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mz-web.de: Saale Bulls – Kapitän Kai Schmitz bleibt an Bord

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Wenn die Schlittschuhe nicht mehr gefragt sind, rückt für Kai Schmitz die zweite große Leidenschaft neben Eishockey in den Fokus. Jetzt, da der Frühling da ist, hat der Kapitän der Saale Bulls seine Harley aus der Garage geholt. Eine Spitztour nach Dessau, ein Ausflug zum Süßen See. „Ich habe ja Zeit gerade“, sagt Schmitz mit Augenzwinkern. „Das ist das Gute an der Zeit der Arbeitslosigkeit.“

Es ist Usus im Profi-Eishockey, dass sich die Spieler nach dem Saisonende vorübergehend arbeitslos melden. Im Fall von Kai Schmitz aber liegt die Betonung auf vorübergehend. Denn wenn im August die nächste Spielzeit der Saale Bulls beginnt, wird er wieder mit dabei sein. „Ich habe mich entschlossen, noch ein Jahr dranzuhängen“, sagt er.

Der Kapitän bleibt also auf der Brücke. Selbstverständlich war das nicht. Schmitz plagte sich unter der Saison immer wieder mit Knieproblemen, die er erst jetzt in der Ruhephase seit dem Playoff-Aus wirklich auskurieren konnte.

Schmitz hat Top-Fitnesswerte

Doch das ist freilich nur die eine Seite. Die andere liest sich so: In den drei großen Fitness-Tests, die die Bulls unter der Saison mit der Universität durchgeführt haben, war Schmitz die Nummer zwei des gesamten Teams hinter Philipp Gunkel. „Gunkel und Schmitz sind die mit Abstand leistungsfähigsten Spieler“, hieß es in der Auswertung von Professor Rene Schwesig. Schmitz punktete dabei vor allem mit seiner Schnelligkeit. Sowohl im Vorwärts- als auch Rückwärtslaufen war er die Nummer eins. Auch beim Laktattest hatte er stets Bestwerte, konnte nach hohen Belastungen also am schnellsten regenerieren. „Nicht schlecht für einen 32-Jährigen“, sagt er lachend. „Ich habe wirklich Glück mit meinen Genen.“

Doch neben dem Sportlichen ist die Vertragsverlängerung des Kapitäns noch aus einem zweiten Grund ein wichtiges Zeichen für die Saale Bulls. Schmitz hatte in der Vergangenheit nicht nur das „C“ auf der Brust – er verkörperte die Kapitänsrolle auch. Als Meinungsführer, aber auch als Ansprechpartner, bei dem sogar an Heiligabend die Tür für Teamkollegen offenstand.

Vom Raubein alter Tage ist tatsächlich nur noch wenig übrig. Umso mehr schmunzelte Kai Schmitz, als er Ende März im Fachmagazin Eishockey-News den Titel „unfairster Spieler“ verliehen bekam. Gewählt von den Kollegen der Oberliga – und vermutlich vor allem geprägt von der einen Szene im letzten Saisonspiel gegen Regensburg, als Schmitz mit einer Prügelei 52 Strafminuten sammelte. „Aber davon abgesehen habe ich nur zwei große Strafen bekommen in der Saison.“ Eine davon war, als er Starstürmer Nathan Robinson gegen die Attacke eines Gegenspielers verteidigte. „Aber auch das ist Teil meiner Rolle als Kapitän“, stellt Schmitz klar.

Neue Rolle im Verein

Eine Saison also geht noch für Kai Schmitz. Und dann? „Wir wollen ihn im Anschluss unbedingt in einer Rolle im Verein einbinden“, sagt Vereinschef Daniel Mischner. Ein genaues Aufgabenfeld ist noch nicht beschrieben, es bleibt ja auch noch ein Jahr. Doch gut denkbar, dass Schmitz mit seinem Netzwerk im deutschen Eishockey vor allem bei der Kaderplanung helfen kann.

Eine Arbeit, die vor allem im Sommer anfällt. Was wohl nur eine kleine „Gefahr“ birgt – dass ein bisschen weniger Zeit für die Harley übrig bleibt. (mz, 14.04.2018)

 


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