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mz-web.de: Neuzugang beim MEC – Ein echter Hochkaräter für den Sturm

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Brampton ist für den Beobachter aus Deutschland nicht unbedingt der bekannteste Ort Kanadas. Dabei gehört die Kommune vor den Toren Torontos mit knapp 600 000 Einwohnern zu den zehn größten des Landes.

Und wenn Bryan Cameron an seine Heimatstadt denkt, dann erhält man auch den Eindruck, dass es dort durchaus metropolartig zugeht. „Der Verkehr“, sagt Cameron, falle ihm als erstes ein. „Es dauert manchmal Stunden, um kleine Distanzen zu überwinden“, erzählt er im Gespräch mit der MZ.

Bryan Cameron besetzt zweite Ausländer-Stelle bei den Saale Bulls

In seiner neuen Heimat dürften ihn nun weitaus bessere Bedingungen erwarten. Mag Halle als Baustellen-Hauptstadt so seine Verkehrssorgen haben, gemessen an großen Metropolen ist es an der Saale dann doch harmlos. Und genau dorthin hat es den 28-jährigen Kanadier nun verschlagen.

Bryan Cameron besetzt die zweite Ausländer-Stelle beim Eishockey-Oberligisten Saale Bulls. Und er ist vielleicht der namhafteste Zugang, den der Verein in seiner Geschichte bisher hatte. Die Eishockey-Vita des Stürmers jedenfalls verspricht eine ganze Menge.

Millionenvertrag in NHL

Cameron wurde 2007 von den Los Angeles Kings gedraftet, also aus dem Juniorenbereich in den Profikader in der NHL berufen. In einigen Testspielen kam er für das Team auch zum Einsatz, für die nordamerikanische Eliteliga reichte es am Ende allerdings nicht ganz. 2006 gewann er mit Kanadas U-18-Nationalmannschaft den Weltcup, er erzielte bei dem Turnier in Tschechien vier Tore.

2009 erhielt Cameron schließlich einen Dreijahresvertrag bei den Calgary Flames, laut Webseite „spotrac“ dotiert mit einem Jahresgehalt von 695 833 Dollar und mit einem Gesamtverdienst von über zwei Millionen Dollar.

Nun also Halle. Das klingt im Verhältnis ganz schön klein. Doch wer Cameron nach den Beweggründen für seinen Wechsel in die deutsche Oberliga fragt, ahnt, dass es dafür nicht zu unterschätzende weiche Gründe gab. Wie er sich über Halle informiert hat? „Ich habe viel mit Steven Tarasuk gesprochen. Er kennt den Trainer und hat mich am Ende überzeugt“, erzählt Cameron.

Dritte gemeinsame Station

Verteidiger Tarasuk war in der vergangenen Woche als erster Ausländer der Saale Bulls präsentiert worden. „Steven und ich kennen uns gut und kommen klasse miteinander aus. Wir haben uns kennengelernt, als wir zehn Jahre alt waren und haben, bis wir 16 waren, gemeinsam gespielt. Wir sind quasi zusammen groß geworden.“ Nachdem sich die Wege der beiden 2005 getrennt hatten, führten sie zehn Jahre später wieder zusammen: 2015 heuerten Tarasuk und Cameron beim polnischen Erstliga-Team STS Sanok an.

Halle ist also die dritte gemeinsame Station der beiden. Und das ist kein Zufall. „Bryan und ich sind die besten Freunde“, sagte Tarasuk der Zeitschrift „Eishockey-News“. „Die Chemie zwischen uns beiden stimmt einfach.“

Darauf setzen auch die Saale Bulls. „Es ist mit Sicherheit nicht schlecht, dass sich die beiden gut kennen“, sagt Präsident Daniel Mischner. „Das macht die Eingewöhnung um einiges leichter.“

Neue Philosophie der Bulls

Die Erwartungen an das Kanada-Duo sind jedenfalls enorm. Von der Papierform her ist es vielleicht die beste Besetzung, die der Verein je auf den zwei Ausländerstellen hatte. Und eine neue Philosophie ist auf jeden Fall erkennbar. Waren die letzten Nordamerika-Verpflichtungen wie Chris Gard und Matt Abercrombie eher junge Spieler, die aus College- oder Nachwuchs-Teams kamen, so setzen die Bulls nun auf gestandene Profis.

Denn Bryan Cameron hat eine bewegte Karriere hinter sich. Er spielte in Kanada, in Alaska, in Kalifornien, in Polen und zuletzt in Schottland, der Heimat seines Großvaters. Seine persönlichen Höhepunkte? „Das ist schwierig zu beantworten“, sagt er. „Es sind so viele großartige Dinge passiert – ich bin gedraftet worden, ich habe Titel gewonnen, ich bin viel herumgekommen.“

Mit Bryan Cameron haben die Saale Bulls ihre Personalplanung für die Saison abgeschlossen. Am Wochenende auf dem Laternenfest wird das neue Team offiziell präsentiert. Kurz davor, am Sonnabend, wird auch Cameron an der Saale erwartet. Und er kommt mit viel Neugier. „Mein Eindruck aus der Distanz ist, dass Halle eine eher kleine Stadt ist.“ Was im Verhältnis zu Brampton fraglos richtig ist.

Ganz nebenbei: Was seine Heimatstadt angeht, tritt der Stürmer an der Saale in große Fußstapfen. Aus Brampton fand vor einigen Jahren schon einmal eine Sportlerin den Weg nach Halle: Tamara Tatham – die Basketballerin reifte bei den Lions zur besten Spielerin der Bundesliga. (mz, 22.08.2017)


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