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mz-web.de: Robin Sochan von den Saale Bulls – Punktejäger aus der Abwehr

Robin Sochan ist der zweiteffektivste Spieler der Saale Bulls und das als Verteidiger. Der 37-jährige Spieler ist eine der wichtigsten Säulen im Team.

Halle (Saale). Das Foto hat es Robin Sochan angetan. Da steht der Verteidiger der Saale Bulls scheinbar regungslos auf dem Eis, hat den Schläger weit nach oben geführt. Und während er so verharrt, hat er die Augen nicht etwa auf dem Puck vor ihm. Sein Blick schweift in eine völlig andere Richtung.

Entstanden ist das Foto beim letzten Heimspiel der Saale Bulls gegen Erfurt. Und weil es so wirkt, als blicke Sochan direkt Richtung Kamera, hat Fotograf Stefan Röhrig dem Bild bei Facebook einen lustigen Kommentar mitgegeben: „Jawohl, das Foto ist im Kasten, jetzt kannst du schießen.“ Sochan fand’s klasse und antwortete sofort: „Haha – ich habe auf dich gewartet.“

Robin Sochan hält vier Vereinsrekorde

Robin Sochan steht seit der Saison 2012/13 im Kader der Saale Bulls, gleich im ersten Jahr wurde er von der Zeitschrift Eishockey News zum besten Verteidiger der Oberliga Ost gekürt. Sochans Bilanz ist gekrönt von gleich vier Vereinsrekorden.

Mit 191 Scorerpunkten ist Robin Sochan der erfolgreichste Verteidiger aller Zeiten bei den Saale Bulls. Mit 66 Strafminuten insgesamt ist er zugleich der fairste MEC-Verteidiger überhaupt.

Am 24. November 2012 gelangen Sochan beim 11:2-Sieg bei Tornado Niesky acht Punkte – zwei Tore, sechs Vorbereitungen. Rekord. Am 17. Januar 2014 erzielte er gegen die Wild Boys Chemnitz als bisher einziger Verteidiger der Saale-Bulls-Geschichte einen lupenreinen Hattrick.

 

Man kann aus der lustigen Momentaufnahme und dem Dialog so einiges herauslesen. Über den außergewöhnlich offenen, humorvollen Charakter des Kanadiers. Aber auch über dessen souveräne, überblickende Art, Eishockey zu spielen. Denn natürlich hat Sochan die Szene auch ohne den Flachs ringsherum genau in Erinnerung. „Wir waren in Überzahl, ich hatte viel Zeit und habe zur Seite geschaut, weil ich danach abgespielt und gar nicht selbst geschossen habe.“

Ehrgeiz beim Deutsch lernen

Robin Sochan ist 37 Jahre alt, er ist nach Stürmer Troy Bigam der zweitälteste Spieler im Kader des Oberligisten – und trotzdem ein unersetzlicher Leistungsträger. „Für mich ist er einer der besten Verteidiger der Oberliga“, betont Vereinspräsident Daniel Mischner. Die Zahlen bestätigen das: Mit 1,52 Punkten im Schnitt pro Spiel ist er der zweiteffektivste Bulle. Nur Stürmer Matt Abercrombie ist mit 2,0 Toren oder Vorlagen pro Spiel an noch mehr Treffern beteiligt.

Vor allem aber ist Robin Sochan ein Wortführer in der Mannschaft. Und wer dafür Gründe sucht, findet sie nicht nur im Alter, sondern vor allem in seiner kommunikativen Art. Vor 13 Jahren, mit 25 Jahren, kam er nach Deutschland, heuerte beim ESV Bayreuth in der Oberliga an. „Wir waren damals fünf Kanadier im Team, haben in der Mannschaft nur Englisch gesprochen. Nach einem Jahr konnte ich kein Wort Deutsch, ich konnte nicht mal Schlittschuh sagen.“

Zum Spiel – Derby gegen Leipzig

Am Freitag treten die Saale Bulls um 20 Uhr bei den Moskitos Essen an. Am Sonntag um 18 Uhr folgt das Heim-Derby gegen die Icefighters Leipzig.In den letzten vier Duellen gab es immer jeweils einen Treffer für Halle: Matthias Schubert bereitete drei der vier Tore vor. Zwei der vier Tore erzielte Robin Sochan.

Das änderte sich, als Sochan 2004 nach Dresden wechselte. Da erwachte der Ehrgeiz, die Sprache zu lernen. Er fing an, CDs mit Deutschlektionen zu hören, Übungen einfach für sich nachzusprechen. „Später hatte ich dann einen Einzellehrer und bin zur Volkshochschule gegangen.“ Und mit einem Lächeln fügt er an: „Und dann habe ich Yvonne kennen gelernt – das hat sicherlich auch geholfen.“

Was man so wohl sehen kann. Jedenfalls hatte diese Begegnung ihre Konsequenzen für das Leben des Robin Sochan. Zum einen spricht er heute exzellent gut Deutsch. Und zum anderen ist er unter der Haube. Im Sommer 2013 hat er seine Yvonne geheiratet. „In Kanada, im ganz kleinen Rahmen“, erzählt er. Nur ein bekanntes Gesicht war dabei: Troy Bigam, der ebenfalls aus British Columbia stammt und den Weg zur Hochzeit des Teamkollegen auf sich genommen hatte.

Sochan würde gern bleiben

Sochans Frau lebt in Dresden, sie arbeitet dort in der Krankenpflege. Auch deshalb ist Halle für den Kanadier perfekt, um Eishockey zu spielen. „Ich fühle mich hier richtig wohl“, sagt Sochan. Der Verein sei gut organisiert, auch wenn die letzten Jahre nach dem Hochwasser und mit zwei Umzügen nicht ganz leicht gewesen wären.

Von seiner Seite aus, das lässt er durchblicken, darf es gern auch in der kommenden Saison in Halle weitergehen. „Darüber sprechen wir aber erst, wenn diese Saison vorbei ist“, betont er. Denn so unumstritten Robin Sochan sportlich und charakterlich auch ist – einen Verhandlungsnachteil hat er eben doch: Als Kanadier nimmt er eine von nur zwei Ausländerstellen im Kader ein. Und Sochan sagt auch: Ein Wechsel der Staatsbürgerschaft, der wegen seiner deutschen Frau relativ einfach wäre, kommt für ihn nicht infrage. „Wenn ich noch Mitte 20 wäre, würde ich vielleicht überlegen, aber in meinem Alter nicht mehr.“(mz, 12.02.2015)


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