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mz-web.de: Mit der Lizenz zum Bleiben

HALLE (SAALE)/MZ. Die gute Laune gehört zum Markenzeichen von Jiri Otoupalik, dem Trainer der Saale Bulls. Was auch passiert, für ein Lächeln, einen kräftigen Händedruck und das unvermeidliche Servus ist immer Zeit. Erst im Laufe der Jahre bekommt man ein Gespür für die feinen Unterschiede in der Gefühlswelt des Trainers. Für Momente, in denen das Servus nur aufgesetzt ist wie eine Maske. Denn auch Otoupalik kann knurrig sein.

Gesunde Mischung alt und jung

Im Moment ist nichts aufgesetzt und gekünstelt beim tschechischen Trainer. Der hat tatsächlich rundum gute Laune. „Wir sind mit zwei Siegen in die neue Saison gestartet, die Mannschaft ist gut drauf, es gibt nichts zu meckern“, sagt Otoupalik. Dieser Satz war erwartbar, dann aber folgt eine Begründung, die einerseits etwas überrascht, andererseits hoffnungsvoll in die Zukunft blicken lässt. „Ich habe endlich eine Mannschaft, die durch dick und dünn geht. Eine gesunde Mischung zwischen erfahrenen älteren Spielern und jungen Leuten. Die Arbeit mit der Mannschaft macht einfach Spaß.“ Stellvertretend für diejenigen, die für gute Stimmung sorgen, fallen die Namen Kai Schmitz (Otoupalik: „Ich bin froh, dass der wieder hier in Halle ist.“) und Troy Bigam.

Ganz anders als erwartet, sagt dann auch Otoupalik, dass er überhaupt nicht sauer oder angefressen war, als er erfahren musste, dass die Mannschaft über den Sommer erneut ein völlig verändertes Gesicht bekommen hat. „Natürlich hätte ich Sebastian Lehmann oder Florian Eichelkraut noch gern hier, aber die sind halt ihre eigenen Wege gegangen. Wir haben so gute neue Spieler dazubekommen, dass der Verlust nicht mehr auffällt“, so Otoupalik. Danach spricht er etwas in Rätseln, aber immerhin deutlich genug, um zu verstehen, wie froh er ist, dass er keine Querulanten und Quertreiber mehr in der Mannschaft hat. Taktisch geschickt wie der Trainer nun mal ist, verkneift er sich dabei, Namen zu nennen, versichert aber, dass Lehmann und Eichelkraut nicht gemeint sind.

Genervt von Koziol

Deutlicher wird der Trainer da schon, wenn der Name Christoph Koziol fällt. „Das hat mich gewaltig genervt, dass der sich plötzlich einen neuen Verein gesucht hat. Wir haben die ganze Vorbereitung zusammengemacht, er sollte einer der Leistungsträger bei uns werden. Und plötzlich ist er weg“, sagt der Trainer. Koziol ist nun in Frankfurt und Otoupalik musste seine Sturmreihen umbauen. Dabei bewies er wieder einmal ein glückliches Händchen, den hoch talentierten Robin Slanina statt Koziol in die erste Reihe neben Bigam und Ivan Kolozvary zu stellen.

Otoupalik zeigte damit erneut, dass er für den Verein eigentlich unentbehrlich ist. Er hat in knapp vier Jahren Eishockey in Halle deutschlandweit zu einer Hausnummer gemacht und auch seinen eigenen Bekanntheitsgrad erhöht. „Ich denke im Moment nicht darüber nach, was geschehen würde, wenn ein Angebot aus der zweiten Liga kommen würde. Ich habe hier in Halle meine Aufgabe.“

Weil auch das recht erwartbar daher kommt, gibt es noch diesen erhellenden Zusatz vom Trainer: „Es ist so schon ziemlich kompliziert, sieben Monate im Jahr fernab von meiner Heimatstadt Brno und meiner Familie zu leben und zu arbeiten.“ In den Jahren in Halle hat er gelernt, sich damit zu arrangieren, findet die Zeit, ab und an mal ein paar Tage nach Hause zu fahren. „Wer gibt mir denn die Garantie, dass ich das anderswo auch so hinbekomme?“ Eine Antwort auf diese Frage erwartet Otoupalik gar nicht erst. Er weiß ja selbst, dass er in Halle die Lizenz zum Bleiben hat und die auch dankbar annimmt.

Alles hört auf sein Kommando: Saale-Bulls-Trainer Jiri Otoupalik mit Trillerpfeife und in fast kompletter Eishockey-Kluft. (FOTO: ECKEHARD SCHULZ)
Alles hört auf sein Kommando: Saale-Bulls-Trainer Jiri Otoupalik mit Trillerpfeife und in fast kompletter Eishockey-Kluft. (FOTO: ECKEHARD SCHULZ)

Fast vier Jahre in Halle

Ein fast ungebremster Aufstieg

HALLE (SAALE)/MZ. Jiri Otoupalik betreute am 2. Januar 2009 erstmals die Saale Bulls. Trotz einer 1:3-Niederlage im ersten Spiel gegen Rosenheim in der damals eingleisigen dritten Eishockey-Liga ging es mit den Saale Bulls unter ihrem tschechischen Trainer fast ungebremst aufwärts. Bisheriger Höhepunkt war die zweimalige Teilnahme an den Playoff-Spielen zum Aufstieg in die zweite Bundesliga in den vergangenen beiden Spieljahren.

Vor fast vier Jahren war der jetzt 53 Jahre alte Otoupalik in Halle noch der große Unbekannte. Als Spieler hatte er sich jedoch in der obersten tschechischen Liga und auf seiner letzten Station beim EHC Straubing schon einen Namen gemacht. Seine ersten Trainerstationen waren in seiner Heimat in Rosice und Sumperk. Otoupaliks erstes Engagement im Ausland war in der Saison 2001 / 02 bei Sierre NLB in der Schweiz.

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