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mz-web.de: Saale Bulls – Der Glaube an sich selbst

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Daniel Mischner hatte sich am Sonntagabend eine kleine Sondermission auferlegt. Der Präsident der Saale Bulls war im Vip-Raum des Eisdoms umhergezogen, um seine Sponsoren um Spenden für die Mannschaftskasse zu bitten. „Ich habe“, berichtete Mischner später, „in kürzester Zeit 500 Euro zusammen gehabt.“

So ist das in Zeiten des Erfolges. Wenn die Mannschaft ihr Umfeld verwöhnt, dann fällt Großzügigkeit leicht. Ein Geben und Nehmen halt. Und das, was die halleschen Eishockey-Profis der Saale Bulls seit Wochen geben, ist mehr als beeindruckend. 4:1 hieß es am Sonntagabend im Oberliga-Derby gegen die Icefighters Leipzig. Es war der fünfte Sieg im sechsten Meisterrunden-Spiel. Der Konkurrent aus Sachsen hingegen hat alle fünf Spiele verloren. „Wir haben gerade einen Lauf“, sagte Leipzigs Coach Sven Gerike mit Selbstironie.

Fünf Minuten in Unterzahl

Es ist bemerkenswert, wie sehr sich die Vorzeichen im mitteldeutschen Eishockey gedreht haben. Leipzig war Zweiter der Hauptrunde, noch dazu das offensivstärkste Team der Liga. Doch aktuell geht nicht viel. „Meine Aufgabe ist es nun, die Spieler dahin zu bringen, dass sie selbst wieder daran glauben, dass sie gut Eishockey spielen können“, sagte Gerike.

Womit der Leipziger Coach ungewollt zugleich das Erfolgsgeheimnis des Konkurrenten benannt hatte. Das umschrieb Bulls-Stürmer Maximilian Spöttel nämlich so: „Wir glauben im Moment einfach an uns.“
Spöttel hatte den Schlusspunkt zum 4:1 gesetzt (50.), zuvor hatten Tim May (13.), Jan Niklas Pietsch (22.) und Maximilian Schaludek (40.) getroffen.

Dieses Selbstvertrauen hilft den Bulls inzwischen, sich auch durch Rückschläge nicht aus dem Konzept bringen zu lassen. Denn diese Rückschläge gab es auch im Derby. Zum Beispiel den starken Beginn der Leipziger mit der frühen Führung (2.) der Gäste. Oder die Spieldauerdisziplinarstrafe gegen Kapitän Kai Schmitz wegen eines Stockschlags (35.). Doch die fünfminütige Herausstellung zum Ende des zweiten Drittels überstanden die Bulls schadlos.

Es war unstrittig der Schlüsselmoment dieses Spiels. Taktisch gefestigt, mental unerschütterlich, so verteidigten die Saale Bulls. „Unsere Unterzahl wird immer besser“, lobte Trainer Dave Rich. „Unser Torwart spielt gut, wir blocken Schüsse. So muss man das machen. Wenn du so eine Unterzahl überstehst, dann kann das ein Team sehr motivieren.“ Und genau das passierte: 30 Sekunden waren die Bulls wieder vollzählig, da erzielte Maximilian Schaludek das 3:1 – zwölf Sekunden vor Drittel-Ende. „Das war unser Genickbruch“, meinte auch Sven Gerike.

Vertrauen in Defensivtaktik

Die Saale Bulls schwimmen weiter auf der Erfolgswelle. Das Defensivkonzept von Trainer Rich gibt der Mannschaft enorme Stabilität. „Es macht keinen Spaß, so zu spielen“, räumte Rich zwar ein. Aber die Mannschaft hat verstanden, dass die Taktik zum Erfolg führt. Rich formuliert es so: „Wenn sich jeder an dieses System hält, dann schlagen wir, wenn wir in Führung liegen, jedes Team.“

So klingt Selbstvertrauen. Die Bulls haben aus sechs Spielen der Meisterrunde 15 Punkte geholt, in der Tabelle liegen sie auf Rang drei – nur wegen der Tordifferenz noch hinter den Hannover Scorpions auf Platz zwei. Isoliert man aber die Spiele der Meisterrunde, sind die Bulls mit 15 Zählern sogar Tabellenführer – wenn auch mit einem Spiel mehr als die Konkurrenten. (mz, 16.01.2018)

 


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