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mz-web.de: Saale Bulls gegen Harzer Falken – Dem Stürmermangel getrotzt

 

Die Saale Bulls enttäuschen bei ihrem Heimauftakt gegen Braunlage. Bezeichnend: Ein vermeintlicher Not-Aushilfsstürmer sichert den Sieg.

Halle (Saale). Der große Star von damals hatte sich heimlich, still und leise unter die Fans gemischt. Oben auf der Tribüne, wo die treuesten Anhänger stehen, schaute sich Martin Miklik den Heimauftakt der Saale Bulls gegen die Harzer Falken aus Braunlage an. Und der Rekordtorschütze der Vereinsgeschichte musste erleben, wie schwer sich seine Nachfolger auf dem Eis mit dem tun, was er einst am besten konnte.

5:2 haben die Saale Bulls ihren Heimauftakt Sonntagabend im Eisdom an der Selkestraße gewonnen. Doch sie zeigten dabei eine überaus magere Vorstellung. „Wir haben nicht gut gespielt“, bemängelte Trainer Ken Latta. „Aber ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen.“ Zu kompliziert sei die Situation gerade.

Denn trotz aller Kritik an der spielerisch dürftigen Leistung gibt es nachvollziehbare Gründe für die Defizite. Die Bullen mussten am Sonntag mit einer absoluten Rumpfbesetzung antreten. Nach dem Strafen-Spiel von Erfurt am Freitag fehlten neben den verletzten Stürmern Troy Bigam und Georg Albrecht auch noch die Gesperrten, Stürmer Alexander Zille und Verteidiger Travis Martell. Mit der Konsequenz, dass Latta seine Angriffsformationen munter durchwechseln musste, weil er keine kompletten drei Reihen zusammenbekam. „Wir haben die Vorbereitung mit 13 Stürmern absolviert, im Moment habe ich noch sieben.“

Thiede spielt wieder Stürmer

Gegen Braunlage rückte Benjamin Thiede, der eigentlich Verteidiger spielen soll, in den Angriff. Die Mittelstürmer Matt Abercrombie und Jakub Langhammer schoben Doppelschichten und wechselten durch die Reihen. „Wenn man so will, hat jeder von ihnen 30 Minuten gespielt“, rechnete Latta vor.

Die Wechselei hatte Konsequenzen. Die Saale Bulls leisteten sich ungewohnt viele Fehler im Zusammenspiel, der Spielaufbau war teilweise katastrophal. Thiede ordnete das entsprechend ein: „Wir haben in der Vorbereitung in festen Reihen gespielt, da fangen irgendwann die Automatismen an zu greifen. Nun fehlen auf einmal Stürmer.“ Und auch Latta bemerkte: „Wir sind in dieser Formation einfach nicht eingespielt.“

So fielen die beiden Führungstore der Gastgeber auch eher zufällig. Vor dem 1:0 schlug Eric Wunderlich in Unterzahl einen Befreiungsschlag. Der landete exakt vor der Tür zur Strafbank, von der in dieser Sekunde Gregor Kubail zurückkehrte. Der Neuzugang lief allein auf das Tor der Harzer zu und verwandelte (14. Minute). Ähnlich kurios ging es beim zweiten Treffer zu, als ein Schuss von Chris Gard abgefälscht wurde und per Bogenlampe über Braunlages Torhüter Fritz-Philipp Hessel flog (26.).

Trotzdem: Die Saale Bulls fanden nie ihren Rhythmus, kassierten in den zweiten 20 Minuten zweimal den Ausgleich (26., 33.). Lattas Meinung war heftig: „Wir haben im zweiten Drittel entsetzliches Eishockey gespielt.“

Das änderte sich erst im Schlussabschnitt, konkret ab der magischen 43. Spielminute. Binnen 19 Sekunden trafen Jakub Langhammer und Benjamin Thiede zum 4:2. Es waren zwei Treffer, die dem Team anschließend spürbar Sicherheit gaben. „Ich glaube, im letzten Drittel haben wir es nicht mehr so schlecht gemacht“, urteilte Thiede, der in Abwesenheit von Bigam auch Kapitän war.

Doch es passte irgendwie ins Bild einer wirklich schwachen Leistung, dass ausgerechnet Thiede am Ende zum großen Matchwinner wurde. Der gelernte Stürmer, den Trainer Latta in der vergangenen Saison zum Verteidiger umfunktioniert hatte und der eigentlich nur als Standby-Spieler im Kader ist, traf in der 50. Minute zum Endstand. „Das fühlt sich schon richtig gut an“, meinte der 34-Jährige später. „Als Verteidiger habe ich ja in der ganzen letzten Saison nur ein Tor geschossen.“ Jetzt als Not-Aushilfsstürmer waren es zwei in einem Spiel.

Weit entfernt von Mikliks Rekord

Man sah Thiede später den Stolz auf die eigene Leistung förmlich an. „Irgendwie habe ich Stürmer halt im Blut“, unkte er mit Blick auf seine Vergangenheit. Und genau so dürfte es auch oben auf der Tribüne der größte Vollblut-Angreifer der Vereinsgeschichte aufgenommen haben. Martin Miklik musste zwar festhalten, dass Thiede – die Nummer zwei der ewigen Torjägerliste – mit den beiden Treffern an ihn herangerückt ist, es waren Thiedes Tore Nummer 139 und 140 im Saale-Bulls-Trikot. Dennoch durfte Miklik aber auch entspannt zur Kenntnis nehmen: Seine Marke wird trotzdem für die Ewigkeit bleiben. Die Marke von 300 Toren! (mz, 27.09.2015)


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