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Freitag, 08.09.2017, 20:00 Uhr MEC Halle 04 Saale Bulls : Dresdner Eislöwen  

mz-web.de: Neuer Stürmer bei MEC 04 Saale Bulls – Marco Habermann durchlebte schwere Zeit

 

Vor drei Jahren kämpfte Marco Habermann um sein Leben. Nun wechselt der Stürmer nach Halle – zu einem Trainer, der seine Karriere wesentlich geprägt hat.

Halle. Wie gut, dass bei Klaus Habermann noch Licht brannte. Es war vor einigen Wochen, noch vor dem Start der Saison in der Eishockey-Oberliga Nord, als Ken Latta daheim bei seiner Familie in Peiting war. Als er abends durch den Ort lief, sah der Trainer der Saale Bulls das erleuchtete Büro seines alten Wegbegleiters. „Also bin ich reingegangen“, erinnert sich Latta. Ein Plausch unter guten Freunden. „Und natürlich habe ich in dem Gespräch auch gefragt, wie es Marco denn geht.“

Marco Habermann ist Eishockey-Profi, er lernte in der Peitinger Jugend das Eishockey-Abc unter Latta und begann auch seine Profi-Karriere in Kaufbeuren unter ihm. Und als sich der Coach also an jenem Abend erkundigte, lernte er von Vater Habermann, dass der Sohn in der zweiten Liga bei Kassel nicht glücklich sei.

Lücke im Angriff geschlossen

An diesem Abend begann auf gewisse Weise die Verpflichtung von Marco Habermann, der am Mittwochvormittag in der Geschäftsstelle am Waisenhausring seinen Vertrag bei den Saale Bulls unterschrieben hat und am Freitagabend im Heimspiel gegen Timmendorf zum ersten Mal für den Oberligisten auflaufen wird.

Mit dem 24-Jährigen haben die Bullen eine erste Lücke im Angriff geschlossen. Und Latta weiß ziemlich genau, was er von seinem alten neuen Schützling erwarten darf. „Ich kenne ihn, seit er so ist“, sagt der Trainer und hält dabei die flache Hand etwas unter Hüfthöhe. Heißt: Seit Marco Habermann ein kleines Kind war.

Und so stellt Latta klar: Ein klassischer Torjäger ist dieser Stürmer nicht. Aber mit seinem überaus physischen Spiel soll er den Weg zu Toren ebnen für seine Mitspieler. Er wird wohl neben Matt Abercrombie und Philipp Gunkel in der ersten Reihe spielen.

„Ken ist hart, aber fair“

Umgekehrt weiß auch Marco Habermann genau, was er von seinem Trainer zu erwarten hat. „Ken ist hart, aber fair. Er war schon mein Jugend-Coach und hat mich so weit gebracht, dass ich damals nach Düsseldorf in die DEL gekommen bin.“

Das Jahr im Rheinland war fraglos das prägendste im Leben des Marco Habermann. „Es fing dort richtig gut an für mich, ich habe gleich in ersten Spiel ein Tor geschossen.“ Dann aber fing der Körper an zu streiken. „Ich konnte auf einmal nichts mehr essen, habe in zwei Wochen 15 Kilo abgenommen und habe am Tag eine Kiste Wasser getrunken“, erinnert er sich. An Eishockeyspielen war nicht mehr zu denken, trotzdem wollte er unbedingt bei der Mannschaft sein. Und so ging er an jenem Abend kurz nach Weihnachten 2012 in die Arena, obwohl es ihm miserabel ging. „Ich habe mich in der Halle übergeben – irgendwann hat das Team den Notarzt gerufen.“

Aus der Arena auf die Intensivstation

Aus der Arena ging es direkt auf die Intensivstation. Diabetes! „Mein Zuckerwert lag über 800“, erinnert er sich. Ein irre hoher Wert. Und nicht auszumalen, wenn er an diesem Tag nicht zum Spiel gegangen wäre. Habermann spricht ganz offen: „Wenn ich zu Hause geblieben und dort ins Koma gefallen wäre, dann wäre ich gestorben.“

Es ist schwer zu ermessen, was solche Lebensereignisse auslösen. Marco Habermann sagt aber ganz klar: „Seit diesem Tag bin ich ein anderer Mensch.

“Ein Mensch, der schon im ersten Gespräch extrem offen auf andere zugeht. Und ein Eishockey-Spieler, für den die Liga, in der er spielt, nicht das Wichtigste ist.

Als er wieder auf dem Damm war, bot ihm Düsseldorf einen Aufbau-Vertrag an, um wieder Anschluss zu finden. Habermann selbst lehnte das ab. Vierte Reihe zu spielen, ab und zu mal Einsätze zu bekommen, das wollte er nicht. „Ich wollte den Spaß wieder gewinnen und Selbstvertrauen gewinnen.“ Also wechselte er – nach Heilbronn in die zweite Liga, wo ein alter Bekannter als Trainer arbeitete: Ken Latta.

Kreis schließt sich

Weder für Latta noch für Habermann war es die beste Zeit ihrer Karriere. Latta zog weiter, wurde 2014 Trainer in Halle, Habermann ging nach Kassel, spielte zwei Jahre zweite Liga – und landete vor dieser Saison auf dem Abstellgleis. Es war der Moment, in dem zum Glück Licht in Vaters Büro brannte.

Und so schloss sich der Kreis ein weiteres Mal. Vorhang auf zum vierten Akt – Habermann spielt nach Peiting, Kaufbeuren und Heilbronn erneut unter Ken Latta. Und es klingt tatsächlich aus tiefstem Herzen ehrlich, wenn er sagt, dass er sich dasselbe Ziel gesetzt hat wie damals in Heilbronn: „Spaß haben, Selbstvertrauen gewinnen. Ich bin einfach nur unglaublich glücklich, hier in Halle zu sein.“ (mz, 08.10.2015)


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