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mz-web.de: Verändertes Team, angepasste Ziele – So starten die Bulls in ihre Testspiel-Serie

 

Von Christian Elsässer

Halle (Saale) – Die Zeitleiste der Saale-Bulls-Facebookseite kann dieser Tage einen durchaus merkwürdigen Eindruck hinterlassen. Wer dort die Aktivitäten der Mannschaft verfolgt, bekommt reichlich Bilder von Team-Essen und von Spaßveranstaltungen. Fußball-Golf, Kartfahren, Klettern oder Exit Games. „Wir haben wirklich sehr viel in diese Richtung gemacht“, erzählt Verteidiger Kai Schmitz. „Und es stimmt: Es hat sich etwas geballt in den letzten Tagen. Aber jede dieser Aktionen hat mega Spaß gemacht und war es wert.“

Natürlich waren all diese Programmpunkte nur ein kleiner Teil dessen, was Halles Eishockey-Oberligist in den letzten Wochen absolviert hat, bevor das Team an diesem Freitag gegen Zweitligist Eislöwen Dresden in seine Testspielserie einsteigt. Vor allem nämlich stand knallhartes Training auf dem Programm. „Bis zu vier Einheiten pro Tag“, sagt Schmitz. „Wir alle gehen gerade etwas auf dem Zahnfleisch.“

Ruhe bei der Spielersuche

Warum Teambuilding so wichtig war, wird beim Blick auf den Kader klar: Elf der 20 Spieler sind neu. Sich zusammenzufinden, ist entscheidend. Und speziell einer Aktion wie „Exit Games“, also dem Ausflug in einen sogenannten Escape Room, darf man eine gewisse Aussage beimessen.

Eingeschlossen in einem Raum ging es dort darum, mit Hilfe von kleinen Hinweisen einen Ausweg zu finden. Nach der sportlich schwierigen Saison 2016/17 mit einem schwer zu führenden Kader und vielen Personal-Rotationen geht es nämlich genau auch darum: Lösungen zu haben, wenn man mal in der Krise steckt. Dafür braucht es Zusammenhalt.

„Für mich war es bei den Verpflichtungen einer der zentralen Punkte zu schauen, was für ein Charakter ein Spieler hat“, sagt Cheftrainer Dave Rich. Auch deshalb agierte der Kanadier bei der Suche – vor allem nach hochkarätigen Ausländern – mit bemerkenswert ruhiger Hand. Die beiden Ausländerstellen wurden erst Mitte August besetzt.

Und jetzt? Der Kader verheißt tatsächlich so etwas wie Aufbruchstimmung. Zum einen: Die Saale Bulls sind wieder nordamerikanisch geprägt, anders als in der Vorsaison. Zum anderen: Der Verein hat eine neue Transferstrategie. Beispielhaft sind die Ausländerstellen, die mit Steven Tarasuk und Bryan Cameron besetzt sind. Keine College-Spieler wie oft zuvor, sondern zwei gestandene Profis, auch wenn das finanziell ins Gewicht fällt.

Oberliga-Kader werden teurer

Beim Thema Geld hält sich Daniel Mischner auffällig zurück. „Der Spieleretat“, sagt der Präsident, „ist wieder etwas gestiegen.“ Absolute Zahlen will er zwar nicht nennen, inzwischen dürften die Saale Bulls aber beim Gesamtetat an der Millionen-Grenze kratzen.

Eine Entwicklung, die unumgänglich ist. „Die Oberliga Nord hat sich unglaublich entwickelt“, sagt Mischner. „Viele Vereine haben richtig investiert.“ Was auch strukturelle Gründe hat. Durch den Wegfall der U-Regeln in der Oberliga und in der DEL 2, also die Vorgabe, dass nur eine bestimmte Anzahl der deutschen Spieler über 21 bzw. 24 Jahre alt sein durfte, war der Spielermarkt kompliziert. „Es gibt viele Spieler, die jetzt in die DEL 2 gegangen sind, weil dort mehr zu verdienen ist und weil sich zweite Liga natürlich besser in der Vita liest als Oberliga.“ Heißt im Umkehrschluss: Die Oberligisten mussten mehr investieren, um gute Spieler zu bekommen. „Durch die geänderte Altersstruktur werden die Teams teurer“, sagt Mischner.

Die Füchse Duisburg, die Hamburg Crocodiles, die Hannover Scorpions, die mit Wedemark fusionierten, Essen, Tilburg – alles Teams, die große Budgets und namhafte Kader haben. Auf der Vereins-Homepage sagte Daniel Mischner: „Es stehen aktuell immer weniger Spieler auf dem Markt zur Verfügung, und die Gehaltsforderungen steigen. Und eines darf man leider auch nicht vergessen: Halle ist nun mal nicht der Nabel der Welt.“

Kein explizites Aufstiegsziel

Wer solche Sätze liest, ahnt, dass die in der Vergangenheit immer wieder ausgegebene Vorgabe Zweitliga-Aufstieg eher eine Vision denn ein realistisches Ziel ist. Auf der Webseite formuliert es Mischner so: „Auch wenn viele jetzt hören wollen, dass unser Primärziel der Aufstieg in die DEL 2 ist, das möchte und werde ich so zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr formulieren.“

Das ist erst einmal wohltuender Realismus. Denn was tatsächlich drin ist, wird auch davon abhängen, wie sich die Bulls finden. Deshalb auch so ein großer Fokus auf Teambuilding.

Am Mittwoch ließ Trainer Rich die Führungsspieler wählen. Das Team entschied sich für Kai Schmitz als Kapitän, Philipp Gunkel und Eric Wunderlich wurden Stellvertreter. Allesamt Spieler, die schon länger im Verein sind. Schmitz hatte sich dieser Rolle als Ansprechpartner ohnehin schon längst angenommen. Er holte die Ausländer vom Flughafen ab, half ihnen bei der Anmeldung und wurde so zu einer Bezugsperson. Sein Eindruck ist rundum positiv: „Ich habe noch nie Ausländer in einem Team erlebt, die menschlich so cool sind, so dankbar für die Hilfe“, sagt Schmitz. „Der Zusammenhalt im Team ist mega.“ (mz, 07.09.2017)

 

So könnten die Bulls auflaufen:

Die Saale Bulls gehen mit 17 Feldspielern und drei Torhütern in die Saison. Zwischen den Pfosten sollen der erfahrene Kevin Beech (30) und Patrik Cerveny (20) um den Nummer-eins-Status kämpfen, hinzu kommt Eigengewächs Julius Valerius (19). Und auf dem Feld? Hier ist eine MZ-Prognose für die drei Reihen:

  1. Reihe Abwehr: Kai Schmitz Steven Tarasuk / Angriff: Nathan BurnsPhilipp Gunkel Bryan Cameron
  1. Reihe Abwehr: Jan Niklas Pietsch Eric Wunderlich / Angriff: Max SpöttelTim MayJannik Striepeke
  1. Reihe Abwehr: Michal Schön Vojtech Suchomer Tim Dreschmann /Angriff: Georg Albrecht Joh. Ehemann Alexander Zille Max Schaludek

Das erste Testspiel der Saison beginnt am diesem Freitag um 20 Uhr im Eisdom an der Selkestraße. Zu Gast ist der Zweitligist Dresdner Eislöwen.


    Dezember 2017
MDMDFSS
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4 5 6 7 8 Hannover Indians - Saale Bulls 9 10 Saale Bulls - Füchse Duisburg
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18 19 20 21 22 Saale Bulls - EXA IceFighters Leipzig 23 24
25 26 EXA Icefighters Leipzig - Saale Bulls 27 28 Saale Bulls - ESC Wohnbau Moskitos Essen 29 30 31
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