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mz-web.de: Nach 13 Jahren im Verein – Saale Bulls trennen sich von Trainer Georgi Kimstatsch

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Am späten Sonntagabend war die Ära beendet. Das Aus für eine über 13 Jahre währende Liaison. Die Saale Bulls haben Konsequenzen aus der 0:7-Klatsche am Freitag bei den Icefighters Leipzig gezogen und sich von Trainer Georgi Kimstatsch getrennt. „Interimsweise werden Danny Albrecht, Stephan Klingner und Uwe Liebetrau die Mannschaft jetzt betreuen“, bestätigte Präsident Daniel Mischner. Also der verletzte Star-Stürmer, der Landestrainer von Sachsen-Anhalt und der bisherige Assistenz-Coach.

Kimstatsch war freilich nicht irgendjemand bei den Saale Bulls. 2004 kam er als Spieler mit DEL-Erfahrung nach Halle. Nach der aktiven Karriere war er Sportdirektor und seit der Entlassung von Ken Latta Anfang 2016 Cheftrainer.

Georgi Kimstatsch und Daniel Mischner: Emotionales Vier-Stunden-Gespräch

Wer sich die Geschichte dieser Trennung anhört, wird feststellen, dass sie wohl auch wegen des langen gemeinsamen Weges alles andere als Knall auf Fall, sondern mit viel Sensibilität vor sich ging. „Daniel Mischner hat mir am Samstag eine SMS geschickt und gefragt, wie es mir geht“, berichtet Kimstatsch. „Ich habe ihm geantwortet, dass es mir natürlich gerade nicht gut geht und ich ein wenig den Kopf freibekommen muss. Und wir haben uns geeinigt, dass wir uns am Sonntag zusammensetzen.“

Vier Stunden dauerte diese Vier-Augen-Unterredung dann. „Es war schon ein emotionales Gespräch“, berichtet Mischner, „aber es gab überhaupt keine Vorwürfe.“ Und Kimstatsch bestätigt: „Daniel und mir geht es doch vor allem um eines: Uns liegt das Wohl dieses Vereins am Herzen. Wir waren uns sogar einig, dass die Mannschaft einen neuen Impuls braucht.“ Mischner: „Ich habe noch nie einen Trainer erlebt, der zu 100 Prozent so loyal zum Verein steht, der so die Verantwortung auf sich genommen hat.“

Saale Bulls verloren in der extrem aufgerüsteten Oberliga Nord den Anschluss

Das hatte Georgi Kimstatsch schon im Vorfeld der Saison gemacht, als er die durchaus mutige Team-Zusammenstellung erklärte. Ein mit Talent und Spielstärke gesegneter Kader, aber auch einer mit schwierigen Charakteren. Einige Wochen ging das gut, die Saale Bulls führten früh in der Saison die Tabelle an. Der Einbruch aber kam. Drei Neuverpflichtungen – Marvin Tepper, Jakub Wiecki und Jan Homer – mussten den Verein schnell wieder verlassen. Kein Ruhmesblatt für die Verpflichtungspolitik – und ein Problem in der extrem aufgerüsteten Oberliga Nord.

Nachjustieren während der Saison ist quasi unmöglich. „Man muss einfach sehen, dass die Liga mit der Reduzierung von 18 auf 16 Mannschaften insgesamt stärker geworden ist als im Vorjahr. Außerdem haben einige Vereine richtig Geld in die Hand genommen“, sagt Mischner, nicht zuletzt mit Blick auf die Hamburg Crocodiles, die mit Christoph Schubert sogar einen ehemaligen NHL-Spieler in ihren Reihen haben.

Auch nach der Entlassung stellt sich Georgi Kimstatsch vor seine Saale Bulls

Unstrittig ist: Die Inkonstanz war in den letzten Wochen die einzige Konstante bei den Saale Bulls, forciert durch viele Krankheits- und Verletztenfälle. Mit der Klatsche von Leipzig steht das Team nicht einmal mehr auf einem direkten Qualifikationsplatz für die Playoffs. Zu wenig für einen Verein, der im Grunde Aufstiegsambitionen hegte.

Die Leipzig-Partie wurde auch intern als Arbeitsverweigerung einiger Spieler gewertet. Kimstatsch will darauf nicht näher eingehen. Auch nach seiner Entlassung bleibt er seiner Linie treu, sich immer vor seine Mannschaft zu stellen – eine Eigenschaft, die zumindest am Freitag wohl nicht auf Gegenseitigkeit beruhte. Nur so viel gibt der Ex-Trainer dann doch preis: Es gibt keine Ausreden mehr für die Saale Bulls: „Jetzt ist die Mannschaft gefordert.“ (mz, 27.02.2017)


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