Die Mitteldeutsche Zeitung titelte nach der deutlichen Niederlage in Spiel 1: „Nach Debakel hilft nur ein Wunder.“ Was sollen wir sagen, kein Wunder, sondern purer Kampfgeist und Siegeswille waren heute der Schlüssel zum verdienten Heimsieg. Die Saale Bulls zeigten im zweiten Playoff-Achtelfinal-Spiel gegen die Bietigheim Steelers eine beeindruckende Reaktion. Mit einem 4:1-Sieg glichen sie die Best-of-Five-Serie aus und sicherten sich somit mindestens ein weiteres Heimspiel.
Die Partie im Detail:
Halle begann im ersten Drittel sehr engagiert und setzte die Steelers von Beginn an unter Druck. In der 10. Minute konnten die Bulls die ersten Früchte ihrer Arbeit ernten: Tomi Wilenius kehrte gerade von der Strafbank zurück, nahm einen Pass auf, zog an der blauen Linie vorbei und versenkte den Puck unter den Schonern von Olafr Schmidt zur 1:0-Führung. Die Freude währte jedoch nicht lange, denn die Gäste fanden eine schnelle Antwort. In der 18. Minute traf Sören Sturm mit einem Distanzschuss von der blauen Linie zum 1:1-Ausgleich. Damit ging es mit einem offenen Spielstand in die erste Drittelpause.
Die Bulls kamen mit viel Energie aus der Kabine und setzten Bietigheim auch im zweiten Drittel weiter unter Druck. In der 22. Spielminute gelang Timo Gams ein sehenswerter Überzahltreffer: Nachdem Halle den Puck eroberte, schloss Gams mit einem platzierten Schuss unter die Latte ab und brachte Halle erneut in Führung. Kurze Zeit später hatte Halle die Gelegenheit, erneut in Überzahl nachzulegen, als Fedor Kolupaylo wegen Hakens auf die Strafbank musste. Die Bulls nutzten diese Chance eiskalt: Eppu Karuvaara traf nach Zuspiel von Adam Domogalla und Eetu Elo zum 3:1 in der 25. Minute. Trotz des nun zunehmenden Drucks der Gäste verteidigte Halle leidenschaftlich und ließ keinen weiteren Gegentreffer zu. Die Bulls blieben auch in Zweikämpfen bissig und sicherten sich mit harter Defensivarbeit die Führung bis zur zweiten Pause.
Im Schlussdrittel versuchte Bietigheim noch einmal alles, um zurück ins Spiel zu kommen. Halle verteidigte kompakt, während Kai Kristian mit wichtigen Paraden den Vorsprung sicherte. Die Gäste setzten sich in mehreren Phasen in der Zone der Bulls fest, doch die Defensive um Moritz Schug und Erik Hoffmann stand sicher. Kurz vor Schluss zog Bietigheim den Torhüter und versuchte mit einem zusätzlichen Feldspieler den Druck zu erhöhen. Doch dann kam der Schlusspunkt: 40 Sekunden vor dem Ende spielte Halle den Puck aus dem eigenen Drittel an die Bande, von wo er direkt ins verwaiste Tor der Steelers rutschte. Erek Virch wurde als offizieller Torschütze gewertet, Alexander Vladelchtchikov und Timo Gams erhielten die Assists.
Nach der deutlichen Niederlage in Spiel 1 zeigte Halle eine beeindruckende Reaktion. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung, effektive Chancenverwertung und eine stabile Defensive konnten die Bulls die Serie auf 1:1 stellen. Nun geht es mit frischem Selbstvertrauen in das dritte Spiel der Serie, wo Halle versuchen wird, den Heimvorteil der Steelers zu erschüttern und den nächsten Schritt Richtung Viertelfinale zu machen. Doch egal, wie das Freitagsspiel ausgeht, die Saale Bulls haben sich mit dem Sieg in Spiel zwei ein weiteres Heimspiel erkämpft, welches dann am Sonntag um 18.15 Uhr im Sparkassen-Eiszelt beginnt. (FE)
Torschützen:
1:0 Tomi Wilenius – 10.
1:1 Sören Sturm – 18.
2:1 Timo Gams – 22. (PP1)
3:1 Eppu Karuvaara – 25. (PP2)
4:1 Erek Virch – 60. (EN)
Tore: 4:1 (1:1/2:0/1:0)
Mit: HWGmbH
: Justin Hoffmann