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mz-web.de: Neuzugang bei Saale Bulls Jörg Wartenberg kommt mit der ganz großen Routine

 

Fast 600-mal hat Jörg Wartenberg in der zweiten Liga gespielt. Zur neuen Saison wechselt der Verteidiger aus Weißwasser zu den Saale Bulls.
Halle (Saale). Eine vorsichtige Anfrage hat Jörg Wartenberg schon einmal platziert. Als der Eishockey-Verteidiger vor einiger Zeit mit den Verantwortlichen der Saale Bulls sprach, fühlte er einmal vor, wie es sich denn mit der Trikotnummer 44 in Halle so verhält. Immerhin ist es die Zahl, die den 34-Jährigen fast seine gesamte Karriere über begleitet.
Eine belastbare Antwort, ob er die Nummer auch im Dress der Bullen haben darf, hat es noch nicht gegeben. Aber für die Verhandlungen war es am Ende auch nicht ausschlaggebend. Die Saale Bulls haben sich für die kommende Saison die Dienste des Routiniers gesichert – und damit einen wahren Königstransfer für die Abwehr gelandet.
Allein ein Blick in Jörg Wartenbergs Vita erklärt, warum. „Ich weiß nicht genau, auf welchem Platz ich inzwischen stehe, aber ich dürfte in den Top Ten der ewigen Tabelle der Zweitliga-Einsätze sein.“ Fast 600-mal hat er dort auf dem Eis gestanden, meistens für seinen Heimatverein Lausitzer Füchse aus Weißwasser, für den er auch in den vergangenen vier Jahren spielte.
Erste Abwehrreihe 

Ganz freiwillig verlässt Jörg Wartenberg die Lausitzer freilich nicht. Wobei es weniger sportliche als vielmehr formale Gründe waren, warum er keinen Vertrag mehr bekam. Dazu muss man wissen: In der DEL2 darf ein Team maximal elf Spieler im Kader haben, die über 23 Jahre alt sind. Als 34-Jähriger stand er deshalb vor einer unsicheren Zukunft. „Weißwasser will das Team verjüngen“, sagt er. Also schaute er sich um – und die Saale Bulls griffen zu.
In Halle plant die sportliche Leitung Wartenberg in der ersten Abwehr-Reihe ein. Und keine Überraschung: Seine Vita bringt eine gehörige Erwartungshaltung mit. Auch Wartenberg selbst ahnt, dass ihm im neuen Saale-Bulls-Team eine ganz zentrale Rolle zukommen wird. „Ich will versuchen, den jungen Spielern zu helfen“, sagt er. Und doch hat er sich selbst das Ziel gesteckt, neue Seiten an sich zu entdecken: „Natürlich ist die Hauptaufgabe, mit meiner Routine der Abwehr Stabilität zu verleihen, aber ich werde auch versuchen, eine etwas offensivere Rolle einzunehmen.“
Man darf das als durchaus überraschende Ansage werten, denn Jörg Wartenberg ist das, was in der Eishockey-Fachsprache gern als klassischer „Stay-at-home-Verteidiger“ bezeichnet wird. Ein hauptsächlich defensiv ausgerichteter Spieler mit großer körperlicher Präsenz. Nun will er sich ein wenig torgefährlicher präsentieren. Auch wenn er einräumt: „In der zweiten Liga habe ich immer den defensiven Part gespielt. Das kann man nicht schlagartig ändern.“ Also sagt er mit Blick auf den letztjährigen Kader der Saale Bulls: „Ein Robin Sochan werde ich mit Sicherheit nicht sein.“ Der Kanadier war in der abgelaufenen Spielzeit mit 45 Torbeteiligungen der beste Bullen-Verteidiger.
Ironie des Schicksals: Sochans Vertrag in Halle wurde aus ebenso formellen Gründen nicht verlängert, weil er eine von nur zwei Ausländerstellen im Kader besetzte.
Spitzname „Bodo“ 

Am Donnerstag wird Jörg Wartenberg seine neue sportliche Heimat unter die Lupe nehmen. Die Geschäftsstelle, die Eishalle. „Die kenne ich noch gar nicht, das letzte Mal, dass ich in Halle gespielt habe, war noch in der alten Halle.“
Eines aber ist sicher: Halle wird erst einmal nur sportliche Heimat sein für Jörg Wartenberg. Als er 2011 nach fünf Jahren nach Weißwasser zurückkehrte, war das vor allem seinem damals frisch geborenen Sohn geschuldet. Weil auch seine Eltern und Schwiegereltern in der Lausitz wohnen und seine Freundin dort als Außenhandelskauffrau arbeitet, bleibt die Familie dort.
Zwei andere Dinge aber wird er mitnehmen: den Spitznamen „Bodo“, der Wartenberg begleitet, seitdem er zehn Jahr alt war. „Bodo ist der Vorname meines Vaters. Einer meiner Nachwuchstrainer war mit ihm zusammen in der Lehre und hat mir den Spitznamen verpasst.“
Und auch seine Trikotnummer wird bleiben. Ein Blick zurück verrät nämlich: die Nummer ist zuletzt alles andere als gefragt gewesen (siehe Text: „Comeback für die 44 nach zehn Jahren“). Gute Nachrichten also für Jörg Wartenberg. (mz, 02.06.2015)
 

Comeback für die 44

 

#44_Titel

 

Für die Saale Bulls pflegt Statistiker Mario Schoppa eine der ausführlichsten Vereins-Datenbanken im deutschen Eishockey. Auf Bitte der MZ beantwortete er gestern Jörg Wartenbergs Frage nach der Trikotnummer 44. Die ist seit exakt zehn Jahren nicht mehr vergeben worden. Zuletzt trug sie Markus Joosten in der Saison 2005/06.

 


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