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Freitag, 08.09.2017, 20:00 Uhr MEC Halle 04 Saale Bulls : Dresdner Eislöwen  

mz-web.de: Rivalität und Respekt vor Derby

Halle (Saale)/MZ.  Alle Jahre wieder. Wenn nahezu alle anderen Sportler eine Feiertagspause zwischen Weihnachten und Neujahr einlegen, steigt im Eishockey der Saisonhöhepunkt mit dem ewig jungen Duell der Erzrivalen aus Halle und Leipzig. Wechselweise waren da zunächst die Leipziger, die damals noch auf den Namen Blue Lions hörten, dann, in den letzten drei Jahren die Saale Bulls im Vorteil. Jetzt ist wieder Leipzig ein Stück voraus. Die ersten beiden Duelle haben sie gewonnen, das letzte am 30. November erst zwei Sekunden vor dem Ende der Verlängerung. Favorit sind die Icefighters Leipzig auch am Sonntag (17 Uhr) im Zelt in Bruckdorf, für ein Spiel, für das es nur noch wenige Karten gibt.

Bei aller Rivalität, es gibt ihn, den gegenseitigen Respekt, die sportliche Fairness. Vor allem, seit Andre Krüll als Geschäftsführer in Leipzig tätig ist und mit ihm endlich wirtschaftliche Seriösität eingezogen ist und der Verein nicht mehr von einer finanziellen Not in die nächste Insolvenz wankt. „Ich gönne Leipzig den gegenwärtigen sportlichen Erfolg“, sagt Saale Bulls-Präsident Daniel Mischner und schiebt gleich seine Kampfansage hinterher: „Im nächsten Jahr sieht das wieder ganz anders aus.“

Gründe für schlechtes Abschneiden

Die Gründe, warum die Saale Bulls weit hinter Leipzig und sogar hinter Erfurt in der Oberliga-Tabelle stehen, sind eindeutig. Ivan Kolozvary und Daniel Sevo sind nicht mehr da, die beiden wertvollsten Spieler der letzten Saison. Der Etat ist gegenüber den sonst 750.000 Euro diesmal um 150.000 niedriger. Die Spätfolgen des Hochwassers und des Umzugs in das erst im letzten Moment fertig gewordene Zeltprovisorium. Die Saisonvorbereitung fiel deswegen aus, prompt handelten sich die Saale Bulls in den ersten Spielen den Punkterückstand ein, dem sie jetzt hinterherhecheln. Da muss die Mannschaft durch, neue Spieler werden nicht gekauft. „Wir haben zehn Jahre lang nur das Geld ausgegeben, das wir auch haben. Daran wird sich auch in diesem schwierigen Jahr nichts ändern“, sagt Mischner.

Ganz anders dagegen Leipzig. Dort plant man bereits für die Oberliga-Endrunde und darüber hinaus für die Playoff-Spiele. „Die Verteidigung muss definitiv stärker werden“ sagt Trainer Manfred Wolf. Gesucht wird zudem noch ein Torwart, weil Elmar Trautmann nur aus Wolfsburg ausgeliehen ist und während der Playoff-Spiele wohl in der DEL gebraucht wird.

Kondition trainiert

Die Rollen des Favoriten und des Außenseiters sind also am Sonntag klar festgelegt. Dennoch werden sich die Saale Bulls nicht kampflos in ihr Schicksal fügen. Das Argument der fehlenden Saisonvorbereitung hat sich nach einem Vierteljahr ja auch endgültig erledigt. „Wir haben vor Weihnachten noch einmal richtig Kondition gebolzt. Wir sind fit für die entscheidenden Wochen in der Meisterschaft“, verspricht Matthias Schubert, einer der wenigen Saale Bulls-Spieler, der über die Weihnachtsfeiertage im heimischen Halle geblieben ist.

Schubert hat noch einen anderen Grund ausgemacht, warum die Mannschaft den eigenen Erwartungen hinterherhinkt. Eine Mannschaft, die auch ohne Kolozvary und Sevo für die Oberliga immer noch erstklassig besetzt ist. Und dieser Grund hat seine Ursache in den letzten beiden Jahren, als die Saale Bulls der Konkurrenz turmhoch überlegen waren. Eine spielerische Weiterentwicklung blieb auf der Strecke, weil viele Gegner einfach nur nach Halle kamen und die Punkte schon fast kampflos hierließen. „Jetzt haben Erfurt und andere gemerkt, dass bei uns durchaus etwas zu holen ist und reisen mit voller Kapelle an. Wir müssen plötzlich kämpfen, kratzen und beißen. Das war in den letzten Jahren nicht notwendig. Wir müssen unser ganzes Spiel darauf umstellen. Das dauert seine Zeit.“

Kampflos werden sich also die Saale Bulls am Sonntag den Icefighters aus Leipzigs nicht ergeben. Das ist schon fast eine Frage der Ehre. Die Generalprobe für dieses Derby am Freitagabend beim EHV Schönheide ging in die Hose. Die Saale Bulls verloren mit 3:5 (1:0, 2:2, 0:3). Die Treffer zur zwischenzeitlichen 3:1-Führung erzielten Oleg Seibel (18.), Matthias Schubert (24.) und Martin Piecha (34.). Schiedsrichter Göran Noeller verhängte insgesamt 44 Strafminuten plus Matchstrafe für Michal Schön gegen die Saale Bulls und 30 Minuten gegen die Gastgeber.


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