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Sonntag, 24.09.2017, 18:00 Uhr MEC Halle 04 Saale Bulls : Hannover Scorpions  

mdr.de: Saale Bulls wollen alle Heimspiele gewinnen

 

Die Tränen nach dem verpassten Aufstieg in die DEL 2 sind bei den Saale Bulls getrocknet. Nun startet das Eishockeyteam aus Halle in die neue Saison. Die Vorbereitung ging jedoch teilweise in die Hose. Trotzdem hat die Mannschaft von Trainer Georgi Kimstatsch ehrgeizige Ziele.

von Oliver Leiste (mdr 21.09.2016)

Zum ersten Mal leitet Georgi Kimstatsch die Saisonvorbereitung bei den Saale Bulls, der Eishockeymannschaft in Halle. Das Traineramt übernahm er im Winter von Ken Latta. Doch der Beginn der Saison stand unter keinem guten Stern. Nach nur drei Tagen im Trainingslager musste der Trainer seine Spieler wieder heimschicken. Ein Magen-Darm-Infekt hatte den Großteil der Mannschaft matt gesetzt. Erst eine gute Woche später ging die Vorbereitung weiter. Trotzdem betrachtet Kimstatsch die Woche nicht als eine verlorene: “ Die Jungs konnten sich kennenlernen und als Team zusammenwachsen. Insofern würde ich nicht sagen, dass es verlorene Zeit war.“

Mittlerweile ist der schwierige Start auch fast vergessen. Die Mannschaft ist fit und fühlt sich bereit für den Saisonstart. Die Testspielergebnisse belegen das. Der Niederlage im Penaltyschießen gegen Regensburg, Vorjahresmeister der Oberliga Süd, folgten eine knappe Niederlage und ein souveräner Sieg gegen den Ligakonkurrenten Hannover Indians. Spielerisch konnte die Mannschaft dabei stets überzeugen.

Bei der Führung der Mannschaft wählt Kimstatsch eine andere Herangehensweise als sein Vorgänger Latta, der eher autoritär agierte. Der neue Trainer kommuniziert dagegen mehr auf Augenhöhe, hat Präsident Daniel Mischner beobachtet. Bei den Spielern kommt das gut an. Verteidiger-Urgestein Kai Schmitz fühlt sich so gut vorbereitet wie noch nie: “ Die Vorbereitung ist super anstrengend. Aber Georgi kann die Sachen echt gut verpacken, so dass keiner die Lust verliert.“ Nach seinem Hexenschuss vom Wochenende will Schmitz zum Saisonstart in Essen schon wieder mitwirken.

Anderer Trainer, neuer Spielstil

Doch nicht nur der Umgangston ist ein anderer, auch der Stil der Mannschaft soll sich verändern. Kimstatsch hat deshalb neue Spieler geholt, die zu seiner Spielidee passen. Insgesamt acht Neuzugänge stehen im Kader. „Spielerisch und läuferisch sind wir stärker als letztes Jahr“, erklärt der Trainer. „An Robustheit haben wir etwas verloren.“ Was Kimstatsch aber nicht als Nachteil empfindet: Wenn wir in Puckbesitz sind, wollen wir ihn auch lange behalten und uns mit Passspiel Räume erarbeiten. Wir wollen auch weniger Strafzeiten ziehen. Ich möchte osteuropäisch geprägtes Eishockey spielen lassen. Mit viel Laufen und vielen Pässen.“

Die beiden neuen, ausländischen Kontingentspieler passen gut in dieses Anforderunsgprofil. Beim slowakischen Verteidiger Jan Homer gerät Kimstatsch ins Schwärmen. „Er ist ein Spieler, der uns in den letzten Jahren in der Verteidigung gefehlt hat. Er hat eine unglaubliche Plus-Minus-Statistik und kassiert sehr wenig Strafen. Das spricht für seine Qualität.“ Sein Landsmann Igor Bacek sei ein technisch starker Außenstürmer. Bei ihm stehen die Chancen gut, in Kürze die deutsche Staatsbürgerschaft zu bekommen. Dann könnte der Verein noch einen weiteren Ausländer verpflichten. Neuer Kapitän wird Jörg Wartenberg. Neben seiner Erfahrung beendruckte Kimstatsch vor allem sein Auftreten während der Play-Offs, als die Mannschaft führte und viele Hinweise gab.

Plus-Minus-Statistik Mit der Plus-Minus-Statistik wird erfasst, in welcher Situation sich Spieler auf dem Eis befanden. Schießt die eigene Mannschaft ein Tor, bekommen alle Spieler dieser Reihe ein Plus, bei einem Gegentor ein Minus. Ist die Bilanz eines Spielers deutlich im Plus, deutet das daraufhin, dass seine Mannschaft oft trifft und wenig Gegentore kassiert, wenn er auf dem Eis steht.

„Wir haben Wünsche“

Geht es um die Saisonziele, hört man eher defensive Formulierungen. „Natürlich wollen wir in die Play-Offs“, sagt Kimstatsch. Doch obwohl seine Mannschaft im Frühjahr nur knapp am späteren Aufsteiger Bayreuth scheiterte, kommt ihm das Wort ‚Aufstieg‘ nicht über die Lippen. „Das wäre respektlos gegenüber den anderen Mannschaften.“ Er betont, dass die Liga im vergangenen Jahr sehr ausgeglichen war. Halle wurde Vierter in der Nordstaffel, der Rückstand auf Platz 2 betrug nur zwei Punkte. Doch auch der Vorsprung auf die folgenden Mannschaften war nur gering. „Und dieses Jahr wird es noch enger“, sind sich Trainer und Spieler Schmitz einig. Ein wenig lässt sich Kimstatsch aber doch in die Karten schauen, wenn er sagt: „Wir haben natürlich Wünsche.“

Der 40-Jährige weiß auch, wie sich diese erfüllen könnten. „Wir wollen attraktiv spielen. Mein persönliches Ziel ist es, alle Heimspiele zu gewinnen.“ Wenn das gelingt und die Mannschaft auch auswärts gut auftritt, kann sie sich auch gegenüber der guten Vorsaison noch mal verbessern. Und dann ist auch der Aufstieg in die DEL 2 möglich. Und wenn sich dieser Wunsch erfüllt, wird sich wohl niemand mehr erinnern, dass die erste Vorbereitungswoche ziemlich in die Hose ging.

Liga-Modus Der Spielmodus wurde im Vergleich zum Vorjahr etwas verändert. In der Saison 2015/16 spielten alle Mannschafen Hin- und Rückspiel gegen alle Mannschaften der Oberliga Nord und zusätzlich eine Runde in einer der drei lokalen Gruppen. In dieser Saison fällt die regionale Gruppe weg. Dafür gibt es nach dem Abschluss der Hauptrunde eine Zwischenrunde.
Die besten Acht klären dann die Reihenfolge für die Play-Offs. Die restlichen Teams spielen die Absteiger aus. Die Punkte aus der Hauptrunde werden mitgenommen. Vor dem Beginn der Play-Offs müssen die Plätze 7 und 8 noch in die Pre-Play-Offs gegen die beiden Gewinner der zweiten Gruppe.
Die erste Play-Off-Runde wird staffelintern gespielt. Vier Mannschaften kommen weiter und treffen auf die vier besten Teams der Südstaffel. Diese Acht ermitteln dann den Aufsteiger in die DEL 2.


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    September 2017
MDMDFSS
     1 2 3
4 5 6 7 8 Saale Bulls - Dresdner Eislöwen 9 10 Chemnitz Crashers - Saale Bulls
11 12 13 14 15 Selber Wölfe - Saale Bulls 16 17 Saale Bulls - Selber Wölfe
18 19 20 21 22 Hannover Scorpions - Saale Bulls 23 24 Saale Bulls - Hannover Scorpions
25 26 27 28 29 Saale Bulls - Rostock Piranhas 30  
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