt gegen Herne

Wer einen souveränen Tabellenführer so besiegen kann, das ist die feste Meinung des Chefcoaches, muss das auch auf fremdem Eis schaffen. „Wir wissen, dass wir Eishockey spielen können“, sagt Kimstatsch. „Jetzt geht es darum, Selbstvertrauen zu entwickeln und bestmöglich vorbereitet in die Playoffs zu gehen.“

Ingrid Siegel jedenfalls kennt eine solche Konstellation bereits. 2011 betreute sich das abgeschlagene Zweitliga-Schlusslicht Lausitzer Füchse aus Weißwasser. Sieben Siege hatte das Team um den heutigen Saale-Bulls-Stürmer Danny Albrecht damals aus 48 Spielen der regulären Saison geholt. In den Playoffs mit Siegels Unterstützung waren es dann acht Siege aus acht Spielen (MZ berichtete). So etwas nennt man gute Referenz. (mz, 31.01.2017)

 


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