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mz-web.de: Nebulöser Weg in Liga zwei für die Saale Bulls

HALLE (SAALE)/MZ. Am Freitag gibt es die offizielle Meisterfeier für die Saale Bulls. Gleich im Anschluss an das letzte Oberliga-Heimspiel gegen Preußen Berlin, das um 20 Uhr beginnt. Am kommenden Freitag beginnt dann die schönste Eishockey-Zeit des Jahres und für die Saale Bulls der dritte Anlauf zum ersehnten Aufstieg in die zweiten Bundesliga. Unklar aber ist, auch noch acht Tage vor Beginn der Aufstiegsspiele, wie viele Mannschaften denn nun eigentlich aufsteigen dürfen.

Revolution macht Pause

Im November machte ein richtig revolutionärer Plan die Runde, dass sogar zwei Mannschaften aus den vier Oberliga-Staffeln die Möglichkeit bekommen sollen, in Liga zwei aufzusteigen. Alexander Jäger, der Geschäftsführer der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) kündigte an, dass der Sieger der Playoff-Runde Direktaufsteiger ist und der Zweitplatzierte zu Relegationsspielen gegen den Letzten der Abstiegsrunde der zweiten Liga berechtigt ist. „Dieser Plan existiert noch immer. Sogar noch für laufende Saison. Die Mannschaften der zweiten Liga haben mehrheitlich zugestimmt“, sagt Jäger.

Damit macht er nicht nur den Oberliga-Mannschaften Hoffnung, er beweist auch einen klaren Blick für die Kräfteverhältnisse im deutschen Eishockey. „Wir sind doch nicht blind. Wir sehen doch, dass es in der Oberliga vier, fünf Mannschaften gibt, die sportlich und auch wirtschaftlich in der Lage sind, sofort in der zweiten Liga mitzuhalten. Kassel und Frankfurt gehören dazu – und sicher auch Halle. Wir können diesen Mannschaften nicht auf Dauer die Chance zum Aufstieg verbauen.“

Er spielt damit bewusst auf das Horror-Szenario der letzten Saison an, als Playoff-Sieger Bad Tölz auf das Aufstiegsrecht verzichtete und am Ende überhaupt niemand aufstieg.

Der Visionär Jäger sagt allerdings auch, dass noch immer „nichts unterschrieben“ ist. Der Ball, besser: der Puck, liegt jetzt bei der Deutschen Eishockey Liga (DEL) und dem Deutschen Eishockey Bund (DEB). Und damit wird einmal mehr das gesamte Strukturproblem dieser Sportart in Deutschland sichtbar. ESBG, DEL, DEB – es gibt eine Vielzahl handelnder Organisationen.

Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischner weiß das. Und er äußerte sich deshalb schon im November nur „vorsichtig optimistisch“ zu den Aufstiegsplänen. Wie zur Bestätigung sagt er jetzt: „Habe ich nicht schon damals vor allzu viel Euphorie gewarnt?“ Die Revolution macht Pause.

Tatsächlich scheinen sich ESBG, DEL und DEB gegenseitig im Wege zu stehen. Dabei handelt es sich um drei Verbandskonstruktionen, bei denen selbst Eishockey-Fachleute schon mal entnervt die Schultern zucken, wenn es um konkrete Fragen der Zuständigkeit geht. Wie anders ist es zu erklären, wenn Oliver Seeliger, der Ligen-Beauftragte des Deutschen Eishockey-Bundes, noch immer davon spricht, dass es zunächst darum gehen müsse, die vier Oberligastaffeln Ost, Nord, West und Süd auf jeweils zwölf Mannschaften aufzustocken. Die Realität sieht anders aus: Der Osten ist heilfroh, wenn er jedes Jahr neun Mannschaften aktivieren kann, im Norden waren es zuletzt nur noch sieben und die bewegen sich auf einer besorgniserregenden Talfahrt. So besorgniserregend, dass die Piranhas aus Rostock, die vor drei, vier Jahren noch auf Augenhöhe mit den Saale Bulls spielten, davon als erste die Nase voll haben.

„Wir sind sportlich in der Nord-Liga einfach unterfordert. Dazu laufen uns die Zuschauer weg. Die sind in dieser Saison nur noch zu den Pokalspielen gegen Halle und Leipzig in gewohnter Stärke gekommen“, sagt Peter Dickmanns, der Präsident der Piranhas. Er hat unlängst den Antrag auf Eingliederung in die Oberliga Ost gestellt. Dort wären die Piranhas höchst willkommen, die Nord-Liga dagegen hätte sich endgültig erledigt. Die drei deutschen Eishockey-Verbände hätten plötzlich ein neues Problem. Es bleibt also vieles nebulös.

Feiern mit Paul Biedermann

Sicher ist im Moment nur, dass die Saale Bulls am Freitag kräftig feiern werden. Schwimm-Ass und Ehrenkapitän Paul Biedermann wird die Meistermedaillen überreichen. Und für die Fans gibt es ein paar Fässer Freibier und die Möglichkeit, sich ein kostenloses Tattoo verpassen zu lassen.


    Dezember 2017
MDMDFSS
     1 TecArt Black Dragons - Saale Bulls 2 3 Saale Bulls - ECC Preussen Berlin
4 5 6 7 8 Hannover Indians - Saale Bulls 9 10 Saale Bulls - Füchse Duisburg
11 12 13 14 15 Herner EV - Saale Bulls 16 17 Saale Bulls - Crocodiles Hamburg
18 19 20 21 22 Saale Bulls - EXA IceFighters Leipzig 23 24
25 26 EXA Icefighters Leipzig - Saale Bulls 27 28 Saale Bulls - ESC Wohnbau Moskitos Essen 29 30 31
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