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mz-web.de: Philipp Gunkel im Hörsaal und der Eishalle

Philipp Gunkel kommt vom Zweitligisten Eispiraten Crimmitschau nach Halle. Geholfen haben den Saale Bulls dabei zwei Verletzungen und die Universität.

Philipp Gunkel ist schon für kleines Geld zu haben. Im Internet-Auktionshaus E-Bay gibt es eine signierte Autogrammkarte des Eishockey-Spielers. Kosten: 1,79 Euro. Ein Angebot, das Gunkel zum Schmunzeln bringt. „Ist doch erschwinglich, oder?“

Den Saale Bulls, Halles Eishockey-Oberliga-Team, wird Philipp Gunkel freilich ein wenig teurer kommen. Der Stürmer wechselt aus Crimmitschau an die Saale und bringt – Kader-Stand heute – so viel höherklassige Erfahrung mit wie kein anderer Spieler. 365-mal hat der 26-Jährige in der zweiten Liga auf dem Eis gestanden, er übertrifft damit noch Verteidiger Robin Sochan mit 330 Zweitliga-Einsätzen. Dreimal spielte er sogar für die Kassel Huskies in der DEL.

Zwei Schulterverletzungen

Es klingt also nach einem Karriere-Rückschritt, den Philipp Gunkel mit seinem Wechsel nach Halle vollzieht. Doch wer sich mit ihm unterhält, wird schnell eines Besseren belehrt. Im Gespräch lernt man einen überaus aufgeräumten, realistisch denkenden jungen Mann kennen, der über den Tellerrand des Profisports hinausschaut. „Der Grund, weshalb ich mich für Halle entschieden habe, war, dass ich an der Uni studieren möchte. Ich hatte schon zwei schwere Verletzungen in meiner Karriere, beide Schultern waren kaputt. Und für mich ist inzwischen einfach wichtig, perspektivisch zu denken – an die Karriere nach der Karriere.“

In Halle wird Philipp Gunkel den Masterstudiengang Bildungsmanagement belegen. „So weit ich herausfinden konnte, ist Halle die einzige Uni im Osten, an der man die Fachrichtung studieren kann.“ Und er wollte unbedingt sein Studium von der Fernuni in Hagen weiterführen. Also musste es in Richtung Bildungswesen gehen. Und dann lacht er wieder über sich selbst: „Mit Mathematik durfte es jedenfalls nichts sein, ich bin nämlich eine absolute Zahlen-Null.“

365 Spiele in der zweiten Liga

Was freilich nicht stimmt, wenn es um seine Eishockey-Statistiken geht. Die kennt er ganz gut. Die 365 Spiele in der zweiten Liga für Crimmitschau, Hannover und Bremerhaven, die 43 Tore und 58 Torvorlagen. Werte, die ihn in Halle zu einem Führungsspieler machen könnten. „Ich habe mit dem Verein nicht ausdrücklich über meine Rolle in der Mannschaft gesprochen, aber ich stelle an mich selbst die Forderung, eine Führungsrolle anzunehmen.“

Vorausgesetzt jedenfalls, die Schulter spielt mit. Im Februar hat sich Philipp Gunkel eine Eckgelenksprengung zugezogen. Zweimal musste er operiert werden. „Bis Anfang Juni war ich in der Reha. Aber jetzt sollte alles wieder hergestellt sein.“

Ende August will Philipp Gunkel nach Halle umziehen. In der Stadt war er bisher nur einmal – bei einem Pokal-Gastspiel, als er für die Hannover Indians spielte. Doch so ganz ins kalte Wasser springt er nicht. „Ich kenne eine ganze Reihe der Spieler schon. Eric Wunderlich kommt aus Crimmitschau, Benjamin Thiede und Matthias Schubert auch. Und Robin Sochan kenne ich aus seinen Dresdner Zeiten.“


    Oktober 2017
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9 10 11 12 13 Saale Bulls - TecArt Black Dragons Erfurt 14 15 ECC Preussen Berlin - Saale Bulls
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