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mz-web.de: Saale Bulls gewinnen 6:4 gegen Erfurt

HALLE (SAALE)/MZ. Schiedsrichterschelte ist eigentlich verpönt und klingt meistens nach einer billigen Entschuldigung. Ganz besonders, wenn der Versuch unternommen wird, den harten Männersport Eishockey mit der Anzahl der verhängten Strafminuten erklären zu wollen. Aber am Sonntag, beim Oberliga-Spiel in Erfurt, ging es dann doch um Strafminuten und die Frage der Unparteilichkeit der Schiedsrichter. „So etwas habe ich überhaupt noch nicht erlebt. Von uns hat ja fast ständig mindestens einer auf der Strafbank gesessen. Für ganz normale Aktionen, die sonst kein Mensch pfeift“, ereiferte sich sogar der sonst so sachliche Uwe Liebetrau, der Co-Trainer der Saale Bulls.

So halbwegs beruhigen konnte ihn lediglich die Tatsache, dass seine Mannschaft nach einem starken Schlussspurt am Ende doch noch 6:4 gewonnen hatte. Nach zwei Dritteln sah das aber ganz anders aus. Da führten die Black Dragons aus Erfurt 3:1, aber wohl vorrangig deshalb, weil es in den ersten 40 Minuten sage und schreibe 40 Strafminuten für die Saale Bulls gab und nur zwölf für Erfurt. „Wir wollten danach schon alles hinschmeißen und das Spiel nur noch irgendwie zu Ende bringen. Es schien ja bei diesem Schiedsrichter alles keinen Sinn zu haben“, sagte Liebetrau.

Die Spieler der Saale Bulls hatten danach nur noch den Auftrag, auf jeden Körperkontakt zu verzichten, ganz braves Eishockey zu spielen und dem Schiedsrichter nicht den geringsten Anlass für weitere Strafzeiten zu geben. Tatsächlich spielten die Saale Bulls danach ganz brav und kassierten im letzten Drittel keine Strafe mehr.

Prompt hatte Erfurt in ausgeglichener Mannschaftsstärke fünf gegen fünf nicht mehr die Spur einer Chance. In der 52. Minute hatten die Saale Bulls den Ausgleich zum 3:3 geschafft, zwei Minuten später lagen sie schließlich 5:3 vorn, am Ende dann 6:4. Fast uneinholbare 16 Punkte Vorsprung haben sie nun in der Tabelle der Eishockey-Oberliga nach 17 von insgesamt 32 Spieltagen

Überragend spielte bei den Saale Bulls in Erfurt erneut Stürmer Robin Slanina. Wie schon am Freitag beim 4:2 gegen Chemnitz war er erneut dreifacher Torschütze. Die restlichen Treffer erzielten Eric Wunderlich, Daniel Sevo und Troy Bigam. Slanina hat damit in dieser Saison schon fast unglaubliche 20 Tore erzielt und dazu noch 20 Vorlagen gegeben.

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