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Freitag, 08.09.2017, 20:00 Uhr MEC Halle 04 Saale Bulls : Dresdner Eislöwen  

mz-web.de: Troy bleibt bis zum Karriereende bei den Saale Bulls

Die Saale Bulls halten einen ihrer größten Leistungsträger: Troy Bigam bekommt einen Zweijahres-Vertrag beim Eishockey-Oberligisten. An dessen Ende wird er 40 Jahre alt sein.

 

Der Deutsch-Kanadier Troy Bigam (l.) war in der vergangenen Saison zweitbester Scorer der Saale Bulls. In den Oberliga-Spielen erzielte er 17 Tore und bereitete 16 weitere vor.  (BILD: Schulz)
Von Christian Elsaesser

Halle (Saale)/MZ. Es hat etwas von verkehrter Welt. Troy Bigam, der Eishockey-Stürmer der Saale Bulls, weilt zurzeit auf Heimaturlaub in Kanada. Doch in dem Land, in dem das Puck-Schießen Nationalsportart ist, hält sich der 38-Jährige ganz anders fit. „Ich spiele hier mit Freunden in einer kleinen Fußball-Liga“, berichtet Bigam. Außerdem sitzt er täglich vor dem Fernseher, um das Geschehen bei der Fußball-WM in Brasilien zu verfolgen.

So also geht verkehrte Welt: Ist Bigam jenseits des Atlantiks unterwegs, beschäftigt er sich mit dem deutschen Nationalsport, kehrt er dann nach Deutschland zurück, ist er wieder voll für den kanadischen Nationalsport da. Und Letzteres wird sich auch in den kommenden zwei Jahren nicht ändern: Troy Bigam, mit 38 Jahren der älteste Spieler im Kader der Saale Bulls, hat seinen Vertrag in Halle verlängert. „Und zwar um zwei Jahre“, sagt Vereinspräsident Daniel Mischner.

Man darf die Unterschrift getrost als Schlüsselpersonalie sehen. Bigam ist unverändert einer der absoluten Leistungsträger beim Oberligisten. „Es gab zwei andere Angebote, die ich mir angehört habe“, erzählt der Stürmer. „Aber ich bin sehr zufrieden in Halle. Warum also woanders hingehen?“

Doch ganz so einfach, wie es klingt, waren die Verhandlungen dann doch nicht. In der vergangenen Spielzeit gab es durchaus Punkte, die dem Deutsch-Kanadier nicht gefallen hatten. Die vielen Fragezeichen um die Spielstätte, der Saisonstart ohne echte Vorbereitung, die sportlich verkorkste Saison mit dem Verpassen der Playoffs und am Ende der Ärger um den Abschied von Trainer Jiri Otoupalik, der seinen Abgang eigenmächtig gegenüber Fans bereits frühzeitig öffentlich gemacht hatte.

Gedanken an seine Zukunft

„Für die Flut konnte voriges Jahr niemand etwas“, sagt Bigam heute. „Insgesamt bin ich der Meinung, dass der Verein die Umstände wirklich gut gemeistert hat. Trotzdem habe ich vor der Unterschrift ein langes Gespräch mit dem Vorstand geführt.“ Wie geht es weiter mit der Eissporthalle? Wer wird der Trainer sein? Welche Philosophie hält mit dem neuen Trainer Einzug? Und nicht zuletzt: Wie geht es mit ihm persönlich weiter?

Bigam erzählt ganz offen: „Ich habe mir mit der Unterschrift ein paar Wochen Zeit gelassen, um mit meiner Frau zu beraten, wie es in Zukunft weitergeht.“ Seine Daniela arbeitet als Flugbegleiterin, spricht fließend Englisch, weshalb die beiden immer ins Auge gefasst hatten, eines Tages gemeinsam nach Kanada zu gehen. „Inzwischen“, sagt Troy Bigam, „könnten wir uns auch vorstellen, in Deutschland zu bleiben.“

Vielleicht sogar in Halle. Jedenfalls berichtet Daniel Mischner: „Vor allem die Frage nach seiner Zukunft war ein wichtiges Thema im Gespräch mit Troy. Es ging auch um die Frage, ob man ihn nach seiner aktiven Karriere zum Beispiel als Übungsleiter im Verein einbinden kann. Troy ist so etwas wie die graue Eminenz in der Kabine und sein Wort hat Gewicht.“

Ein Kanadier als Trainer

Eines ist mit dem neuen Zwei-Jahres-Vertrag jedenfalls ziemlich sicher: Troy Bigam wird seine Laufbahn damit wohl in Halle beenden. Und bis das so weit ist, will er helfen, nach der sportlichen Krise der Vorsaison eine neue schlagkräftige Mannschaft aufzubauen. Mit Ken Latta hat er nun einen Landsmann als Trainer. Einen Coach, der sportlich und privat sein Glück in Deutschland gefunden hat und hier hängen geblieben ist.

Über Ken Latta hat Troy Bigam eine klare Meinung: „Ich bin mir sicher, das wird passen.“ Und weiter: „Mir war überhaupt nicht wichtig, dass da jetzt ein Kanadier kommt. Aber mir war sehr wohl wichtig zu hören, welche Namen im Gespräch waren, weil ich sicher sein wollte, dass ein Trainer kommt, der eine professionelle Einstellung hat.“

Die Saisonvorbereitung beginnt erst im September. Viel Zeit noch, um den Sommer zu genießen. So lange Bigam in Kanada ist, will er sich mit Fußball fithalten. „Und im Fitnessstudio“, wie er erzählt. „Der Vorteil ist: Da gibt es große Bildschirme, auf denen ich beim Trainieren die Fußball-WM schauen kann.“ Doch spätestens wenn er Ende August nach Deutschland zurückkehrt, wird dann wieder der kanadische Nationalsport seine ganze Aufmerksamkeit haben.


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