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mz-web.de: Zehn Spiele als Eingewöhnungszeit

Von Christian Elsaesser
Beim Rückblick auf die Oberliga-Saison wird klar: Die Saale Bulls hatten eine richtig gute Mannschaft, die aber lange unter der fehlenden Vorbereitung litt. Denn nimmt man die ersten zehn Spiele als Eingewöhnungszeit, so waren die Saale Bulls danach das beste Team der Liga.
Halle (Saale)/MZ. 

Manchmal ist es das scheinbar Unbedeutende, aus dem neue Motivation erwächst. So ist es seit dieser Woche für Halles Eishockey-Spieler. Am Wochenende haben die Saale Bulls den Sprung auf Platz zwei der Oberliga verpasst – und damit auch die Qualifikation für die Aufstiegsrunde. Als Drittplatzierter nach der regulären Saison geht es nun weiter im Ost-Pokal, in dem die Plätze drei bis acht noch einmal in zwei Gruppen gegeneinander antreten.

Also nur eine Trostrunde ohne Bedeutung? „Natürlich“, sagt Saale-Bulls-Präsident Daniel Mischner, „wären wir lieber in die Playoffs eingezogen. Aber aus der Situation können wir trotzdem Motivation ziehen. Denn der Ost-Pokal ist der einzige, den wir noch nie gewonnen haben.“

Nun kann man diese Einordnung von zwei Seiten sehen. Einerseits klingt es wie ein Schönreden vor dem Hintergrund der verpassten Aufstiegsrunde. Richtig ist aber auch, dass ein solcher Pokal-Gewinn am Ende doch noch ein kleines Sternchen setzen würde hinter eine Saison, die unter geradezu verheerenden sportlichen Bedingungen begonnen hatte.

Daniel Mischner blickt jedenfalls mit zwiespältigen Gefühlen zurück. „Wenn ich vor einem halben Jahr gewusst hätte, wie die Saison läuft, dann hätte ich mit Sicherheit einiges anders gemacht“, sagt der Präsident – und meint damit nicht so sehr die Personalpolitik und die oft geübte Kritik, die Mannschaft habe die Abgänge der beiden Leistungsträger Ivan Kolozvary und Daniel Sevo nicht kompensieren können. Viel wichtiger ist Mischner nämlich das: „Wenn ich mir die Zahlen der Saison anschaue, dann muss man heute sagen, dass wir mehr in die Saisonvorbereitung hätten investieren sollen.“

Denn wer glaubt, dass der Kader der Saale Bulls zu schwach gewesen wäre, wird durch die Zahlen eines Besseren belehrt. In den ersten zehn Spielen, sprich in etwas mehr als dem ersten Saison-Drittel, holten die Hallenser nur 17 Punkte. Doch dann folgte ein Aufschwung: 39 Punkte in den 18 Spielen danach. Und dass zu Saisonbeginn vor allem der Angriff das Manko gewesen ist, lässt sich auch belegen: 31 Treffer in Saison-Drittel eins, 82 in den Dritteln zwei und drei. Heißt: Nimmt man die ersten zehn Spiele als Eingewöhnungszeit, so waren die Saale Bulls danach das beste Team der Liga.

Mischner liest daraus eine Botschaft. „Wir hatten kein personelles Problem, sondern eines mit der Vorbereitung“, sagt er. „Normalerweise stehen wir vier Wochen lang zu Hause auf dem Eis.“ Wegen der fehlenden Eishalle – das Zelt auf der Messe war zu dem Zeitpunkt noch nicht fertiggestellt – blieben den Saale Bulls aber nur drei Tage. „Und man muss so ehrlich sein, dass diese drei Tage am Ende nicht wirklich viel gebracht haben“, so Mischner.

Unter der fehlenden Vorbereitung, das belegt der Saisonverlauf, haben die Saale Bulls lange gelitten. Also ein grober Management-Patzer, der das Team um eine erfolgreiche Saison gebracht hat?

„Nein“, sagt Mischner, „in der damaligen Situation konnten wir nicht anders handeln. Wenn ich 20 Leute in ein Trainingslager schicke, kostet das den Verein fast 2 000 Euro am Tag. Doch nach dem Hochwasser und der unklaren Hallen-Situation war das für uns im Herbst ein viel zu großes Risiko. Dieses Sicherheitsdenken verteidige ich – auch wenn die heutige Situation mit den so knapp verpassten Playoffs vieles natürlich in einem anderen Licht darstellt. Hinterher ist man immer schlauer.“

Nun also geht es weiter im Ost-Pokal. Und der ist nicht nur für den Trophäenschrank des Vereins interessant, sondern auch nicht ganz unerheblich für die Spieler. „Für die geht es nämlich darum, sich für neue Verträge zu empfehlen“, sagt Mischner. Zugleich stellt er aber auch klar, dass vor der Kaderplanung noch zwei weitere Dinge zu klären sind: „Da ist die Eisdom-Frage“, sagt der Präsident, „denn uns wurde ja ein Zelt mit wesentlich höherer Kapazität versprochen – was die finanziellen Rahmenbedingungen verändern würde. Und bevor wir uns an die Kaderplanung machen, müssen wir auch noch die Trainerfrage klären.“ Denn auch der Vertrag von Jiri Otoupalik läuft aus. Ein Pokal-Triumph wäre also auch für den Tschechen ein wichtiges Argument.

So geht’s weiter

Ost-Pokal:
14.02. Chemnitz (H)
16.02. Chemnitz (A)
22.02. Tornado Niesky (A)
28.02. Tornado Niesky (H)

Im Anschluss folgt die Verzahnung mit der Gruppe aus Schönheide, Fass Berlin, Jonsdorfer Falken.

Nord-Ost-Pokal:
23.02. Hannover Scorpions (H)
14.03. Hannover Scorpions (A)

 

Oberliga: Hinten raus stark

Immer wieder haben die Spieler der Saale Bulls die völlig verkorkste Saison-Vorbereitung als Grund für den zähen Saisonverlauf angeführt. Und tatsächlich gibt ihnen die Statistik recht. Hält man das erste Saison-Drittel und die beiden folgenden gegenüber, zeigt sich, dass die Saale-Bulls-Mannschaft viel besser war, als es der dritte Gesamtplatz zum Ausdruck bringt. In den Spielen 11 bis 28 holte Trainer Jiri Otoupalik mit seinem Team mehr Punkte als Erfurt und Leipzig. Das erste Saison-Drittel hingegen war – gemessen an den Ansprüchen der Saale Bulls – ein kleines Desaster, eben weil keine Vorbereitung stattfinden konnte.

Gesamttabelle

Team/ Tore/ Gegentore/ Punkte

1. Icefighters Leipzig 163:109 65
2. Black Dr. Erfurt 146:102 57
3. Saale Bulls Halle 113:88 56

Tabelle Spiele 1-10

1. Icefighters Leipzig   55:29 29
2. Black Dr. Erfurt   50:40 19
3. Saale Bulls Halle   31:28 17

Tabelle Spiele 11-28

1. Saale Bulls Halle   82:60 39
2. Black Dr. Erfurt   96:62 38
3. Icefighters Leipzig  108:80 36


    November 2017
MDMDFSS
   1 2 3 Füchse Duisburg - Saale Bulls 4 5 Saale Bulls - Hannover Indians
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 Saale Bulls - EHC Timmendorfer Strand 06 18 19 Rostock Piranhas - Saale Bulls
20 21 22 23 24 Saale Bulls - EC Harzer Falken 25 26 Tilburg Trappers - Saale Bulls
27 28 29 30    
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