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mz-web.de: Perfekt: Auch Sochan bleibt

Die Saale Bulls melden die Vertragsverlängerung mit ihrem kanadischen Star-Verteidiger Robin Sochan. Der ringt mit sich, ob er Deutscher werden soll. Doch wahrscheinlich wird er auch in der kommenden Saison weiter als Kanadier für Halle auf dem Eis stehen.

HALLE (SAALE)/MZ. 

Das neue Zuhause ist seit Dienstag auch offiziell eingeweiht. Der Mitteldeutsche Eishockey Club (MEC) hatte Freunde und Sponsoren geladen, um seine neue Geschäftsstelle zu präsentieren. Es ist ein kleines, aber richtig schmuckes Büro geworden nahe dem Franckeplatz. Die Konferenzmöbel, sogar die von einem Sponsor gestiftete kleine Küche sind artig in den roten Vereinsfarben gehalten. Das alles wirkt sehr heimelig. Und es vermittelt ein klares Bild: Knapp ein Jahr nach der Flut ist der Verein wieder in ruhigem Fahrwasser. So ruhig jedenfalls, dass die Vorbereitungen zur kommenden Saison deutlich weiter sind als vor Jahresfrist.

Neben der Geschäftsstelle zeigt sich das inzwischen auch in der Kaderplanung. Denn nach Torwart Patrick Glatzel, den Verteidigern Marc Petermann und Kai Schmitz, sowie den Stürmern Matthias Schubert und Alexander Zille melden die Saale Bulls auch in einer ihrer wichtigsten Spieler-Personalien Vollzug. Der Kanadier Robin Sochan hat für ein weiteres Jahr unterschrieben. „Er war in der vergangenen Saison einer unserer zentralen Spieler. Wir wollten ihn unbedingt halten“, sagt Präsident Daniel Mischner.

Keine allzu schwierigen Verhandlungen

Wer mit Sochan über seine Vertragsverlängerung spricht, dem drängt sich schnell der Eindruck auf: Es waren keine allzu schwierigen Verhandlungen. „Man sieht ja, dass ich sehr zeitig unterschrieben habe“, sagt der Verteidiger. „Ich habe zwar zwei Anrufe von anderen Vereinen bekommen. Aber ich bin sehr zufrieden in Halle. Und warum sollte ich da irgendwelche Spielchen treiben?“

So klingt Loyalität. Und dieser Haltung fühlt sich umgekehrt auch die Vereinsführung verpflichtet. Und zwar in einem durchaus sensiblen Punkt. Eine Oberliga-Mannschaft darf nur zwei Ausländer im Kader haben. Sochan ist einer davon. Aber: Der Kanadier ist seit letztem Jahr mit einer Deutschen verheiratet. Da tun sich neue Optionen auf.

„Ja“, sagt Präsident Mischner offen, „wir haben Robin auf einen Nationalitätenwechsel angesprochen, denn das würde uns in der Kaderplanung natürlich zusätzlich Luft verschaffen.“ Er stellt aber auch gleich klar: „Wir üben in der Frage überhaupt keinen Druck aus. Robin weiß, dass wir mit ihm als Ausländer im Kader planen.“ Und genau das bestätigt auch Sochan: „Ja, es war ein Thema in unserem Gespräch, aber es gibt da überhaupt keinen Druck vom Verein – und das hat mich wirklich sehr gefreut.“

Dann erklärt der 36-Jährige sein Dilemma: „Wenn ich Deutscher werde, muss ich meinen kanadischen Pass automatisch abgeben. Aber in meinem Alter weiß ich nicht, wie lange ich überhaupt noch Eishockey spiele. Und mal angenommen, ich würde später nach Kanada zurück wollen: Dann würde ich sozusagen nach Hause auswandern.“ Ein verständlich befremdliches Gefühl.

Sochan wird weiter als Kanadier für Halle auf dem Eis stehen

So wird Robin Sochan in der kommenden Saison also weiter als Kanadier für Halle auf dem Eis stehen. Und er wird versuchen, seine starken Werte der Vorsaison wieder zu erreichen. In der vergangenen Spielzeit war er der zweitbeste Verteidiger der Oberliga Ost. Seine 25 Tor-Vorbereitungen waren der Bestwert aller Saale-Bulls-Spieler, hinzu kamen acht Tore, allein drei mit einem lupenreinen Hattrick im Januar gegen Chemnitz.

Ein Thema aber, das stellt Sochan auch heraus, war ihm in den Vertragsgesprächen mit dem Verein dann doch wichtig. Die heikle Frage nach der Eishallen-Situation. „Das war in der letzten Saison sehr schwierig für uns. Wir brauchen einfach eine ordentliche Vorbereitung, um uns zu finden. Und natürlich war das ein Thema bei den Gesprächen mit dem Verein.“

Der kann aber in der Frage auch nur hoffen. Der Umzug an die Blücherstraße ist längst beschlossene Sache. Doch solange der Übergangsbau in Neustadt nicht steht, bleibt immer ein Rest Ungewissheit. Ein bisschen Flut-Nachwirkungen gibt es eben immer noch, auch in der neuen Geschäftsstelle der Saale Bulls.


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